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Veröffentlicht am 20.01.2026 13:30

Sonnenschutz im Winter: Das sind die wichtigsten Tipps

Unterwegs in den Bergen: Die zunehmende Höhe und der Schnee erhöhen das Sonnenbrandrisiko. Hier ist Sonnenschutz besonders wichtig. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)
Unterwegs in den Bergen: Die zunehmende Höhe und der Schnee erhöhen das Sonnenbrandrisiko. Hier ist Sonnenschutz besonders wichtig. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)
Unterwegs in den Bergen: Die zunehmende Höhe und der Schnee erhöhen das Sonnenbrandrisiko. Hier ist Sonnenschutz besonders wichtig. (Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn)

Nach dem Spaziergang bei allerbestem Winterwetter ist die Nase rot - und das liegt nicht an der Kälte? 

So mancher hat die Wintersonne schon unterschätzt. In einer repräsentativen Umfrage des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) gaben 29 Prozent der insgesamt 1.000 Befragten an, im Winter schon einmal einen Sonnenbrand im Gesicht bekommen zu haben. 

Wissen muss man dabei: Im Winter und auch im Frühjahr ist die Haut gegenüber der UV-Strahlung der Sonne empfindlicher als im Sommer, eben weil man ihr weniger ausgesetzt ist. Das hauteigene Schutzschild aus Pigmentzellen - sichtbar als Bräune - ist in dieser Zeit des Jahres dadurch nicht voll ausgebildet, erklärt Hautärztin Marion Moers-Carpi.

Im Winter zur Sonnencreme greifen - ist das notwendig? 

Klar ist aber auch: Die Sonne scheint im Winter kürzer und sie steht tiefer, damit trifft insgesamt deutlich weniger UV-Strahlung auf die Haut. Wie gut sollte man sich also schützen, um Sonnenbrände und auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko zu vermeiden?

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) schreibt online: „Im Winter ist die UV-Belastung in Deutschland so gering, dass Sie für den Alltag keinen Sonnenschutz brauchen.“ Es gibt aber eine Ausnahme, dazu gleich mehr. 

Dennoch ist es eine gute Idee, sich an sonnigen Wintertagen mit einem Sonnenschutzmittel einzucremen, sagt Hautärztin Moers-Carpi - vor allem, 

  • wenn man einen hellen Hauttyp hat, also schnell einen Sonnenbrand bekommt.
  • wenn der Frühling naht. Schon ab März können in Deutschland laut BfS UV-Index-Werte von 3 erreicht werden, ab denen man sich vor der Sonne schützen sollte.
  • wenn man in den Bergen unterwegs ist. Mit zunehmender Höhe steigt nämlich die UV-Strahlung. Dazu kommt, dass frischer Schnee bis zu 90 Prozent der schädlichen Strahlen reflektiert. Wer nicht aufpasst, riskiert fiese Sonnenschäden, weshalb auch das BfS dazu rät, beim winterlichen Ausflug in die Berge unbedingt Sonnencreme einzupacken. 

Sonnenschutz in den Bergen: Das sind die Empfehlungen

Die Behörde gibt auch Tipps, wie guter Sonnenschutz im Gebirge genau aussieht. 

  • Die Sonnencreme sollte einen hohen Lichtschutzfaktor bieten: 30, besser 50 oder 50+.
  • 20 bis 30 Minuten bevor es hinausgeht: Das ist ein guter Zeitpunkt zum Eincremen von Gesicht und anderen unbedeckten Körperstellen. Sonnenschutz für die Lippen dabei nicht vergessen.
  • Spätestens nach zwei Stunden ist Nachcremen angesagt.
  • Auch die Augen brauchen UV-Schutz. Den liefert eine Sonnenbrille mit der Kennzeichnung UV400.

Optimaler Schutz: So geht man beim Eincremen richtig vor

Eingecremt und dennoch einen Sonnenbrand bekommen? Das soll nicht passieren. Wer sich also für einen Tag in der Wintersonne fertig macht, trägt am besten erst einmal eine Feuchtigkeitscreme auf, wie Marion Moers-Carpi rät: „Eine durchfeuchtete Haut kann den Lichtschutzfaktor besser aufnehmen.“ Erst dann ist die Sonnencreme dran. 

Ist es nicht cleverer, direkt zur Tagescreme mit Lichtschutzfaktor zu greifen? Fällt der gering aus, reicht das womöglich nicht aus - auch wenn man die Sonnencreme mit LSF 50 darauf schmiert. „Es zählt die erste Creme mit Sonnenschutzwirkung.“ 

Beim Eincremen checkt man besser, ob auch Nasenrücken und Ohren ausreichend Aufmerksamkeit bekommen haben. Sie gelten als „Sonnenterrassen“, die besonders gefährdet für Sonnenbrände sind. 

Das hilft bei Sonnenbränden (nicht nur im Winter) 

Trotz aller Vorsicht ist es doch zum Sonnenbrand gekommen? Gut, wenn die Hausapotheke nun eine dünne, kortisonhaltige Creme hergibt, die man auf die gerötete Haut auftragen kann. Das kann man drei- bis viermal am Tag tun. 

Linderung kann auch ein Hausmittel bringen: „Schwarzen Tee kochen, ihn kaltstellen und dann Kompressen damit auf die Rötung legen. Erstens kühlt das, zweitens beruhigen die Gerbstoffe aus dem Tee die Haut“, sagt Marion Moers-Carpi. 

Wichtig ist auch, die Haut nun besonders gut zu pflegen, etwa mit einem Aloe-Vera-Gel oder einfach der Lieblingscreme, die „besonders angenehm ist, wenn sie vorher im Kühlschrank stand“, so die Dermatologin. Schmerzt der Sonnenbrand stark, wirft Blasen oder kommen Fieber und Kreislaufprobleme dazu, gilt: ab in die Hautarztpraxis.

© dpa-infocom, dpa:260120-930-570840/1


Von dpa
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