Nach der Schließung verschiedener Arztpraxen in Uffenheim haben längst nicht alle einen neuen Hausarzt gefunden, sagte Bürgermeister Wolfgang Lampe. Die Stadt reagierte und baute gemeinsam mit der jetzigen Geschäftsführerin Gabriele Dostal und einem Bauträger das Ärztezentrum Uffenheim (AZU) auf. Am Freitag wurde dieses nun eingeweiht.
Aber nicht nur die Einweihung der neuen AZU-Heimat an der Wiesenstraße 10 wurde gefeiert, sondern auch ein Jahr Ärztezentrum. Denn die Mediziner Julian Zeilner und Dr. Wolfgang Barz hatten mit ihrem Team zuvor bei der Heiligenfeldklinik ein Übergangsdomizil gefunden, wofür Lampe in seiner Rede noch einmal ausdrücklich dankte. Denn: „Diese Unterstützung war alles andere als selbstverständlich. Ohne diese pragmatische und kollegiale Lösung hätten wir den Betrieb nicht so reibungslos aufnehmen können.”
Trotzdem war der Freitag „ein ganz besonderer Tag”, wie der Bürgermeister betonte: „Wir eröffnen offiziell den Neubau, wir feiern den Abschluss der Bauphase und den Umzug in diese neuen, modernen Räumlichkeiten, der zum Jahreswechsel erfolgreich stattgefunden hat.” Schon seit ein paar Tagen ist die Praxis nun in der Wiesenstraße 10 zu finden – und der ärztliche Leiter Julian Zeilner ist mit den ersten Tagen schwer zufrieden.
„Sie waren sehr besucherstark”, viele neue Patientinnen und Patienten seien gekommen. Neupatienten seien aber weiterhin willkommen, „wir haben keinen Annahmestopp”, betonte Zeilner im Gespräch mit unserer Redaktion. Und auch allerlei Viren hätten die Praxis schon beschäftigt: Grippe, Corona, Noro und sogar Rhino. Außerdem steht schon neue Verstärkung bereit: Frances Sonnenberg. Sie absolviert derzeit noch ihre fachärztliche Weiterbildung und will sich danach dem AZU anschließen.
Das Zentrum ist also die Reaktion der Stadt auf die Schließung verschiedener Arztpraxen in Uffenheim. Viele Bürgerinnen und Bürger standen plötzlich ohne Hausarzt da, erläuterte Wolfgang Lampe. „Auch wenn dies von dem einen oder anderen bestritten wird, ist der Fakt eindeutig: Trotz des AZU gibt es nach wie vor einen freien Arztsitz in Uffenheim, der über die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns ausgeschrieben ist. Das zeigt sehr deutlich, wie angespannt die Versorgungslage ist – und dass wir uns dieser Realität stellen müssen.”
Die Stadt Uffenheim habe diese Herausforderung sehr bewusst angenommen. „Während viele andere Kommunen noch zögern oder abwarten, haben wir Verantwortung übernommen”, so der Bürgermeister. „Und wir sehen heute: Wir sind mit diesem Weg nicht allein – viele Kommunen ziehen inzwischen nach.”
Das AZU befinde sich noch in der Aufbauphase, denn das Zentrum sei erweiterungsfähig, so Lampe. Direkt nebenan stehen weitere Praxisräume zur Verfügung, im Obergeschoss sind Wohnungen außerdem so konzipiert, „dass sie jederzeit in Praxisräume umgewandelt werden können. Das ist vorausschauende Planung.” Gespräche mit potenziellen Kandidaten liefen.
Der Bürgermeister erinnerte daran, dass das Projekt bei weitem kein Selbstläufer gewesen sei. „Der Weg bis hierher war lang und sehr steinig. Es gab Diskussionen, Zweifel, Gegenwind – und es gab Entscheidungen, die Mut erfordert haben.” Er sei froh, so Lampe, dass der Stadtrat mehrheitlich diesen Weg mitgetragen habe. Auch AZU-Geschäftsführerin Dostal dankte dem Stadtrat für die gute Zusammenarbeit – „das ist nicht selbstverständlich”.
Lampe und Dostal dankten außerdem der Managerin der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Südlicher Steigerwald, Jutta Höfler. Durch einen Zuschuss habe die LAG die Anschaffung verschiedener Einrichtungsgegenstände ermöglicht. Lampe: „Solche Förderprogramme sind ein wichtiger Baustein, um kommunale Projekte nicht nur zu realisieren, sondern auch hochwertig auszustatten.” Dostal lobte zudem, dass Höfler das AZU erfolgreich „durch die Irrwege der Förderungen” gelotst habe.
Planer Reiner Krämer zeigte sich ebenfalls hochzufrieden, wie aus einem geplanten Wohnhaus „spontan” ein Gebäude geschnitzt wurde, das auch als Ärztezentrum taugt und trotzdem noch Wohnraum bietet. Der Bauzeitenplan wurde eingehalten. Krämers Fazit: „Hat alles gepasst.”
Landratsstellvertreterin Ruth Halbritter fand es für den gesamten Landkreis „beruhigend zu sehen, dass hier in Uffenheim so etwas Gutes geschieht”. Eine gute ärztliche Versorgung sei nun gesichert, schließlich brauchten Menschen in jedem Alter einen Hausarzt. Bislang habe sie auch nur Gutes vom AZU gehört. Dass das Ärztezentrum in die gesamte Region ausstrahlt, hat nicht zuletzt die hohe Bürgermeisterdichte bewiesen: Fast alle Amtsinhaber aus der Region Uffenheim schauten beim Festakt vorbei. Dem schloss sich ein sehr gut besuchter Tag der offenen Tür an.
Entsprechend verwundert es wenig, dass Uffenheims Bürgermeister Lampe bei der offiziellen Eröffnung noch einmal ins Schwärmen geriet: „Das AZU ist mehr als ein Gebäude. Es ist ein Zeichen dafür, dass eine Kommune Verantwortung übernimmt. Es ist ein Zeichen für Zusammenarbeit, für Durchhaltevermögen und für den Willen, Lösungen zu schaffen, auch wenn sie nicht einfach sind.” Das AZU sei eine Teamleistung.
Der Stadt und allen Partnern sei es gelungen, „nicht nur eine kurzfristige Lösung zu finden, sondern eine tragfähige Struktur, die mit den Anforderungen der Zeit wachsen kann”. In den vergangenen Monaten sei vom AZU-Team Enormes geleistet worden: ein neuer Standort, neue Strukturen und neue Abläufe. Lampe: „Das ist ein wichtiger und richtiger Schritt für die Daseinsvorsorge in Uffenheim.”