Bei Electrolux läuft es wieder besser – international und am Standort Rothenburg. Die Absatzflaute, unter der das Unternehmen 2023 und 2024 litt, scheint durchschritten. Es werden wieder mehr Kochfelder und Herde gekauft. In den Hallen an der Bodelschwinghstraße stiegen zuletzt die Produktions- und die Beschäftigtenzahlen.
Auf Anfrage der Redaktion erklärte Unternehmenssprecher Maximilian Müller, dass am Standort Rothenburg aktuell einschließlich Zeitarbeitskräften rund 970 Mitarbeitende tätig sind. Vor einem Jahr hatte der Personalstand bei 920 gelegen.
Dem vorausgegangen war damals ein Stellenabbau infolge der Absatzkrise, die sich nach einer Hochphase während der Pandemie-Zeit einstellte. Zwischen 2020 und 2022 hatte die Firma glänzende Geschäfte gemacht. Damals lag die Mitarbeitendenzahl im Werk an der Bodelschwinghstraße bei über 1000.
Dieser Zahl nähere man sich nun allmählich wieder an, so Müller. Der Zuwachs an Beschäftigten lasse sich vor allem durch das Integrieren von zuvor extern ausgeführten Tätigkeiten etwa im Materialwesen erklären und auch durch die zuletzt wieder höhere Tagesproduktionszahl.
Die Menge an Kochfeldern und Herden, die im Werk in Rothenburg hergestellt wird, ist gigantisch. So waren dort in den Hochzeiten während der Pandemie, als viele Menschen in neue Küchen investierten, mehr als 1,7 Millionen dieser Geräte pro Jahr produziert worden.
Dadurch stellte sich offenbar ein Sättigungseffekt ein, was nach der Pandemie in der gesamten Branche für einen Absatzknick sorgte. 2023 sank der Jahresausstoß des Rothenburger Werks auf 1,35 Millionen Produkte und gab 2024 noch weiter nach. Im Vorjahr seien im Werk an der Bodelschwinghstraße rund 1,27 Millionen Kochfelder und Herde gebaut worden, so Müller.
Gehofft wird nun, dass auf die in den ersten Monaten 2025 zu verzeichnende Steigerung der Produktionszahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum auch wieder ein entsprechend höheres Gesamtjahresergebnis folgt. Eine Prognose dazu gab Sprecher Maximilian Müller aber nicht ab. „Für 2025 rechnen wir mit der Fortsetzung einer stabilen Produktionszahl“, formulierte er zurückhaltend. Er erwähnte noch, dass auf die im Herbst auf den Markt gebrachte neue Produktlinie mit AEG-Küchengeräten große Hoffungen gesetzt würden. Die Linie umfasse über 500 Gerätemodelle, die in Rothenburg hergestellt würden, so Müller.
Das Werk besteht seit dem Jahr 1961. Es war damals als Niederlassung des Hausgeräte-Herstellers AEG in der Bodelschwinghstraße eröffnet worden. 1996 erfolgte die Übernahme durch den schwedischen Konzern Electrolux, der heute international rund 45.000 Beschäftigte hat.
Der ursprüngliche Firmenname AEG blieb dennoch in vielen Produkt- und Modellbezeichnungen erhalten. In Stadt und Umland sagen viele Menschen auch nach wie vor „AEG“, wenn sie über den Betrieb sprechen.