Die Komplexität der aktuellen Krankenhaus-Reformen des Bundes lässt nach Ansicht der CSU-Fraktion im Ansbacher Kreistag keinen Spielraum für einfache Lösungen vor Ort.
Es müsse daher „weiterhin zügig und mit Sorgfalt“ das Ziel verfolgt werden, die Versorgungssituation im gesamten Landkreis Ansbach dauerhaft zukunftssicher aufzustellen, schreibt Fraktionsvorsitzender Stefan Horndasch in einer Pressemitteilung. Zugleich müsse die finanzielle Situation „erheblich“ verbessert werden. „Plakative Ansätze“ seien hier jedoch wenig hilfreich. Vielmehr brauche es einen durchdachten und integrierten Ansatz.
Nach dem ersten Ansatz des Vorstands für ein neues Konzept der drei Standorte von ANregiomed blieben auch nach drei Workshops des Verwaltungsrats im Frühjahr aus Sicht der CSU zahlreiche Fragen offen. Die zukünftige Gestaltung der Krankenhauslandschaft in der Region könne nicht auf der Basis der bisherigen, „zu oberflächlichen Ergebnisse“ erfolgen. Die Zielrichtung sei hier „vom Fokus eingeschränkt“ gewesen.
Nun gehe es darum, die verschiedenen Aspekte, Möglichkeiten und Zusammenhänge der künftigen medizinischen Versorgung für die Bevölkerung aufzuzeigen. Medizinische Versorgung beinhalte, so die CSU-Fraktion, neben der stationären Krankenhausbehandlung viele weitere Fragestellungen, auf die „die Menschen in der Region eine Antwort erwarten dürfen“. So sei beispielsweise die Frage der Notfallversorgung bei einer Veränderung der Krankenhausstruktur zu betrachten. Auch die Frage der fachärztlichen Versorgung, gerade im Hinblick auf die zunehmende Ambulantisierung von Behandlungen und Operationen sei einzubeziehen.
Daher sei es nach wie vor zielführend, dass ANregiomed mit den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) ein Angebot im ambulanten ärztlichen Bereich auch in der Fläche vorhält. Das System der kassenärztlichen Vereinigung funktioniere hier nicht ausreichend. Es drohe dann die Verlagerung von Arztsitzen in die größte Stadt oder es findet sich niemand, wie es sich bei der Versorgung im Bereich HNO (Hals-Nasen-Ohren) in der Stadt Ansbach gezeigt habe.
Um die richtigen Lösungsansätze für „durchaus schwierige Problemstellungen“ zu finden, sei auch Kreativität gefordert. Die alleinige Forderung nach Streichkonzerten werde der schwierigen Situation für die gesamte Region nicht gerecht.
Vielmehr müsse sorgfältig betrachtet werden, welche Chancen und Möglichkeiten sich für die ANregiomed-Standorte und die ambulante Versorgung künftig ergeben, damit diese auch eine langfristig tragfähige Konzeption erhalten. Wer – wie die Führungsspitze der Freien Wähler im Landkreis Ansbach – behaupte, dass die Fakten für die künftige Struktur schon längst vorliegen würden, solle und müsse liefern und konkret darstellen können, wie die künftige Ausgestaltung für eine nachhaltigen Ausrichtung in einem Flächenlandkreis aussehen soll. Hier sei es nicht ausreichend, „mit Schlagworten Lösungsansätze zu behaupten.“
Dabei sei zu sehen, dass die Strukturanforderungen durch die Reformen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach der freien Gestaltung vor Ort wenig Spielraum bieten und großteils Veränderungen per Gesetz erzwingen würden. Gerade deshalb müssten aber die Auswirkungen von Veränderungen detailliert und konkret bewertet werden.
„Dies sollte für jedes Mitglied des Kreistages Grundlage der Entscheidung sein, Kirchturmdenken nur im eigenen Umkreis und Pauschalierungen sind hier genauso so wenig angesagt wie Endzeitstimmung“, heißt es in der Mitteilung der CSU-Fraktion abschließend.