Hochbetrieb auf der Anlage des Gebrauchs- und Schutzhundevereins Dietenhofen (Landkreis Ansbach): Bei der Clubschau des Deutschen Clubs für Bullterrier (DCBT) präsentierten Halterinnen und Halter aus ganz Deutschland und sogar aus dem europäischen Ausland knapp 400 Hunde.
In über 50 Einzelwettkämpfen wurden Hunde der Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Miniatur Bullterrier und Staffordshire Bullterrier gezeigt. Höhepunkt der Veranstaltung war die Hundertjahr-Schau, mit der gleichzeitig das 100-jährige Bestehen des DCBT gefeiert wurde. Besonders diese Konkurrenz sorgte für außergewöhnlich gute Meldezahlen und damit auch für ein hohes Ausstellungsniveau.
„Der DCBT besteht aus fünf Landesverbänden, die turnusmäßig die jährliche Clubschau ausrichten“, erläuterte der Vorsitzende Alexander Hagen Hecht aus dem hessischen Hofbieber. Diesmal sei der Landesverband Süd an der Reihe gewesen und habe sich einmal mehr für die Austragung auf dem Gelände in Dietenhofen entschieden.
Eine gute Wahl, fand Hecht: „Hervorzuheben sind hier nicht nur die außergewöhnlich schöne und gepflegte Anlage, sondern auch die gute Zusammenarbeit zwischen dem gastgebenden Gebrauchs- und Schutzhundeverein und der DCBT-Landesgruppe Süd.“ Hinzu kämen die gute regionale Küche und die Nähe zum Flughafen. „Wir fühlen uns hier wohl.“
Deutschland ist eine der in Europa führenden Nationen bei der Zucht von Miniatur Bullterriern. „Bei den American Staffordshire Terriern, Bullterriern und Staffordshire Bullterriern steht uns allerdings durch das für diese Rassen geltende, deutschlandweite Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz nur eingeschränktes Zuchtmaterial zur Verfügung“, bedauerte Hecht.
American Staffordshire Terrier und Staffordshire Bullterrier zählen in Bayern zu den Kampfhunden der Kategorie eins, deren Gefährlichkeit immer vermutet wird. Ihre Haltung ist daher erlaubnispflichtig.
Bullterrier gehören zur Kategorie zwei. Ihre Besitzer müssen durch ein Negativzeugnis nachweisen, dass die Tiere nicht aggressiv sind. Nur für die Miniatur Bullterrier gelten keinerlei Beschränkungen.
Unter den anwesenden Hundehalterinnen und -haltern war man sich allerdings einig, dass alle der vom DCBT vertretenen Rassen ihr schlechtes Image völlig zu Unrecht hätten. „Das sind charakterlich völlig friedliche Hunde, und auch bei der angeblich hohen Beißkraft der Bullterrier handelt es sich um ein Märchen“, lautete beispielsweise die Erfahrung des Landesgruppen-Hauptzuchtwarts Hans Schmidt.
Gerade Schauen wie diese belegten das gutmütige Wesen eindrucksvoll: „Auch wenn 20 Tiere gleichzeitig vorgeführt werden, zeigt sich keines aggressiv“, erklärte Hans Schmidt.
Der Treuchtlinger züchtet Bullterrier und Miniatur Bullterrier und führt als Sachverständiger Wesenstests durch. Dabei konfrontiert er die Tiere mit typischen Alltagssituationen und beobachtet, wie sie auf Jogger, Radfahrer, Kinderwagen oder andere Hunde reagieren. Gibt es Probleme, dann verhängt er Leinen- oder Maulkorbzwang.
Eine besonders weite Reise hatten Sally Hermans und ihr Sohn Sean auf sich genommen. Um ihren weißen Bullterrier Rambo zu zeigen, waren sie extra aus dem belgischen Hasselt nach Dietenhofen gekommen und blickten auf ein erfolgreiches Wochenende zurück.
Rambo gewann drei Medaillen. Unter anderem gewann Sean mit Rambo die Goldmedaille im „Junior Handling“ – dem Vorführen eines Hundes durch einen Jugendlichen. Seinem Namen mache ihr Rambo absolut keine Ehre, ganz im Gegenteil, erläuterte Sally Hermans. „Er ist der liebste und freundlichste Hund. Er ist verspielt und nicht aus der Ruhe zu bringen.“ Sein Spitzname sei daher Pfannkuchen. „Weil er so süß ist.“
Sehr zufrieden war nach zwei Wettkampftagen auch Hans Schmidt. Sein Miniatur Bullterrier T-Rex vom Kaiserstuhl wurde zum Ende der Veranstaltung hin zum besten Hund der gesamten Schau gekürt. Der Rüde überzeugte das international besetzte Preisgericht vor allem durch seine rassetypisch proportionierte und harmonische Körperform.