Etwa 90 Menschen nahmen am Mittwoch auf dem Martin-Luther-Platz in Ansbach an einer Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des Anschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin teil.
Veranstaltungsleiter Klara Trenkner, Mitglied im Jugendrat der Stadt Ansbach, rief zu Beginn zu einer friedlichen, respektvollen und würdevollen Veranstaltung auf. Der Angriff in Berlin, bei dem eine Frau getötet und zahlreiche Menschen verletzt wurden, treffe auf eine Realität von Ausgrenzung und Hass, mit der queere Menschen seit Jahren im Alltag konfrontiert seien.
Der CSD sei ein Tag der Sichtbarkeit, aber auch der Freude, des Miteinanders und der Solidarität. Durch den Anschlag sei daraus ein Tag von Gewalt, Hass und Leid geworden.
Von dem Geschehen in Berlin sei sie nicht überrascht worden, meinte sie. Seit Jahren wiesen queere Menschen auf die wachsende Problematik hin. Mehr als 2000 Straftaten gegen diese Gruppe würden pro Jahr angezeigt. Dazu komme eine große Dunkelziffer.
Wer Hass normalisiere, begünstige ein aggressives gesellschaftliches Klima. Deshalb sei es wichtig, derartigen Aussagen klar zu widersprechen. Man müsse „lauter sein als die Rechten und die Islamisten”.
Demokratie bedeute nicht nur Wahlen, sondern auch, Minderheiten zu schützen. Trenkner unterstrich die Bedeutung der Arbeit von Beratungsstellen. Auch dass aus einem Fenster des Rathauses die Regenbogenfahne hängt, sei ein wichtiges Signal.
Nach zwei weiteren Redebeiträgen legten die Teilnehmenden gemeinsam eine Schweigeminute ein. Zum Abschluss wurden auf dem Martin-Luther-Platz, der während der Veranstaltung mit Zufahrtssperren gesichert war, Kerzen entzündet.