In Vianden in Luxemburg fand erstmals ein Rennen der UCI Gravel World Series statt. Die knüppelharte Weltcup-Premiere lockte ein stark besetztes, internationales Starterfeld an, darunter auch zahlreiche (Ex-)Profis – und zwei Fahrer der RSG Ansbach.
Gefahren wurden zwei Distanzen: 70 Kilometer mit 1200 Höhenmetern und 115 Kilometer mit 2000 Höhenmetern. Auf der Langdistanz bestand die Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Da galt es dann, die Hinterräder von einstigen Weltklasse-Straßenfahrern zu halten: Leuten wie Thomas De Gendt (Etappensiege bei allen drei großen Landesrundfahrten) oder Greg Van Avermaet (Olympiasieger 2016, Sieger Paris-Roubaix 2017).
Auch mit dabei: Christopher Schuh auf der Kurzdistanz und Sebastian Hohenstein (beide RSG Ansbach/ Team Radhaus) auf der langen Strecke. Schon der Rennstart hatte es in sich: Ohne Einrollphase ging es in einen über zehn Kilometer langen Anstieg mit Steigungen von bis zu 20 Prozent.
Diese harte Eröffnung prägte das Rennen. Sofort zog sich das Feld auseinander, taktisches Gruppenfahren war kaum möglich. Die Strecke erwies sich als extrem selektiv.
Nach dem Auftakt folgte eine anspruchsvolle Downhill-Passage auf losem Schotter, gefolgt von schmalen, verwinkelten Wegen entlang der Our. Nach etwa 23 Kilometern wechselte die Strecke auf die deutsche Seite des Flusses. Dort warteten weitere Höhenmeter, Trails, ruppige Abfahrten, Schlammpassagen und sogar Flussdurchquerungen – technisch höchst anspruchsvoll und kräftezehrend.
Christopher Schuh bewältigte die 70-Kilometer-Strecke mit zwei luxemburgischen und einer deutschen Runde souverän und erreichte nach 2:45:53 Stunden den starken 9. Platz in der Gesamtwertung. Der Sieger war nach 2:19:34 std im Ziel.
Sebastian Hohenstein stellte sich der vollen Distanz mit drei luxemburgischen und zwei deutschen Runden. Er war 4:31:03 std unterwegs. Es fehlten ihm als 505. letztlich weniger als 18 Minuten zur Qualifikation für die WM. Dennoch eine respektable Leistung angesichts der Bedingungen und der hochklassigen Konkurrenz. Der Sieger war nach 3:27:40 std im Ziel, Van Avermaet fuhr in 3:30:48 std auf Platz 14.
Die staubige Strecke, die extreme Hitze und die fehlenden taktischen Elemente machten das Rennen zu einem echten Härtetest. Die Premiere in Vianden bot ein forderndes Format mit internationalem Flair – und ein Erlebnis, das den beiden RSG-Fahrern lange in Erinnerung bleiben dürfte.