Am Mittwoch, 12. August, dürften sich ab etwa 19 Uhr viele Blicke erwartungsvoll gen Himmel richten. Ist der wolkenfrei, lässt sich dort eine partielle Sonnenfinsternis verfolgen. Der Mond verdeckt dann einen Großteil der Sonne – über Deutschland zu rund 85 Prozent. Damit haben auch Himmelsgucker in Westmittelfranken gute Chancen auf ein beeindruckendes Schauspiel.
Da sich das Spektakel erst am Abend ereignet, steht die Sonne bereits recht tief am Himmel. Wichtig ist also ein unverstellter Blick in Richtung Westen. Die Verdeckung beginnt in der Region nach Angaben der Zeitdokumentationsseite timeanddate.com um 19.20 Uhr und endet um 21.04 Uhr. Dann ist die Sonne allerdings bereits untergegangen. In voller Länge ist das Ereignis also hierzulande nicht zu beobachten.
Der höchste Verdeckungsgrad wird gegen 20.13 Uhr erreicht. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Sonne kurz vor dem Untergang. Hier wäre also ein besonders freier Blick ohne Hügel, Gebäude und Wälder gen Westen erforderlich.
Wer die Teilsonnenfinsternis unter fachkundiger Begleitung beobachten möchte, kann dies in Rothenburg tun. Dort bietet Nikos Kyriakidis, Hobbyastronom und Mitglied der Volkssternwarte München, eine Art Public Viewing an. Mit einem speziellen Sonnenteleskop (H-alpha) können Interessierte einen Blick auf die beiden Himmelskörper werfen. Beginn ist ab 18.30 Uhr am Spielplatz in der Neuen Burg.
Wer sich das Himmelspektakel allerdings mit ungeschützten Augen anschaut, riskiert Schäden an der Netzhaut. Davor warnt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Innerhalb von kürzester Zeit kann das Sonnenlicht an dieser lichtempfindlichen Schicht im Auge bleibende Schäden verursachen.
Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Erblindung kommen. Tückisch: Für drohende Netzhautschäden gibt es keine Warnsignale. Bemerkt man Probleme beim Sehen, ist es schon zu spät.
Wer die Sonnenfinsternis durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras beobachten will, sollte vorab schützende Filteraufsätze oder Folien anbringen. Denn: Linsen bündeln die Sonnenstrahlen zusätzlich, weshalb man keinesfalls ohne Schutz durchschauen sollte.
Auch die normale Sonnenbrille reicht nicht aus: Sie filtert zu wenig Sonnenlicht heraus. Von „Marke Eigenbau“-Schutzmitteln wie rußgeschwärzten Gläsern oder schwarzen Filmstreifen rät das BfS ab.
Wirksamen Schutz bietet nur eine Schutzbrille, die für die Beobachtung von Sonnenfinsternissen gemacht ist. Sie lässt maximal 0,001 Prozent des Sonnenlichts durch – und hat extrabreite Bügel, damit möglichst wenig Licht von der Seite ins Auge fallen kann. Sichere Modelle sind an der Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 sowie an einer CE-Kennzeichnung zu erkennen.
In der Schublade liegt noch eine alte Schutzbrille von der letzten Sonnenfinsternis? Die schaut man sich am besten genau an, ehe sie auf die Nase wandert. Ist die Folie zerkratzt, hat Löcher oder Risse, rät das BfS von der Benutzung ab. Dann besteht das Risiko, dass sie nicht mehr ausreichend schützt.
Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA bietet zur Sonnenfinsternis am 12. August einen Livestream an. Dieser startet um 19.30 Uhr und wird von fachkundigen Live-Kommentaren begleitet. Den Stream finden Sie hier: