„Wanderzirkus“: Wohin mit der Lach- und Schießgesellschaft? | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 27.01.2026 09:42

„Wanderzirkus“: Wohin mit der Lach- und Schießgesellschaft?

Das Schild der Lach- und Schießgesellschaft hängt nun auf der anderen Isar-Seite.  (Foto: Britta Schultejans/dpa)
Das Schild der Lach- und Schießgesellschaft hängt nun auf der anderen Isar-Seite. (Foto: Britta Schultejans/dpa)
Das Schild der Lach- und Schießgesellschaft hängt nun auf der anderen Isar-Seite. (Foto: Britta Schultejans/dpa)

Der Neustart ist geglückt - doch schon wieder macht sich Ungewissheit breit: Nach dem Umzug der legendären Münchner Lach- und Schießgesellschaft aus Schwabing auf die andere Seite der Isar ist unklar, wie es mit der Kabarettbühne dort weitergeht. 

Zwar seien die Programme, die seit Mitte Januar im Kulturzentrum Fat Cat im früheren Gasteig auf die Bühne gekommen seien, erfolgreich und nahezu komplett ausverkauft gewesen, sagt Bühnenchef Till Hofmann. Doch schon Ende September sei wieder Schluss im Fat Cat. 

Dann muss das Kulturzentrum, in dem auch Michael Mittermeiers Club „Lucky Punch“ eine vorübergehende Heimat gefunden hat, ausziehen, weil die Gasteig-Sanierung beginnen soll. Wie Mittermeier und Hofmann hatten viele Kulturschaffende gehofft, es möge noch länger so laufen mit dem Zwischennutzungsprojekt. 

„Risiko der Zwischennutzung“

„Das war immer das Risiko der Zwischennutzung“, sagte Hofmann, der noch nicht weiß, wie und wo es mit seiner Bühne nach diesem September weitergeht, der Deutschen Presse-Agentur. Solange es kein neues Haupthaus gebe, stelle er sich wechselnde Spielstätten vor - „ein bisschen wie ein Wanderzirkus“. 

Erst im November vergangenen Jahres war die Lach- und Schießgesellschaft offiziell mit Musik und einer kleinen Parade umgezogen. Das Leuchtschild mit Aufschrift wurde abgeholt und am Zwischennutzungs-Kulturzentrum wieder angebracht. 

Der neue und alte Chef Hofmann hatte den Umzug initiiert und damit einen klaren Schnitt gesetzt, nachdem die legendäre Kabarettbühne von Dieter Hildebrandt und Co. jahrzehntelang in Schwabing verwurzelt gewesen war. Hofmann war schon mal Chef, einst im Streit gegangen - und kehrte dann zurück. 

Mit dem Umzug kam viel Publikum

Und auch das war nicht der erste Neustart in jüngerer Vergangenheit. Im November 2024 war die Lach- und Schießgesellschaft an ihrem Stammhaus in Schwabing mit viel Nostalgie und in Anwesenheit von Hildebrandts Witwe Renate wiedereröffnet worden. Zuletzt aber wurde dort kaum noch gespielt. 

Mit dem Umzug raus aus Schwabing kam auch viel Publikum, wie Hofmann der dpa sagte. Allein an einem Abend mit dem legendären Kabarettisten Gerhard Polt zusammen mit dessen österreichischem Kollegen Josef Hader hätte die Lach- und Schießgesellschaft zweimal die OIympiahalle füllen können, sagt Hofmann. So groß sei die Nachfrage gewesen. Bei dem Auftritt der beiden auf der kleinen Bühne im Fat Cat mussten viele, die noch auf ein Last-Minute-Ticket gehofft hatten, draußen bleiben. 

Im Publikum saß auch der ein oder andere Prominente: Ottfried Fischer zum Beispiel, der früher auch in der Lach- und Schießgesellschaft aufgetreten ist - und sein Nachbar Mittermeier, der ebenfalls noch keine Ahnung hat, wo der Club hinziehen soll, wenn das Fat Cat nicht mehr (im Gasteig) ist.

© dpa-infocom, dpa:260127-930-601898/1


Von dpa
north