Nach dem Rundumschlag von Kunstminister Markus Blume (CSU) befasst sich nun auch die Staatsanwaltschaft München I mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Die Behörde hat „ein sogenanntes Vorprüfungsverfahren eingeleitet“, wie eine Sprecherin sagte. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.
Das sei kein Ermittlungsverfahren gegen konkrete Beschuldigte, betonte sie: „Vielmehr wird in einem Vorprüfungsverfahren erst geprüft, ob möglicherweise ein Anfangsverdacht besteht, der Anlass zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens geben würde.“ Um welche Vorwürfe es geht, teilte die Behörde auf Anfrage nicht mit - auch nicht, ob sie von sich aus tätig wurde oder es eine Anzeige gab.
Zuvor hatte Minister Blume von verschiedenen, neu bekanntgewordenen Vorwürfen gesprochen, die eine interne Untersuchung in den Staatsgemäldesammlungen nötig machten und bei denen es im Kern nicht um die Frage nach dem Umgang der Museen mit NS-Raubkunst gehe, die seit Wochen Schlagzeilen macht.
Eine ehemalige Staatsanwältin soll diese Untersuchung leiten und aufklären, was hinter den Vorwürfen steckt. Worum genau es dabei geht, will auch das Ministerium nicht sagen. Einen Medienbericht zur Art der Vorwürfe bestätigte Minister Blume nicht.
Es gehe um ein „ganzes Konvolut“ an Problemen, hatte Blume bei einer Pressekonferenz zum Neustart bei den Staatsgemäldesammlungen gesagt, bei der auch mitgeteilt wurde, dass der langjährige Generaldirektor Bernhard Maaz seinen Posten wegen Unzufriedenheit mit dem Zustand der Museen räumen muss und vorübergehend durch den früheren Münchner Kulturreferenten Anton Biebl ersetzt wird.
Ausgangspunkt dafür, dass Blume und sein Ministerium bei den Staatsgemäldesammlungen mit ihren weltberühmten Pinakotheken genauer hinschauten, war eine Diskussion um die Rückgabe von NS-Raubkunst an die rechtmäßigen Besitzer.
Der Umgang mit Raubkunst stehe bei den nun bekanntgewordenen Vorwürfen gar nicht im Mittelpunkt, sagte Blume: „Die Gründe der internen Untersuchung sind im Wesentlichen andere.“ Im Sommer sollen erste Ergebnisse vorliegen, versprach der Minister: „Wir werden alles, wirklich alles schonungslos aufklären.“
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