Seit Jahresbeginn werden die Kirchen St. Gumbertus und St. Johannis in der Altstadt sowie St. Ludwig in der Neuen Auslage am Abend nicht mehr beleuchtet. Dafür hat nicht jedermann Verständnis, doch die Stadt hält an ihrem Stromspar-Konzept fest.
Der Grund für die Abschaltung der Beleuchtung war Anfang des Jahres zunächst eine bundesweit geltende Verordnung, wonach die Gemeinden und Kommunen zur Energieeinsparung verpflichtet waren. Als die im April auslief, fuhren einige Städte die Beleuchtung ihrer markanten Fassaden wieder hoch. Andere wie Ansbach beließen es dabei.
„Es war für mich sehr befremdlich, dass nicht einmal zum Stadtfest und zur Bachwoche eine Ausnahme gemacht wurde“, monierte FLZ-Leser Gerhard Till, der zudem die Frage aufwarf, ob man mit der Abschaltung nicht auch signifikant an Außenwirkung verliere. In Sachen Tourismus hinke die Stadt ja ohnehin hinterher.
Oberbürgermeister Thomas Deffner legte die Beweggründe der Stadt ausführlich dar. Als „schön und wünschenswert“ empfindet auch Deffner eine abendliche Beleuchtung der drei Kirchen St. Johannis, St. Gumbertus und St. Ludwig, allein „die aktuelle Lage auf dem Energiemarkt“ mache eine Abschaltung notwendig.
„Natürlich geht es hier zum einen um das Signal an die Bürger, dass auch die Stadt Ansbach, wie alle Privathaushalte, Energie sparen muss.“ Neben der Symbolik führte Deffner aber auch handfeste Gründe auf, warum die drei Stadtkirchen nicht mehr angestrahlt werden.
Es geht dabei um die Leuchtmittel, die an den drei historischen Fassaden Verwendung finden. So werden die Kirchen „nicht von stromsparenden LED-Strahlern, sondern von konventionellen Metalldampflampen mit je 250 Watt beleuchtet“, erklärt Deffner.
In diesem Zusammenhang weist der Oberbürgermeister sogar auf die theoretische Gefahr eines „Brown-outs“ hin – die Vorstufe eines totalen Stromausfalls.
„Um zur Verhinderung eines solchen Szenarios beizutragen, ist aus unserer Sicht jede eingesparte Kilowattstunde wichtig.“ Zudem trügen die Sparmaßnahmen dazu bei, den Strompreis stabil zu halten.
Die bereits davor erfolgte Abschaltung der Beleuchtung des Schlosses hat die Stadt nicht zu verantworten, die geschah auf ausdrücklichen Wunsch der bayerischen Staatsregierung, stellte Rathauschef Thomas Deffner fest.
Der FLZ-Leser Gerhard Till fände es unterdessen schade, wenn „in der jetzt beginnenden dunklen Jahreszeit und vor allem während der Weihnachtszeit unsere schönen historischen Gebäude nicht zu einer besonderen Stimmung in der durch viele Krisen belasteten Zeit beitragen könnten“.