Der Gaskessel im Beruflichen Schulzentrum Ansbach muss trotz Rissen weiter heizen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 24.10.2025 13:00

Der Gaskessel im Beruflichen Schulzentrum Ansbach muss trotz Rissen weiter heizen

Das Berufliche Schulzentrum in Ansbach wird aktuell mit Erdgas beheizt. Aber der Gaskessel weist Schäden auf, so dass die Suche nach einer Alternative dringlicher wird.  (Foto: Thomas Schaller)
Das Berufliche Schulzentrum in Ansbach wird aktuell mit Erdgas beheizt. Aber der Gaskessel weist Schäden auf, so dass die Suche nach einer Alternative dringlicher wird. (Foto: Thomas Schaller)
Das Berufliche Schulzentrum in Ansbach wird aktuell mit Erdgas beheizt. Aber der Gaskessel weist Schäden auf, so dass die Suche nach einer Alternative dringlicher wird. (Foto: Thomas Schaller)

Der Anschluss des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) in der Brauhausstraße in Ansbach an das städtische Fernwärmenetz kommt nicht voran. Erneut wurde über eine entsprechende Empfehlung des Schulbauausschusses des Kreistags im Kreisausschuss wegen erheblicher Bedenken nicht abgestimmt.

Der Landkreis Ansbach ist hier zuständig, weil er den Sachaufwand für das BSZ Ansbach-Triesdorf trägt. Anfang des Jahres hatte der Schulbauausschuss schon einmal empfohlen, das Schulgebäude an das Wärmenetz anzuschließen. Anschließend gab es im Zusammenhang mit einer Firmenpleite im Bereich Biogas und Zweifeln an der tatsächlichen CO₂-Einsparung aber im entscheidenden Kreisausschuss keine Abstimmung darüber.

Kohlendioxid-Ausstoß würde halbiert

Jetzt wiederholte sich der Vorgang – allerdings unter anderen Vorzeichen. Die Stadtwerke hatten inzwischen mitgeteilt, dass die Versorgung mit Bio-Methan gesichert sei. Bei der Berechnung der CO₂-Einsparung kann zwar nur theoretisch ein Wert von 0 Gramm/kWh erreicht werden, aber nach den Worten von Sachgebietsleiter Martin Fellner könnte der Kohlendioxid-Ausstoß aber auch unter realistischen Annahmen immerhin halbiert werden.

Außerdem hat sich die Lage seit Jahresbeginn verschärft. Der alte Gaskessel hat Risse. Dadurch kommt es zu einem Wasserverlust von 3300 Litern pro Monat. Die Risse konnten mit erheblichem Aufwand mit einem Dichtmittel provisorisch geschlossen werden. So wird die Schule nach Einschätzung von Fellner über den Winter kommen, ohne dass es in den Räumen kalt wird. Aber mit einem Austausch bis 2033 zu warten, wie es im Februar noch möglich schien, ist nun unrealistisch geworden.

Nach den Worten des zuständigen Sachgebietsleiters besteht vielmehr „kurzfristiger Handlungsbedarf”. Eine andere Lösung für eine klimaneutrale Wärmeversorgung sei an dem beengen Standort des BSZ am Brückencenter nicht möglich. Der Platz reicht nicht für Wärmepumpen und auch unter Lärmschutzaspekten wäre ihr Einsatz ungünstig. Zu wenig Platz ist auch für eine Holzpellets-Heizung. So bliebe als Alternative nur ein neuer Gaskessel, was aber ein „Weg ins Konventionelle” wäre, wie Landrat Dr Jürgen Ludwig (CSU) sagte, und deshalb ausscheide.

Kosten schrecken ab

Die Stadtwerke Ansbach bieten den Fernwärmeanschluss für 188.615 Euro an. Sorgenfalten bereiten den Kreisräten vor allem die laufenden Kosten für die Wärmeversorgung: Das sind der Leistungs- und Verrechnungspreis von 12.550 Euro jährlich und der Arbeitspreis 12,14 Cent/kWh – inklusive der Bedenken, wie sich der Arbeitspreis in Zukunft entwickeln wird.

Zusammen mit zusätzlich nötigen Baumaßnahmen für 58.000 Euro ergeben sich Gesamtkosten für den Anschluss in Höhe von 250.000 Euro. Als Zuschussgeber kommt insbesondere die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Betracht, die bis zu 30 Prozent der Kosten für den Hausanschluss, die Übergabestation und die Umbaumaßnahmen der Heizungsanlage übernehmen könnte.

„Ich habe nach wie vor großes Bauchweh bei diesem Beschluss”, meinte Hans Henninger (Freie Wähler). Die Preise seien „unverständlich hoch”. Dieser Einschätzung schloss sich auch Rainer Erdel (FDP) an, auch wenn beide darin übereinstimmten, dass Handlungsbedarf besteht.

Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen

Die Preise der Stadtwerke seien hoch, gestand Sachgebietsleiter Fellner zu. Laut dem Vertragsentwurf hätten die Stadtwerke das Recht, die Preise unter bestimmten Voraussetzungen jährlich anzupassen. Da es auch um Vertragsangelegenheiten ging, schloss Landrat Ludwig anschließend die Öffentlichkeit von der Sitzung aus. Als sich die Türen wieder öffneten, gab er bekannt, dass die Abstimmung wieder zurückgestellt wird.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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