Mit den eigenen Händen Dinge schaffen und erschaffen – das tun zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker jeden Tag. In einer Serie stellt die FLZ erfolgreiche Nachwuchstalente aus Westmittelfranken und ihre Berufe vor. Diesmal geht es um die Zahntechnikerin Lara Alsalman.
Viel Fingerspitzengefühl ist gefragt. Geduld, Kreativität und Geschick. Ob mit Gold, Kunststoffen, Titan oder Palladium: Egal welches Material, Lara Alsalman beherrscht ihre Handgriffe voll und ganz. Die 21-Jährige hat ihre Ausbildung zur Zahntechnikerin als Beste auf Landesebene abgeschlossen. Sie ist stolz auf ihre Leistung. „Das war für mich auch ein Schock. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich die Beste bin.“
Lara Alsalman sitzt auf dem roten Drehstuhl an ihrem Arbeitsplatz. Ein Handschleifer liegt neben ihr parat. Musik schallt aus dem Radio im Nebenzimmer. Fräsgeräusche sind zu hören. Die Stimmung unter den Kolleginnen ist heiter, sie unterhalten sich. Die Räume des Ansbacher Dentallabors von Saemann und Wittmann sind hell eingerichtet. Gelbe und grüne Boxen verleihen den weißen Räumlichkeiten ein paar Farbkleckse. Darin gelagert sind die fertigen und unfertigen Produkte.
Deren Bandbreite ist groß. Von Kronen über Zahnersatz bis hin zu Schienen stellt Lara Alsalman fast alles her. Aktuell ist die 21-Jährige in der Prothetik-Abteilung eingesetzt. Die Ansbacherin hat Spaß an ihrer Arbeit, wie sie erzählt.
„Wenn man eine Routine hat, kann man viele Schienen am Tag schaffen.“ Vor allem die modernen Geräte – wie ein Scanner und eine Fräsmaschine – des Labors helfen dabei. „Man spart sich viel Zeit“, sagt Alsalman, als sie neben der großen Fräsmaschine steht. Auf den Beruf ist sie über einen Bekannten, der Zahnarzt ist, gestoßen. Danach war für sie schnell klar, dass sie Zahntechnikerin werden will. „Da ich dieses Handwerk mag“, begründet Alsalman. Eine andere Ausbildung stand nicht mehr zur Debatte.
Für die Gesellenprüfung war die Ansbacherin top organisiert. Sie erstellte drei Pläne: A, B und C. „Jeder war mit meinen Plänen beschäftigt“, sagt sie und schmunzelt. Damit meint sie ihre Kolleginnen und Kollegen und sogar ihre Vorgesetzten.
Vier Tage hatte Alsalman Zeit, um beispielsweise eine Goldbrücke anzufertigen, einen Eckzahn bei einer Keramik-Brücke voll zu verblenden, einen Backenzahn einer Goldkrone und eine Modellguss-Prothese herzustellen. Der Zeitdruck sei enorm gewesen, um es realitätsnah zu gestalten. Denn im Alltag gibt die Krankenkasse vor, wie lange die Zahntechnikerin für ein bestimmtes Stück benötigen darf – hält man sich nicht an die Zeiten, sind die Kosten zu hoch.
Eine Brücke kann bei der Anfertigung schnell brechen oder es kann „ein Fehlguss passieren“. „Andere Personen hatten viele Probleme beim Modellguss. Bei mir ist nichts schiefgegangen“, erzählt sie von der Gesellenprüfung. Als Beste abzuschließen, „das ist natürlich ein schönes Gefühl“, so die 21-Jährige.
Neben den handwerklichen Fertigkeiten wird in der Berufsschule auch das Kausystem mit den lateinischen Begriffen für die Zähne und allem drumherum gelehrt. Das sei wichtig, um mit den Zahnärzten korrekt kommunizieren zu können.
„Das Streben nach Perfektion“ hat sie inne, wie Chef Waldemar Ziegemann seine junge Mitarbeiterin beschreibt. „Perfektion und genaues Arbeiten ist das A und O“, sagt er. Denn der Zahnersatz muss exakt passen. „Man muss auch viel Geduld haben“, betont Alsalman.
Wenn Zahnarzt und Patient mit der Arbeit der Technikerin zufrieden sind, sei das ein tolles Gefühl. „Wenn man das Ergebnis sieht, wie das ausschaut, das ist schön“, sagt Lara Alsalman.
Mit der abgeschlossenen Ausbildung ist für die 21-Jährige jedoch noch nicht Schluss. Sie ist bereits für die Meisterschule angemeldet – ab 2026 geht es los. Als Meisterin könnte sie in Zukunft neuen Nachwuchs ausbilden und sich irgendwann selbstständig machen: „Ich will noch mehr lernen.“