Das Manöver von zwei Kampfjets der Bundeswehr über der Stadt beschäftigt die Bevölkerung weiterhin. Nun gehen die Stadt und der Commodore der Fliegerstaffel in Neuburg mit einer gemeinsamen Erklärung in die Offensive.
Auf ihrer Internetseite nimmt die Stadt zu dem Vorfall am 10. Oktober zur Mittagszeit öffentlich Stellung, abgestimmt ist der Text demnach mit Oberst Schönhöfer und dem Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe. Nach Auskunft der Behörde habe es sich um einen „Routineflug” gehandelt. Basierend auf dem Gerücht, wonach es sich möglicherweise eben doch nicht um einen gesetzlich erlaubten „normalen” Überflug gehandelt hat, steht Bürgermeisterin Dorina Jechnerer seitdem mit dem Chef des Fliegerhorstes in Kontakt.
In der Veröffentlichung auf der städtischen Homepage geht es vornehmlich um das Gerücht, das Manöver stünde im Zusammenhang mit einer Trauung. „Dass die Bundeswehr trainieren muss, dafür haben wir Verständnis. Auch wenn dies im Luftraum über Herrieden erfolgt. Wenn jedoch der Verdacht im Raum steht, dass ein Flugmanöver quasi auf Bestellung für ein Brautpaar durchgeführt wird, besteht Klärungsbedarf“, erklärt die Bürgermeisterin.
Einigkeit besteht zwischen Bürgermeisterin und dem Commodore, „dass der Vorfall untersucht wird”, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Bundeswehr nicht zu gefährden. Dabei kann es sich nur um die Befragung der Piloten handeln, die Flughöhen und die Routen sind über Radaraufzeichnungen bestätigt.
Grundsätzlich wird in der gemeinsamen Veröffentlichung festgestellt, dass Überflüge nur für offizielle Anlässe stattfinden und der Flugbetrieb allgemein nur im Rahmen des regulären Ausbildungs-, Trainings- oder Einsatzflugbetriebes stattfindet. „Sollten diese Regeln nicht eingehalten werden, dann wird ein eventuelles Fehlverhalten geahndet”, heißt es.
Die beiden Piloten hatten Herrieden nicht nur überflogen, sondern hatten über dem Stadtgebiet Kreise gezogen und waren dabei auf bis zu 174 Meter über Boden unterwegs. Das hatte für reichlich Wirbel und Beschwerden bei der Stadt gesorgt. Am vergangenen Mittwoch waren im Bereich von Wassertrüdingen und Ornbau zwei Eurofighter und ein schweres Transportflugzeug Airbus A400M ebenfalls im Tiefflug unterwegs. Beschwerden gab es zu diesem Vorfall aber nicht.