Der zunächst auf sechs Tage angesetzte Bahnstreik wirkt sich in der Region nicht nur auf den Personenverkehr, sondern ebenso auf den Gütertransport aus. Auch regionale Unternehmen haben mit den Auswirkungen des Mega-Streiks zu kämpfen.
Johannes Keitel, Geschäftsführer von Keitel Spedition mit Sitz in Geslau im Landkreis Ansbach, erklärt gegenüber der FLZ: „Wir sind von dem Streik direkt betroffen, weil wir fast alle Güter über die Schienen transportieren. Jetzt mussten Ladungen teilweise zurückgegeben werden, weil nicht gewährleistet werden kann, dass die Terminware rechtzeitig ankommt.“
Mittlerweile fehlt Keitel das Verständnis für den Streik: „Es muss doch in der Mitte irgendeinen Kompromiss geben. Die Bahn trägt ja nicht nur einen wirtschaftlichen Schaden, sondern auch einen Imageschaden davon. Erst sollen möglichst viele Kunden von Straße auf Schiene wechseln und dann klappt es nicht ordentlich.“
Während die Spedition Keitel die Auswirkungen des Bahnstreiks ordentlich zu spüren bekommt, können einige andere Unternehmen hingegen aufatmen. Bei einer Umfrage in Stadt und Landkreis Ansbach bestätigten zum Beispiel die Firmen Bosch in Ansbach, Burkhardt Transporte in Bechhofen und Spedition Oppel in Elpersdorf, nicht von dem Bahnstreik betroffen zu sein.
Eine Person in leitender Funktion eines anderen Unternehmens im Landkreis Ansbach, die nicht namentlich genannt werden will, äußert sich gegenüber der FLZ: „Wir haben einige Züge im Einsatz, die nicht von der Deutschen Bahn, sondern von privat-rechtlichen Bahnunternehmen betrieben werden. Und tatsächlich müssen wir sagen, auch wenn es eigentlich traurig ist, dass unsere Züge in diesen Tagen so pünktlich ankommen wie fast nie.“
Der längste Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hält weiter an. Seit Dienstagabend um 18 Uhr steht der Güterverkehr still. Mittwochnacht um 2 Uhr wurde der Arbeitskampf auch auf den Personenverkehr ausgeweitet.
Angesetzt war der sechstägige Streik erst bis Montag um 18 Uhr. Am Samstag wurde er verkürzt. Der GDL-Streik wird nun vorzeitig zum Montag um 2 Uhr beendet. Der Notfahrplan gilt noch bis einschließlich Sonntag, teilte die Bahn mit. Am Montag wird es aber noch voraussichtlich zu Beeinträchtigungen kommen.