Auf Eis gelegt: Neubauprojekt in Ansbach muss noch warten | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 13.09.2023 07:00

Auf Eis gelegt: Neubauprojekt in Ansbach muss noch warten

Die Baugenossenschaft Am Heimweg stellt ihr Neubauprojekt an der Klopstockstraße vorerst zurück. In der Mitgliederversammlung berichtete Vorstandsmitglied Reinhard Strauß, dass für den Neubau zwischen dem Theodor-Alt-Weg und dem Holbeinweg mit 36 Wohnungen die Baugenehmigung vorliegt.

Fehlende Fördermittel, Unsicherheiten bei energetischen Anforderungen und schwankende Baupreise haben die Verantwortlichen dennoch dazu bewogen, das Projekt zurückzustellen. Diese Entscheidung sei trotz der großen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Ansbach getroffen worden, so Strauß.

Die Wohnungsgenossenschaft hält aber grundsätzlich an dem Projekt fest. Wenn die mit dem Bau verbundenen Risiken überschaubarer seien, wolle man mit dem Bau starten.

Wohnungen sollen 35 bis 90 Quadratmeter groß werden

Schon vor einem knappen Jahr hatte Geschäftsführer Michael Kiefer gegenüber der FLZ angekündigt, dass ohne eine staatliche Förderung das Vorhaben kaum zu realisieren sei. Die 36 geplanten Wohnungen werden auf drei Häuser verteilt, die direkt aneinander anschließen.

Sie sollen 35 bis 90 Quadratmeter groß werden und ein bis vier Zimmer haben. Die erforderlichen Parkflächen sollen in einer Tiefgarage entstehen. Ein Aufzug soll die Barrierefreiheit gewährleisten.

Die Baugenossenschaft Am Heimweg hatte am Jahresende 499 Mitglieder, die insgesamt 829 Geschäftsanteile hielten. Die Haftungssumme betrug rund 270.000 Euro. Die Genossenschaft hat 436 Wohnungen, von denen aufgrund von Förderprogrammen 39 preisgebunden seien, so Reinhard Strauß. Daneben besitzt die Genossenschaft noch zwei Lagergebäude, 61 Garagen und 65 Stellplätze.

Sanierung wird teurer als kalkuliert

Im August 2022 konnte nach zwei Jahren Bauzeit die Generalsanierung des Anwesens Albrecht-Achilles-Weg 23 abgeschlossen werden und die sechs Wohnungen konnten vermietet werden. Der Kostenrahmen, so Strauß, konnte allerdings nicht eingehalten werden. Nach derzeitigem Stand wird die Maßnahme etwa 35 Prozent teurer als kalkuliert.

Im vergangenen Jahr waren 31 Wohnungswechsel zu verzeichnen und bei fünf Wohnungen mussten umfangreiche Modernisierungsarbeiten durchgeführt werden. Für die laufende und außerordentliche Instandsetzung von Wohnungen wurde eine Million Euro ausgegeben.

Mit Blick auf die Höhe der Mieten stellte Reinhard Strauß fest, dass diese bei der Baugenossenschaft Am Heimweg „deutlich im unteren vergleichbaren Bereich“ in Ansbach liegen. Der Vorstand geht davon aus, so Strauß, dass die Ausgaben für Sanierungen und Instandhaltungen weiter auf hohem Niveau bleiben werden. Zur Verbesserung der Einnahmen müsse auch über Mieterhöhungen nachgedacht werden.

Im abgelaufenen Jahr wurde ein Bilanzgewinn von 13.242,19 Euro erzielt. Dieser wird nach dem Beschluss der Mitgliederversammlung der freien Rücklage zugeführt und stärkt damit das Eigenkapital. Heuer, so die Planung, sind Erträge in Höhe von 1,87 Millionen und Aufwendungen von 1,77 Millionen Euro geplant.

Alle Zentralheizungen auf Heizminimum eingestellt

Um die Heizkosten im Rahmen zu halten, wurden alle Zentralheizungen auf das gesetzlich vorgegebene Heizminimum eingestellt, erläuterte der Vorstand. Besonders unwirtschaftliche Heizungsanlagen werden optimiert. Strauß rief zum Energiesparen auf und mahnte gleichzeitig, konsequent die Räume zu lüften, um Feuchtigkeits- und Schimmelschäden zu vermeiden.

Die Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft Am Heimweg genehmigten den Jahresabschluss und den Geschäftsbericht. Sie sprachen dem Vorstand wie auch dem Aufsichtsrat unter Vorsitz von Ilona Schwark die Entlastung aus. Das Vorstandsmitglied Klaus Stadler wurde für weitere drei Jahre als Vorstandsmitglied bestellt.

An der Klopstockstraße zwischen dem Theodor-Alt-Weg und dem Holbeinweg in Ansbach will die Wohnungsgenossenschaft Am Heimweg Wohnraum schaffen. Die Genehmigung liegt vor, aber das finanzielle Risiko ist den Verantwortlichen aktuell zu groß. (Foto: Alexander Biernoth)
An der Klopstockstraße zwischen dem Theodor-Alt-Weg und dem Holbeinweg in Ansbach will die Wohnungsgenossenschaft Am Heimweg Wohnraum schaffen. Die Genehmigung liegt vor, aber das finanzielle Risiko ist den Verantwortlichen aktuell zu groß. (Foto: Alexander Biernoth)
An der Klopstockstraße zwischen dem Theodor-Alt-Weg und dem Holbeinweg in Ansbach will die Wohnungsgenossenschaft Am Heimweg Wohnraum schaffen. Die Genehmigung liegt vor, aber das finanzielle Risiko ist den Verantwortlichen aktuell zu groß. (Foto: Alexander Biernoth)

Von Alexander Biernoth
north