Seinen 100. Geburtstag hat Ernst Gögelein in Dinkelsbühl gefeiert. Was ist das Rezept, um so alt zu werden? „Ich hielt mich stets an eine solide Lebensweise“, antwortet der Jubilar augenzwinkernd.
Ernst Gögelein wurde in Feuchtwangen-Steinbach als einziges Kind des Landwirtsehepaars Gögelein geboren. Als er gerade vier Jahre alt war, starb sein Vater. Ernst Gögelein besuchte die siebenklassige Volksschule in Tauberschallbach. Seine Mutter und sein Stiefvater führten die Landwirtschaft zusammen mit ihm.
Mit 17 Jahren wurde Ernst Gögelein zum Reichsarbeitsdienst einberufen. Dann wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Er diente bei einer berittenen Gebirgsdivision, kämpfte in Albanien und in der Ukraine.
Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs geriet er an seinem 20. Geburtstag in russische Gefangenschaft. Er musste in Polen in einem Kohlebergwerk arbeiten. Mit Ausnahme einer Malaria-Erkrankung überstand Ernst Gögelein die Kriegsjahre aber weitgehend unversehrt und kehrte im Juni 1949 in die Heimat zurück.
1951 heiratete er Paula Steinbauer. Das Paar hat zwei Töchter und zwei Söhne. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde Zug um Zug vergrößert und mit neuen Maschinen aufgewertet. Als sein großes Hobby bezeichnet Ernst Gögelein die Waldarbeit. Er wirkte bei der Flurbereinigung mit und beteiligte sich gern an Treibjagden. Zudem liebte er seinen Garten und seine Obstbäume. Er war zweiter Kommandant der Feuerwehr, Mitglied im Obst- und Gartenbauverein sowie im Soldaten- und Kriegerverein Vorderbreitenthann.
Im Rentenalter unternahm er mit seiner Frau gerne Busreisen in die nähere und weitere Umgebung. Von der Fahrt ans Nordkap erzählt er noch heute. 2011 feierte das Ehepaar die Diamantene Hochzeit, nur wenig später verstarb Paula Gögelein. Nach einem Krankenhausaufenthalt 2023 zog Ernst Gögelein ins Stephanusheim in Dinkelsbühl. Hier fühle er sich wohl und sei mit der Betreuung sehr zufrieden, sagt er.
Der gesellige und rüstige Hundertjährige hat oft Besuch und nutzt die Unterhaltungsmöglichkeiten im Heim. Er nimmt an den wöchentlichen Gottesdiensten teil, liest die Fränkische Landeszeitung und informiert sich über die Nachrichten im Fernsehen. Zum Geburtstag gratulierte ihm seine Großfamilie, die mittlerweile neun Enkel und 17 Urenkel umfasst. Glückwunschschreiben sandten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.
Im Namen des Landkreises Ansbach gratulierte Kreisrat Manfred Scholl, seitens der Stadt Dinkelsbühl Bürgermeisterin Nora Engelhard sowie für den Bayerischen Soldatenbund Bezirksvorsitzender Ralf Omesdahl.