Selbst nachts fallen die Temperaturen nicht unter 20 Grad, die ersehnte Abkühlung bleibt aus: In tropischen Nächten wird es in vielen Betten etwas zu kuschelig.
Eigentlich ist eine Temperatur um 18 Grad für das Schlafzimmer optimal, wie der Schlafmediziner Michael Sommerauer vom Universitätsklinikum Bonn sagt. Wer im Dachgeschoss wohnt oder ein Schlafzimmer zur Südseite hat, kann da während Hitzewellen nur müde lächeln.
„Bleibt das Schlafzimmer dauerhaft über 25 Grad warm, leidet die Schlafqualität messbar“, so Sommerauer. Wenn der Körper nachts nicht genug Wärme abgeben kann, fällt nicht nur das Einschlafen schwerer. Auch der Schlaf an sich wird dem Schlafmediziner zufolge oberflächlicher. Die wichtigen Tiefschlafphasen fallen kürzer aus, wir wachen häufiger auf - und fühlen uns am nächsten Morgen oft wie überfahren.
Immerhin: Ein paar Dinge können wir tun für bessere Nächte während Hitzewellen.
Schon ohne viel Anstrengung läuft der Schweiß: An Hitzetagen ersehnen viele die erfrischende Dusche am Abend - auch, um den Mief des Tages abzuspülen. Die Dusche sollte aber nicht zu kalt ausfallen, dann drohen Kreislaufprobleme, so das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf seinem Portal „Klima Mensch Gesundheit“. Besser: lauwarm abbrausen.
Wer aus der Dusche gestiegen ist, rubbelt den Körper nun besser nicht akribisch mit einem Handtuch ab, sondern lässt ihn an der Luft trocknen, wie Michael Sommerauer rät. Verdunstet Wasser auf unserer Haut, entzieht das dem Körper Wärme.
Damit das angenehme Gefühl der Abkühlung einem auch im Bett noch erhalten bleibt, gibt der Schlafmediziner den Tipp: „Schlafanzug oder Kirschkernkissen vor dem Schlafengehen kurz kühlen.“
Alternativ kann man auch eine Wärmflasche, gefüllt mit kaltem Wasser, mit ins Bett nehmen oder feuchte Tücher auf Stirn, Unterschenkel und Unterarme legen, so der Rat des BIÖG.
Gut, wenn sich der Raum, in dem man schläft, möglichst wenig aufheizt. Die wichtigste Regel lautet daher: Dann lüften, wenn die Luft draußen kühler ist als drinnen - also am frühen Morgen und am späten Abend. Wenn möglich, reißt man gegenüberliegende Fenster auf, um Durchzug zu schaffen. Tagsüber hingegen bleiben die Fenster zu. Der Raum sollte dabei verschattet werden, etwa durch eine (Außen-)Jalousie oder eine Gardine.
Und was bringt nachts etwas Erfrischung? Wer sich von den Geräuschen nicht gestört fühlt, kann den Ventilator im Schlafzimmer laufen lassen. Das Gerät kühlt zwar - anders als eine Klimaanlage - nicht die Raumluft, hilft aber dabei, kühlere Luft im Raum zu verteilen, so das BIÖG. Plus: Der leichte Luftzug auf der Haut, entzieht dem Körper Wärme.
Ist es im Schlafzimmer dennoch nicht auszuhalten, kann die Lösung sein, das Nachtlager vorübergehend im kühlsten Raum der Wohnung aufzuschlagen.
Bettwäsche, Nachthemden oder Schlafanzüge aus Kunstfasern sind in tropischen Nächten keine gute Wahl. Diese Materialien sind nämlich nicht atmungsaktiv. Es stellt sich also schnell das „Igitt!“-Gefühl ein, im eigenen Schweiß zu liegen, zudem staut sich die Wärme.
Die bessere Wahl - sowohl für Bettbezüge als auch für die Nachtwäsche - sind Naturmaterialien wie Baumwolle, leichte Leinenstoffe oder Seide, so das BIÖG. Sie sind atmungsaktiv, wodurch die Wärme besser vom Körper abtransportiert und Schweiß besser verdunsten kann.
Wer es unter der Bettdecke nicht aushält, kann in warmen Nächten zudem unter einem leeren Bettbezug oder einem Baumwoll-Laken schlafen.
© dpa-infocom, dpa:260728-930-449070/1