Die Theatergruppe Langfurth reizt die Lachmuskeln des Publikums | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 14.01.2026 08:05

Die Theatergruppe Langfurth reizt die Lachmuskeln des Publikums

Die drei Schwerenöter ahnen beim Date mit ihren auf jung getrimmten Frauen noch nichts vom Komplott.  (Foto: Friedrich Zinnecker)
Die drei Schwerenöter ahnen beim Date mit ihren auf jung getrimmten Frauen noch nichts vom Komplott. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Die drei Schwerenöter ahnen beim Date mit ihren auf jung getrimmten Frauen noch nichts vom Komplott. (Foto: Friedrich Zinnecker)

Bei der 20. Aufführung der Theatergruppe Langfurth wurden in der restlos gefüllten Schulaula die Lachmuskeln des Publikums sowohl bei einem Einakter als auch bei einem Dreiakter mächtig strapaziert. Spielleiterin Birgit Wagner hatte die jeweils passende Rolle für alle Aktiven gefunden.

Zum Auftakt des kurzweiligen Theaterabends wurde „Eine märchenhafte Vereinsfeier“ – der Einakter stammt aus der Feder von Manfred Stanzel – auf Vorschlag des Vorstandes des Schützenvereins geplant. Denn das gewohnte Schema bei Vereinsfeiern soll durchbrochen werden. Aber Vorsitzende Hilde (Katrin Reichert) und ihre Stellvertreterin Heidi (Nelly Reichert) haben es schwer, die „Mitglieder und Mitgliederinnen“ von ihrem Ansinnen zu überzeugen.

Plötzlich kommt alles ganz anders

Schriftführerin Käthe (Gertraud Reuter) agiert als Regisseurin zwar resolut, hat es aber schon bei der Rollenverteilung schwer. Während Jugendleiterin Marion (Lisa Tremel) immer wieder beherzt ansetzt, den Text zum Stück vorzulesen, findet Kassier Franz (Ralf Preikschat) zunächst alles nur blöd. Die energische und eitle Wally (Florentine Engelhardt) und der mit überschaubarem Geist ausgestattete Seppi (Christoph Lechler) sind als Beisitzer mit ihrer Wortwahl nicht gerade zimperlich. Bei den Proben tritt das befürchtete Fiasko noch nicht ein, aber bei der Premiere kommt dann doch alles ganz anders.

Beim Dreiakter „Agentur Manpower“ von Jasmin Leuthe haben die drei geschäftstüchtigen Frauen Vroni (Lara Gremme), Mathilde (Silvia Engelhardt) und Mariele (Kerstin Seidel) eine zündende Idee. Sie vermieten ihre Männer Alfred (Simon Schäffler), Franz (Torsten Schaubeck) und Heiner (Marcus Broll) für diverse Arbeiten. Die Assistenz der Geschäftsleitung Heidi (Lucie Seidel) hat vom Dachdecken über das Schrauben an Autos bis hin zu „Omas Füße waschen“ alles im Angebot. Allerdings bleibt trotz „brainstorming“ der studierten Raumoptimierungsdesignerin unklar, ob das benötigte Internet in Metern oder in Kilogramm bestellt werden muss.

Ein Anflug von Frühlingsgefühlen

Plötzlich verspüren die braven Ehemänner Frühlingsgefühle. Nach einem Komplott kommt es zum Treue-Test beim Dreier-Date der Schwerenöter mit vermeintlichen feschen jungen Frauen. Die vorher beim jungen Leo (Jakob Meyer) absolvierten Tanzstunden erinnern an John Travolta, wie Franz ausdrucksstark vorführt. Leo wiederum kann beim Buhlen um die Gunst von Heidi seinen Sprachfehler samt „Kuskelmater“ nicht verbergen.

Dazwischen verursachen die ewig nervende Nachbarin Frieda als Stammkundin (Barbara Gremme) und der auf der Suche nach einem Interview stets mit Block bewaffnete Reporter Fritz (Kevin Engelländer) mit ihrem Auftauchen nur noch mehr Durcheinander. Wie eine Bootsfahrt auf der Sulzach Gefühle nach Venedig weckt, wessen Gehirn auf Stecknadelkopfgröße geschrumpft ist und ob man Autos in der Spülmaschine waschen kann – das erfährt das Publikum am Freitag, 16. Januar, um 17.30 Uhr sowie am Samstag, 17. Januar, um 19 Uhr bei den letzten beiden – bereits ausverkauften – Aufführungen.

Stürmischer und langanhaltender Beifall belohnte alle 17 Aktiven für ihre gelungene Vorstellung. Die Souffleusen Maya Schäff und Birgit Wagner hatten kaum Einsätze, hob Theaterchef Christoph Lechler beim Dank an alle Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen hervor. Die installierte neue Lautsprecheranlage komme künftig auch der Schule zugute, hieß es.


Von FRIEDRICH ZINNECKER
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