Auszeichnung für Dinkelsbühler Ukrainehelfer: „Lebensretter mit Herz und Seele“ | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 12.03.2025 18:06

Auszeichnung für Dinkelsbühler Ukrainehelfer: „Lebensretter mit Herz und Seele“

Präsident Jörg Kernstock (Vierter von links) überreichte an Klaus Löffler (rechts daneben) den Rotarischen Meilenstein. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit dem Team der Ukrainehilfe sowie Clubmitgliedern und Ehrengästen. Die Laudatio hielt Past-Präsident Steffen Dick (Dritter von links). (Foto: Markus Weinzierl)
Präsident Jörg Kernstock (Vierter von links) überreichte an Klaus Löffler (rechts daneben) den Rotarischen Meilenstein. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit dem Team der Ukrainehilfe sowie Clubmitgliedern und Ehrengästen. Die Laudatio hielt Past-Präsident Steffen Dick (Dritter von links). (Foto: Markus Weinzierl)
Präsident Jörg Kernstock (Vierter von links) überreichte an Klaus Löffler (rechts daneben) den Rotarischen Meilenstein. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit dem Team der Ukrainehilfe sowie Clubmitgliedern und Ehrengästen. Die Laudatio hielt Past-Präsident Steffen Dick (Dritter von links). (Foto: Markus Weinzierl)

Als vor drei Jahren der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begann, handelte Klaus Löffler sofort. Er baute mit einem Team ein Netzwerk auf, über das medizinische Güter in das Kriegsgebiet transportiert werden. Für ihren Einsatz bekamen der Dinkelsbühler und das Team der Ukrainehilfe jetzt den Rotarischen Meilenstein.

Mit dieser vor über 20 Jahren von Heinrich Schabert ins Leben gerufenen Auszeichnung ehrt der Rotary Club Dinkelsbühl-Feuchtwangen Vereine und Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Wie Club-Präsident Jörg Kernstock zu Beginn der Festveranstaltung hervorhob, ist der Meilenstein ein Zeichen der Anerkennung für die Hingabe, die die Geehrten in die Gemeinschaft investierten.

Notfallrucksäcke für die Front

Die Laudatio hielt Past-Präsident Steffen Dick. Klaus Löffler lebe weit über seine beruflichen Pflichten als Rettungssanitäter hinaus Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft. Dick skizzierte, wie der Geehrte unmittelbar nach Kriegsbeginn begann, ehrenamtlich mit seinem Team medizinische Güter zu organisieren. Besonders hob der Laudator einen von Löffler konzipierten Notfallrucksack hervor, mit dem den Sanitätern an der Front lebensrettendes Material zur Erstversorgung an die Hand geben werde.

Löffler warb zur Finanzierung des Projektes um Spenden und baute eine Logistik „bis an die Front“ auf. Die Verbindungen wurden über die ukrainische Gemeinde in München hergestellt. Dank eines guten Spendenaufkommens, in das sich auch der Rotary Club einbrachte, wurden die Hilfstransporte zu einer regelmäßigen Einrichtung. Der Rucksack mit Halskrause, Thoraxentlastungsnadel, Notfallkompressen und Spezialpflastern sei von Anfang an ein voller Erfolg gewesen, so Dick. Mit Hilfe der Rückmeldungen von der Front wurde er stetig weiterentwickelt. Mittlerweile sind es schätzungsweise rund 1000 Stück, die in das Kampfgebiet geschickt worden sind. Gepackt werden sie in Wassertrüdingen. Auf Anregung von Klaus Löfflers Frau Christine kam schließlich als weiteres Projekt die Kinderhilfe dazu.

Der Einsatz für die Ukraine verdiene höchsten Respekt, betonte Dick. „Sie sind ein echter Lebensretter mit Herz und Seele“, so der Laudator an Löffler gerichtet. Der Geehrte könne auch als „moderner Engel“ bezeichnet werden.

Hilfseinsatz nur im Team möglich

Die Auszeichnung mit Urkunde übergab Präsident Jörg Kernstock. „Wir wünschen dem vorbildlichen Projekt weiterhin viel Erfolg und zahlreiche Nachahmer“, sagte er zu Löffler und den vielen in der Ukrainehilfe Engagierten, die sich auf der Bühne im städtischen Konzertsaal über die Ehrung freuten.

Klaus Löffler selbst zeigte sich bewegt, als er ans Mikrofon trat und den Einsatz seiner Mitstreiter würdigte. „Ich bin das Gesicht, aber das ist das Team“, sagte er angesichts all derjenigen, die mit ihm zur Überreichung des Meilensteins gekommen waren. Löffler dankte für den Preis sowie für die von vielen Seiten erfahrene Unterstützung.

Namentlich nannte Löffler aus dem Team Sola Moroz, die aus der Ukraine stammt. Diese wiederum appellierte, bei der Unterstützung mit „sehr großem Tempo“ weiterzumachen, und mahnte, wach zu sein. Der Krieg sei das Schlimmste, was Menschen passieren könne. Deshalb sei es wichtig, jetzt zusammenzustehen.

Dr. Christoph Frick, ein Wegbegleiter von Klaus Löffler, befand, dass der Wahlspruch der Rotarier „service above self“, das selbstlose Dienen, auf Löffler bestens zutreffe. Die Ukrainehilfe bestehe aus ganz normalen Menschen, die Zeit in Dinge investierten, „die richtig sind“.

Lob kam von vielen verschiedenen Seiten

Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer machte in seinem Grußwort deutlich, dass es das Engagement für das Gemeinwesen sei, was eine Gesellschaft ausmache. Walter Soldner, zweiter Bürgermeister der Stadt Feuchtwangen, bezeichnete das Jahresmotto des Clubs, „Begegnungen werden Frieden und Freundschaft fördern“, angesichts der aktuellen Lage in der Welt als gut gewählt. Ebenso wichtig sei die Freiheit, so Soldner mit Blick auf die Menschen, die vom Krieg betroffen sind.

Zu Gast bei der Ehrung war auch Distrikt-Governor Dr. Udo Feldheim, der viele Jahre als Notarzt tätig war. Er wisse daher, wie wichtig medizinisches Equipment im Notfall sei – in Kriegsregionen sogar extrem wichtig.

Die Veranstaltung wurde von Oksana Vlasenko am Konzertflügel musikalisch umrahmt. Sie ist nach Kriegsbeginn aus der Ukraine geflohen und arbeitet derzeit als Musiklehrerin in der Region. Für die Bewirtung der Gäste sorgte am Ehrungsabend die Schülerfirma der Hans-von-Raumer-Mittelschule.

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