Wenn der Schiedsrichter die korrekte Position der Schultern sowie den richtigen Griff überprüft hat und den Kampf freigibt, geht es schnell. Manchmal dauert es keine Sekunde, bis der Sieger beim Armwrestling feststeht. Ausschließlich Siege holte der Ansbacher Felix Sieghörtner bei der Deutschen Meisterschaft.
Der mittlerweile in Tübingen heimische 29-Jährige gewann bei den Titelkämpfen im hessischen Erlenheim sowohl mit dem linken als auch mit dem rechten Arm in der Gewichtsklasse bis 110 Kilogramm. Insgesamt drei DM-Titel hat der ehemalige Basketballer in der Profi-Klasse bereits geholt.
Armwrestling kommt vom Armdrücken, unterliegt aber als eigene Kraftsportart diversen Regeln. Zum Beispiel darf die freie Hand den Haltegriff am Tischrand nicht loslassen. Gekämpft oder besser gedrückt wird – anders als früher in der Kneipe – im Stehen.
Unter den gut 200 Startern bei der DM kam Sieghörtner ohne Niederlage durch das Turnier, absolvierte je Arm fünf Kämpfe. Im Finale wartete jeweils Leotrim Bytyqi (Kongs Koblenz).
„Ein sehr starker Gegner, der mich vor allem mit Rechts sehr gefordert hat“ , sagt Felix Sieghörtner, der für die Pulldogs vom TSV Güglingen antritt. Der Informatiker trainiert regelmäßig zu Hause an einem Kampftisch und mehrfach die Woche im Fitnessstudio.
Neben Veranstaltungen wie der Deutschen Meisterschaft, die als Turnier ausgetragen werden, gibt es für Armwrestler auch Einladungswettkämpfe, bei denen ähnlich wie beim Boxen passende Paarungen frühzeitig festgelegt und zu einem Kampftag zusammengefasst werden. Auch solche Supermatch genannten Wettbewerbe hat Sieghörtner schon mehrfach erfolgreich bestritten.
Demnächst reist er zu einem Turnier in die Schweiz, bei dem es um die Qualifikation zu einem großen internationalen Wettbewerb geht.
Ein anderer Sport, dem er manchmal nachgeht, ist keine Frage der innerhalb von Sekundenbruchteilen zu entwickelnden Schnellkraft, da geht es um Ausdauer. Mit dem Mountainbike hat Sieghörtner mal die Alpen überquert.