Eigentlich leitet Franziska Krause nur übergangsweise das RothenburgMuseum. Das nun aber schon seit fast zwei Jahren – und mit viel Herzblut. Eine große Portion davon hat sie auch in die Ideen gesteckt, die sie für die Weiterentwicklung des Hauses erarbeitet hat.
„Museen sind keine akademischen Elfenbeintürme”, davon ist sie überzeugt. Sammeln, bewahren und forschen seien zwar wichtige Aufgaben – aber längst nicht mehr die einzigen, die eine solche Einrichtung erfüllen muss. „Museumsarbeit ist auch Kultur- und Gesellschaftsarbeit”, sagt Krause. Im April 2024 hat sie die Aufgaben der damaligen Leiterin Inga Benedix übernommen, als diese wegen einer Erkrankung zurücktreten musste. Seitdem hat sie einiges angestoßen und bewegt – parallel zu ihrer eigentlichen Position als städtische Kulturbeauftragte.
„Museum soll Freude machen” – das ist ihr wichtig. Dafür müsse man sich an den Bedürfnissen der Gäste orientieren. Viele ihrer Ideen sind deshalb aus Gesprächen mit Besucherinnen und Besuchern und deren Feedback entstanden. Zum Beispiel der Gedanke, das Museum zu einem Begegnungs- und Erlebnisort auszubauen. Der Kreuzhof wurde dafür im vergangenen Sommer bereits durch Liegestühle aufgewertet. „Wir haben hier ein altes Kloster, das ist etwas Besonderes”, betont Krause. „Hier kann man sich fünf Minuten in den Innenhof setzen, die Seele baumeln lassen, seine Mittagspause verbringen oder nach dem Feierabend entspannen.” Damit jede und jeder das nutzen kann, schwebt Krause vor, für den Besuch des Innenhofs keinen Eintritt zu verlangen.
Aktuell, in der kalten Jahreszeit, könnte der Fischkeller zu solch einem Begegnungsort werden. „Ein bisschen gemütlicher ist er mittlerweile schon, sagt Krause mit Blick auf einige neue Sessel, Teppiche und Bücher, die in Wandnischen aufgestellt sind. „Aber da gibt es noch mehr zu tun.” Ein Museumscafé fände sie toll – das ist aber noch Zukunftsmusik. Im ersten Schritt soll nun zumindest ein Kaffeeautomat aufgestellt werden.
Franziska Krause hat noch weitere Ideen, wie man das RothenburgMuseum für die Bevölkerung attraktiv halten und machen könnte. Verschiedene Angebote, die über den normalen Museumsbetrieb hinausgehen, gibt es bereits: regelmäßige Führungen des Freundeskreises „Kunst sehen und verstehen” zum Beispiel, Kinderführungen, aber auch Kulturveranstaltungen mit Musik und Theater. Seit einiger Zeit wird im Kreuzhof regelmäßig Yoga praktiziert, auch eine Fechtschule kann Krause sich vorstellen.
All das fasst Krause unter dem Stichwort „für Rothenburg” zusammen. Zusätzlich sieht sie zwei weitere Bereiche: „mit Rothenburg” und „über Rothenburg”. Sowohl einzelne Bürgerinnen und Bürger als auch Vereine, Kulturschaffende, Initiativen und Bildungsinstitutionen sollen sich einbringen können. Und tun das auch bereits: Kunstkreis, Fotoclub und Montessorischule haben Ausstellungen organisiert, auch eine Kooperation mit dem Campus zur Gästebefragung zählt Krause auf. Gemeinsam mit der Flüchtlingshilfe habe man Ende des vergangenen Jahres am Christbaumschmücken teilgenommen. Und auch den Freundeskreis hebt Krause hervor, mit seinen regelmäßigen Sonderführungen, der regelmäßigen Osteraktion und dem Museumsfest.
Zukünftig möchte Krause enger mit den Schulen zusammenarbeiten, neue Veranstaltungsformate erarbeiten und die Ausstellungsräume kindgerecht umgestalten. Eine Initiative ist bereits in den „allerersten Kinderschuhen”: Unter dem Motto „Schüler führen Schüler” entsteht gerade ein ganz neues Mitmachkonzept für den Nachwuchs.
In Krauses Ideen ist ebenfalls berücksichtigt: das Museum als Ort der Wissensvermittlung – Stichwort „über Rothenburg”. Bereits vorhanden seien Exponate, die aus Rothenburg und Umgebung stammen oder einen Bezug zur Stadt haben – die Baumannsche Waffensammlung etwa. Einbetten möchte Krause diese in eine systematische Darstellung verschiedener Epochen der Stadtgeschichte. Der Anfang sei mit der Ausstellung „Rothenburger Weg” bereits gemacht. „Aber da geht noch mehr”, ist sie sich sicher und verweist in dem Zusammenhang unter anderem auf die Idee des Stadtarchivars Dr. Florian Huggenberger, im Kreuzgang einen kurzen Rundgang durch die Stadtgeschichte einzurichten.
Das RothenburgMuseum als Ort der Wissensvermittlung und gleichzeitig ein Ort der Teilhabe, der zum Mitgestalten einlädt und sich der Stadtgesellschaft öffnet: „All das ist es zum Teil schon, aber wir wollen das noch weiter ausbauen”, fasst Krause zusammen.