Was fressen Bienen im Winter? – So geht es dem Nutztier in Westmittelfranken | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 08.10.2026 11:25

Was fressen Bienen im Winter? – So geht es dem Nutztier in Westmittelfranken

Ulrich Bauer vom Imkerverein Höchstadt/Aisch und Umgebung e.V. zeigt Wildlebensraumberater Hermann Willfarth vom AELF Fürth-Uffenheim wie die Bienen im Bienenstock nach der Honigernte gefüttert werden. (Foto: Anja Herrmann)
Ulrich Bauer vom Imkerverein Höchstadt/Aisch und Umgebung e.V. zeigt Wildlebensraumberater Hermann Willfarth vom AELF Fürth-Uffenheim wie die Bienen im Bienenstock nach der Honigernte gefüttert werden. (Foto: Anja Herrmann)
Ulrich Bauer vom Imkerverein Höchstadt/Aisch und Umgebung e.V. zeigt Wildlebensraumberater Hermann Willfarth vom AELF Fürth-Uffenheim wie die Bienen im Bienenstock nach der Honigernte gefüttert werden. (Foto: Anja Herrmann)

Wildlebensraumberater Hermann Willfarth vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim besuchte den Imkerverein Höchstadt und Umgebung e.V.. ER machte sich ein Bild von den Themen, die Imker aktuell bewegen.

Auf dem 4000 Quadratmeter großen Gelände des Imkervereins Höchstadt und Umgebung im Südosten von Höchstadt stehen nur die Bienenkästen der heimischen Honigbiene. Hier tummeln sich neben Schmetterlingen, Schwebfliegen und anderen Insekten auch Wildbienen, die im sandigen Boden rund um das Vereinshaus ihre Nester gebaut haben. Auch ein Insektenhotel darf auf so einem Gelände natürlich nicht fehlen.

Ulrich Bauer, aktives Vorstandsmitglied des Imkervereins, hat 24 Bienenvölker, bezeichnet sich aber immer noch als Hobby- oder Freizeitimker. Aktuell bereiten sich die Bienen auf den bevorstehenden Winter vor, erklärt der Imker. Er selbst hat dieses Jahr einen Großteil des Honigs in den Bienenstöcken gelassen. Zum einen, um den Bienen im Winter mehr eigene Nahrung zu überlassen, zum anderen, weil der Honig zum Teil im Verwandten- und Bekanntenkreis verschenkt wird.

Mischhonig jetzt gekennzeichnet

„Es gibt nicht genügend Kunden, die für ein Glas Honig sieben Euro bezahlen wollen, wenn sie im Supermarkt für den gleichen Preis die doppelte Menge bekommen. Damit können wir Imkerinnen und Imker nicht mithalten.” Jedoch sind diese meist Mischhonige aus der EU und aus Nicht-EU‑Ländern. Bisher musste dieser Honig lediglich damit gekennzeichnet sein.

Seit Juni 2026 gibt es eine neue Verordnung. Jetzt müssen die Herkunftsländer benannt und auch der prozentuale Anteil in absteigender Reihenfolge aufgelistet werden. Somit wird für Verbraucherinnen und Verbraucher transparent, woher der Honig stammt, und ob es sich um Mischungen handelt. Mit dem Kauf von regionalem Honig, der nicht gemischt wird, sondern nur aus deutscher Produktion, meist sogar nur aus der Honigernte eines Imkers besteht, unterstützen die Kunden die Imkerinnen und Imker. Indirekt über die Bienenvölker fördern sie auch die Bestäubung der heimischen Pflanzenwelt und damit auch die Produktion heimischer Obst- und Gemüsesorten, wird in der Pressemitteilung des Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim erklärt.

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„Die Verbreitung wird sich wohl nicht aufhalten lassen“, so Bauer. „Wir können nur versuchen, die Geschwindigkeit einzudämmen, indem wir die Nester finden und gleichzeitig daran forschen, welche Möglichkeiten es gibt, um diese Hornissenart zu bekämpfen.“

Die europäische Hornisse steht jedoch weiterhin unter Naturschutz. Sie ist auch deutlich weniger aggressiv und stellt für die Honigbiene keine Existenzgefährdung dar. Die etwas kleinere asiatische Hornisse – erkennbar auch an ihren gelben Beinen – kann der Honigbiene durchaus gefährlich werden. Gerade im Herbst, wenn sich andere Insekten zurückziehen oder sterben, brauchen die asiatischen Hornissen für ihre Sekundärnester mit mehreren Tausend Bewohnern noch eine beachtliche Menge Futter und fangen die Honigbienen vor den Bienenkästen im Flug ab.

Kein Bienenvolk ohne Varroamilbe

Die dritte Herausforderung für die Imker besteht bereits seit 40 Jahren und wird sie wohl auch weiterhin beschäftigen. Die Varroamilbe kann ein Volk so sehr schwächen, dass es den Winter nicht überlebt. Imker müssen daher ihre Völker regelmäßig gegen die Milbe behandeln. „Wer die Milbe nicht bekämpft, erweist anderen Imkern einen Bärendienst“, betont Ulrich Bauer. Denn geschwächte Völker werden von anderen Bienen heimgesucht. Dabei überträgt sich die Milbe auf die noch gesunden Bienen und diese tragen die Milbe in ihren eigenen Stock. Und der Kreislauf beginnt von vorn.

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ trat im August 2019 in Kraft. Es war das erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte Bayerns. Wer heute daran denkt, hat meist sofort die Honigbiene im Kopf. Das Volksbegehren setzte sich jedoch für die Rettung der gesamten Insektenwelt ein. Die Biene war das populärste Insekt, mit dem man sich am besten identifizieren konnte. Für den Erhalt der Artenvielfalt sind jedoch alle Insekten wie auch die Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und viele mehr wichtig. Sie alle leisten in der Natur Erstaunliches und erhalten durch ihre Bestäubung Millionen an Pflanzen. Umso wichtiger ist es auch heute noch, dass die Lebensräume für Insekten erhalten bleiben, Blühflächen geschaffen werden und heimische Stauden und Pflanzen für die Insekten zur Verfügung stehen. Letztendlich eine Win-Win-Situation für Mensch und Tier.

Fakten zur Honigbiene

Laut dem Landesverband der Bayerischen Imker e.V. gibt es in Bayern rund 42.000 Imkerinnen und Imker mit ungefähr 280.000 Bienenvölkern. Jedes Volk hat eine Königin und im Sommer um die 50.000 Arbeitsbienen, das macht eine Billion 400 Milliarden Bienen allein in Bayern. Um ein Glas Honig zu sammeln, müssen die Bienen um die zwei Millionen Pflanzen anfliegen und bestäuben dabei zwischen sieben und acht Millionen Blüten in einem Radius von 50 km². Die Bestäubungsleistung der Honigbienen ist daher ein wichtiger Faktor für die Landwirtschaft und für die Ertragsleistung von Nutzpflanzen aller Art. Ulrich Bauer schätzt, dass durch die Bestäubungsleistung der Bienen den Landwirten ein Zusatzertrag von 10 bis 15 Prozent bei gleichbleibendem Arbeitsaufwand beschert wird. Der wirtschaftliche Nutzen der Bienen mit ihrer Bestäubung der Pflanzenwelt ist enorm. Er wird allein für Deutschland auf mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Der Deutsche Imkerbund e.V. nennt die Honigbiene das drittwichtigste Nutztier neben dem Rind und dem Schwein in Deutschland.

Aufgaben der Wildlebensraumberater

Wildlebensraumberater an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beraten, koordinieren und unterstützen Landwirte, Jäger, Naturverbände und Kommunen bei Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume für heimische Tiere und Pflanzen. Sie haben dabei sowohl die Interessen der Landwirtinnen und Landwirte als auch die Bedürfnisse der zu schützenden Tier- und Pflanzenarten im Blick.

Der Wildlebensraumberater unterstützt bei der Beantragung von Förderungen, um die Kulturlandschaft und deren Vielfalt zu erhalten. Lebensräume wie Blühflächen, Hecken, Streuobstwiesen oder Winterbegrünung tragen zur biologischen Vielfalt bei und erhalten so das ökologische Gleichgewicht.

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