Ausstellung in Hilsbach: Auf dem Weg zu innerem Frieden | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 13.09.2024 18:50

Ausstellung in Hilsbach: Auf dem Weg zu innerem Frieden

Eine Arbeit ohne Titel der Berliner Malerin Silvia Hornig. (Foto: Martina Kramer)
Eine Arbeit ohne Titel der Berliner Malerin Silvia Hornig. (Foto: Martina Kramer)
Eine Arbeit ohne Titel der Berliner Malerin Silvia Hornig. (Foto: Martina Kramer)

Sinnfindung statt Sinnsuche – unter diesem Motto steht die Ausstellung der vier Künstlerinnen und Künstler in der Kunsthalle Hilsbach. „Imagine – im Zweifel für den Frieden“ setzen sich Cornelia Königsperger, Silvia Hornig, Charo Gálvez und Juan de Andrés mit ihrer Werkschau ein.

Malerei, Skulptur, Wandobjekte und Papierarbeiten sind im Obergeschoss und im Keller der Kunsthalle in dem Ortsteil von Aurach (Landkreis Ansbach) zu sehen. Eine heterogene Mischung, die dennoch einige Aspekte in der von Silvia Hornig und Cornelia Königsperger kuratierten Ausstellung einen will. Eine gewisse Gesetztheit, Zurückhaltung, Ruhe, ohne jedoch kühl zu sein. Eine dezente Emotionalität, die erfühlt, entdeckt, nachempfunden werden will, lässt sich bei all diesen Werken heraus spüren. Sich darauf einlassen entfaltet eine Welt, die den Weg zu einem inneren Frieden ebnet.

Die Seele des Materials

Falten kann man die Arbeiten von Charo Gálvez tatsächlich. Die in Barcelona lebende Künstlerin tut sich leicht, ihre Kunstwerke zu transportieren, denn sie können zu Handtaschenformat verschachtelt werden. Höchst variabel sind die Arbeiten, die auf unterschiedlichste Weise aufklappbar sind.

Das Grundformat ist dabei das Quadrat, für Gálvez die ideale Form, die eine hohe Mobilität ermöglicht. Die Seele des Materials – „material’s soul“ – ergründen und begreifbar machen ist ihr Anliegen. Bei den hier gezeigten Arbeiten verwendet sie ausschließlich Baumwollpapier in gedecktem Weiß, das aufgrund seiner Materialität von Natur aus viel Charakter und Struktur aufweist. Durch ihre Falttechnik entstehen Konturen und Schattierungen, die dem eigentlich planen Werkstoff Dynamik und Tiefe verleihen.

Auch die Merkendorfer Bildhauerin Cornelia Königsperger verwendet ein Naturmaterial bei ihren Werken: Holz. Ganz anders ist allerdings ihre künstlerische Ausdrucksweise. Form und Kolorierung ihrer Objekte sind unmittelbar und expressiv. Gerne arbeitet sie mit leuchtend pigmentierten Farben, die sie den organischen Formen ihrer Holzskulpturen entgegensetzt.

Aus diesem scheinbaren Widerspruch formt sie reizvolle Effekte, schafft sie eine einprägsame Ästhetik, die das Einzigartige ihres jeweiligen Werkstücks hervorhebt. Dabei kommt das Kontemplative nicht zu kurz. Den eigentlichen Kern ihres Werkstoffes als Sinnbild für den Menschen herausarbeiten, das möchte sie. Nachfühlbar wird dies etwa bei ihrer aus Weide gefertigten Skulptur „imagine“, die mit ihren geschwungenen Formen Äußeres und Inneres gleichsam öffnet und beschützt.

Schwelgen in Farben

Farblich steht die Berlinerin Silvia Hornig den Werken Königspergers nahe. Auch sie schwelgt in Farbigkeit, wenn auch weniger explosiv. Viele hauchdünne Lasuren legt sie bei ihrer Malerei übereinander, so dass ihre abstrakten Bilder von einer verführerischen Sanftheit geprägt sind, der es jedoch nicht an Räumlichkeit mangelt. Sie bevorzugt ebenfalls das Quadrat als Format für ihren Bildraum, in dem sie im „sinnlichen Entgrenzungsversuch den Farbsound zu erforschen“ sucht.

Ganz andere Wege geht der einzige Mann des Quartetts: Juan de Andrés. Seine Wandkacheln muten auf den ersten Blick wie kühle, durchkalkulierte Arbeiten an, die sich am Konstruktivismus orientieren. Sie wollen entdeckt werden. Dazu lädt schon ihr außergewöhnliches Format ein, ein extrem in die Länge gezogenes Rechteck, das entweder quer oder hoch gestellt die Wand schmückt. Seine Werkstoffe sind Holz und Rohleinen, die er in ein reizvolles Spannungsverhältnis zu setzen weiß. „Frieden atmen“ möchte der aus Montevideo stammende und in Barcelona lebende Künstler mit seinen Arbeiten. Und dies gerne mit anderen teilen.

Wer sich auf die Stimmung einlässt, die diese Ausstellung mit den vier so individuellen Kunstschaffenden kreiert, der kann vielleicht tatsächlich den Frieden ein wenig spüren.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Hilsbach dauert bis Sonntag, 29. September, geöffnet ist sie samstags von 14 bis 19 Uhr, sonntags von 12 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 0151/57582631.


Von Martina Kramer
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