Mit dem Frühling startet auch die nächste Saison der Aktion „Vogelfreundlicher Garten”. Die ehrenamtliche LBV-Gartenjury ist erneut in ganz Bayern unterwegs, um private Gärten auszuzeichnen und damit ein Zeichen für mehr Artenvielfalt im Siedlungsraum zu setzen. Wer den eigenen Garten zertifizieren lassen möchte, kann sich noch bewerben.
Seit dem Start der Aktion im Jahr 2022 wurden bereits 7099 Gärten in Bayern als „vogelfreundlich” ausgezeichnet. Allein in der vergangenen Saison kamen fast 2000 neue Gärten dazu. Und das Interesse reißt nicht ab: Aktuell warten noch über 1000 Gartenbesitzerinnen und -besitzer auf die Bewertung ihres Gartens. „Wir sind wirklich überwältigt von der anhaltend großen Resonanz”, sagt LBV-Projektleiterin Anke Brüchert. „Das zeigt, wie viele Menschen sich direkt vor ihrer Haustür für die Natur einsetzen und Vögeln sowie vielen anderen Arten einen Rückzugsort schaffen möchten.”
Dabei braucht es oft gar nicht viel, um den eigenen Garten möglichst naturnah zu gestalten. Schon kleine Veränderungen machen einen Unterschied: heimische, samentragende Wildkräuter, beerentragende Sträucher, ein paar wilde Ecken oder selteneres Mähen machen den Garten zu einem attraktiven Lebensraum für zahlreiche Tiere. Jeder Garten kann so Schritt für Schritt „vogelfreundlich” werden und einen wertvollen Beitrag für die Artenvielfalt leisten.
Bewertet werden die Gärten von über 700 ehrenamtlichen Mitgliedern der LBV-Gartenjury, die in ihrer Freizeit von April bis Anfang Oktober im Einsatz sind. Nach der Anmeldung besuchen sie die Gärten vor Ort und prüfen sie anhand festgelegter Kriterien. Wer diese erfüllt, erhält die Plakette „Vogelfreundlicher Garten”. „Naturnahe Gärten werden oft als ungepflegt und optisch unattraktiv empfunden”, sagt Maria Hußlein, die Leiterin des Bayerischen Artenschutzzentrums. „Die Auszeichnung als vogelfreundlicher Garten zeigt: Hier wird bewusst etwas für Vögel, Insekten und Natur getan. So eröffnen sich neue Blickwinkel – und genau das kann auch andere inspirieren, selbst aktiv zu werden.”
Bayerns Privatgärten bieten zusammengenommen ein enormes Potenzial für den Artenschutz. Immerhin ist ihre Fläche fast so groß wie die aller Naturschutzgebiete im Freistaat. Gerade jetzt im Frühjahr ist ein guter Zeitpunkt, um den eigenen Garten naturnah weiterzuentwickeln. Heimische Gehölze wie Hunds-Rose oder Schwarzer Holunder liefern Blüten und Blätter für Insekten und später im Jahr Früchte für Vögel. Auch Wildpflanzen wie Wiesen-Salbei, Schafgarbe oder Flockenblume lassen sich jetzt gut aussäen und fördern die biologische Vielfalt direkt vor der Haustür.
Aufgrund der vielen Anmeldungen kann es in einzelnen Regionen zu Wartezeiten bei der Bewertung kommen. In einigen Landkreisen wird deshalb noch dringend nach Gartenjury-Mitgliedern gesucht. Nähere Informationen erhalten Interessierte unter vogelfreundlichergarten.de