An seiner Belastungsgrenze sieht sich der Tierschutzverein Feuchtwangen und Umgebung sowohl finanziell als auch kapazitätsmäßig: „Ein weiteres Jahr wie 2023 wird der Verein wohl kaum stemmen können“, beklagen Vorsitzender Walter Weihermann und seine Stellvertreterin Karin Sirois.
Habe die Nach-Coronazeit den Schutz vernachlässigter Mitgeschöpfe generell an Grenzen gebracht, so belaste nun neben ständig steigenden Fallzahlen vor allem der rapide Kosten-Anstieg. „Neben den Aufwendungen für Energie sind auch die für Tierfutter, vor allem das häufig für kranke Tiere benötigte Spezialfutter, in die Höhe geschossen“, schreiben die Vorstandsmitglieder in einer Pressemitteilung. Und: „Besonders erschwerend kommt die Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte hinzu, welche die Kosten für notwendige Behandlungen immens nach oben treibt und den Verein finanziell extrem belastet.“
Gerade bei herrenlosen oder vernachlässigten Katzen würden oft ansteckende Krankheiten diagnostiziert, die teure Behandlungen erforderten. Der finanzielle Aufwand dafür bleibe aber oft an den freiwilligen Helfern hängen: „Der Tierschutzverein Feuchtwangen hat im laufenden Jahr 2023 bereits über 20.000 Euro für die tiermedizinische Behandlung und Pflege von ausgesetzten, vernachlässigten, kranken und verletzten Tieren, insbesondere Katzen, aufwenden müssen.“ Jedoch könne nur etwa die Hälfte dieser Summe über Zuwendungen und Mitgliedsbeiträge gedeckt werden.
Derweil verweist Kathrin Bauer, die die Katzenpflegestelle betreut und sich um die Tiere des Feuchtwanger Vereins kümmert, auf die lokal nicht abreißend hohe Zahl von Tieren in erbärmlichem Zustand: Vor kurzem habe sie so viele pflegebedürftige Katzen gleichzeitig in ihrer Obhut gehabt, dass sie sich angesichts ausgeschöpfter Kapazitäten außerstande gesehen habe, weitere Pfleglinge aufzunehmen.
Durchfallerkrankungen, die mehrmals tägliches Putzen und Desinfektionen erfordern, Katzenbabys, die per Hand aufgezogen und alle drei bis vier Stunden mit Spezialnahrung gefüttert werden müssen, eitrige Augen, die ausgewaschen werden müssen sowie die Gabe von Medikamenten – all dies komme zu den täglichen Routinearbeiten hinzu und erfordere viel Zeit in der Pflegestelle.
„Fast nicht mehr zu bewältigen wird diese ehrenamtliche Tätigkeit, wenn auf einen Schlag, wie in der vergangenen Woche aus einem Feuchtwanger Ortsteil erforderlich, sieben Katzen aus verwahrloster Haltung aufgenommen und versorgt werden müssen.“ Hier liege die Vermutung nahe, dass viele Tiere aus Überforderung oder Kostengründen von ihren Besitzern nicht mehr gewollt beziehungsweise vernachlässigt würden.
Um so etwas zu vermeiden appellieren die Feuchtwanger Tierschützer nun an all jene, die über die Anschaffung eines Tieres nachdenken, genau abzuwägen, ob sie dazu zeitlich und finanziell in der Lage sind. Denen, die sich dafür entscheiden, empfehlen die Vereinsverantwortlichen, vorrangig ein Tier aus dem Tierschutz zu adoptieren. Das entlaste nicht nur die Auffangstationen, sondern biete einem verwaisten Tier die Chance auf ein sicheres Zuhause.
Des Weiteren bittet der Tierschutzverein die Halter darum, ihre Tiere – insbesondere Katzen – unbedingt kastrieren zu lassen. Denn nur so lasse sich ein unkontrolliertes Vermehren und damit unnötiges Tierelend vermeiden.
Und weil der Tierschutzverein Feuchtwangen mittlerweile finanziell und kapazitätsmäßig „mit dem Rücken zur Wand“ steht und weitere Belastungen kaum mehr bewältigen kann, bitten die Vorstandsmitglieder ihre Mitbürger um Spenden auf eines der beiden Vereinskonten (Sparkasse Ansbach; IBAN: DE39 7655 0000 0000 0837 90 oder VR Bank im südlichen Franken eG; IBAN: DE58 7659 1000 0001 8628).