Das Landestheater Dinkelsbühl zoomt sich in die 1980er-Jahre | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 18.05.2024 07:00

Das Landestheater Dinkelsbühl zoomt sich in die 1980er-Jahre

„Es ist ein bunter Liebesreigen – er wird natürlich gefüttert mit vielen witzigen Situationen und sehr, sehr vielen Liedern aus den 80er Jahren“: Peter Cahn über „Skandal im Sperrbezirk“. (Foto: Thomas Wirth)
„Es ist ein bunter Liebesreigen – er wird natürlich gefüttert mit vielen witzigen Situationen und sehr, sehr vielen Liedern aus den 80er Jahren“: Peter Cahn über „Skandal im Sperrbezirk“. (Foto: Thomas Wirth)
„Es ist ein bunter Liebesreigen – er wird natürlich gefüttert mit vielen witzigen Situationen und sehr, sehr vielen Liedern aus den 80er Jahren“: Peter Cahn über „Skandal im Sperrbezirk“. (Foto: Thomas Wirth)

Unermüdlich arbeitet sich das Landestheater Dinkelsbühl vor und zurück durch den Soundtrack der Bundesrepublik. Intendant Peter Cahn hat ein Faible für Hit-Revuen. Jeden Freilichtlichtsommer gibt es mindestens eine. Was beim Blick auf die Vorverkaufszahlen keine große Überraschung ist. Am Dienstag kommt die nächste.

„Skandal im Sperrbezirk“, die neue Produktion, firmiert als „80er-Jahre-Doppelhaus-Revue“. Kerstin Krefft hat sie geschrieben und Peter Cahn vorgelegt. Er hat gleich zugegriffen, inszeniert selbst und hat damit am Dienstag unterm Dach seiner Freilichtbühne eine Uraufführung.

Große Nachfrage nach neuer Revue

Das Stück kennt also noch kaum jemand. Die Nachfrage ist trotzdem da. Das Freilichtpublikum hat blind gebucht. Warum? Man weiß, wie die Hit-Revuen in ihrer Mischung aus Zeitgeschichte, Nostalgie und Ironie funktionieren. Und man kennt die Songs – zumindest mit ein bisschen mehr Lebenserfahrung.

Die vier Vorstellungen im Mai sind ausverkauft. Im Juni gebe es nur noch wenige Tickets, sagt der Landestheater-Dramaturg Felix Mohr. 7.800 verkaufte Karten zählt er insgesamt für die 80er-Revue. Mehr als 25.000 sind es, nimmt man alle Freilichtproduktionen zusammen. Diese Marke erreicht der Vorverkauf laut Felix Mohr sonst erst drei Wochen später. Es läuft also in Dinkelsbühl.

Verqueres Familienleben in Doppelhaushälften

Bei den beiden Familien im Revue-Doppelhaus hakt es. Das Arbeiter- und das Lehrerehepaar, beide haben Kinder im Alter von 12 und 16 Jahren, sind sich nicht immer grün. Andererseits flammen zwischen den Doppelhaushälften ungeahnte Leidenschaften auf.

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„1982 fängt die Geschichte an“, erzählt Peter Cahn. „Wie diese Familien sich verquicken, entlieben, verlieben und die nächsten Jahre bis 1989, bis zum berühmten Mauerfall im November, miteinander verbringen, das erzählt diese Geschichte mit vielen wunderbaren Songs.“

Das musikalische Spektrum ist breit, es reicht von Nicole bis Pink Floyd. Eingebettet sind die Songs in die Handlung, „sodass sie stücktreibend einen Sinn machen“, ergänzt Peter Cahn.

Ensemble mit Musical-Erfahrung

Ehrensache ist es für den Intendanten, dass sein achtköpfiges Ensemble live und gut singen kann: „Alle kommen aus dem Musical-Bereich.“ Einstudiert hat Andreas Harwath, der langjährige musikalische Leiter der Dinkelsbühler Sommerproduktionen, die Songs.

Ohne dass es ein Volkshochschulkurs über die 80er-Jahre werden wird, das verspricht Peter Cahn, „kriegt man ganz viele Erinnerungen mit, wie die 80er-Jahre waren, welche Musik ankam – und welche nicht gemocht wurde.“

Ganz schön, witzig und manchmal ernst sei es, wie die zwei so unterschiedlichen Familien sich missverstehen, einander bekriegen, sogar zwischen ihren Grundstücken eine Mauer bauen. „Es gehen alle verschiedene Wege, aber es endet durchaus positiv“, verrät der Intendant. „Für jede Figur im Stück hat es eine Entwicklung gegeben. Das finde ich toll.“


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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