Es scheint durchaus ein Coup zu sein, den die Klinik Neustadt gelandet hat. Sie hat die erweiterte Notfallstufe (Stufe 2) erreicht und stärkt damit ihre Rolle als zentraler Notfallversorger im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim – und darüber hinaus.
Für eine Klinik in dieser Größe ist das mehr als bemerkenswert. Viele vergleichbare Häuser erreichen diese Stufe nicht.
Im Juni führte der medizinische Dienst (MD) die Auditierung durch. Jetzt wurde offiziell bestätigt, dass Neustadt den umfangreichen Anforderungskatalog erfüllt, heißt es in einer Pressemitteilung der Kliniken des Landkreises. Und weiter: „Dies stellt nicht nur für die Klinik, sondern vor allem für die Patientinnen und Patienten in der Region einen bedeutenden Mehrwert dar.“
Mit der „erweiterten Notfallstufe“ verfüge die Neustädter Klinik über Versorgungsmöglichkeiten in verschiedenen Fachrichtungen, die über die Behandlungsmöglichkeiten eines einfachen Grund- und Regelversorgers hinausgehen. Insgesamt gibt es drei Stufen: die Basisnotfallversorgung (Stufe I), die erweiterte Notfallversorgung, die Neustadt nun bescheinigt wird (Stufe II) und die umfassende Notfallversorgung (Stufe III, zum Beispiel in Würzburg, Bamberg, Erlangen, Fürth und Nürnberg).
Die Einstufung ist Grundlage für die Vereinbarung von gestaffelten Zuschlägen für die Krankenhäuser, heißt es von Seiten des gemeinsamen Bundesausschusses, der die Einstufung vornimmt.
Die Klinik Neustadt habe durch ein gut aufgestelltes Team der Zentralen Notaufnahme überzeugt: Der ärztliche Leiter der Notaufnahme, Dr. Matthias Wolf, sowie Chefarzt Dr. Gerald Wasmeier verfügen über die Weiterbildung für „Klinische Akut- und Notfallmedizin“. Das Pflegepersonal könne auf ein Team von gut weitergebildeten Mitarbeitenden im Bereich der Notfallpflege zurückgreifen. Durch einen strukturierten Bereitschafts- beziehungsweise Hintergrunddienst werde sichergestellt, dass rund um die Uhr Fachärzte der verschiedenen Bereiche schnellstmöglich beim Patienten sind, heißt es in dem Schreiben der Klinik.
Dank zwölf Behandlungsplätzen in der Intensivstation sowie zwölf Überwachungsplätzen können Notfälle rund um die Uhr versorgt werden, so die Klinik. Dies ermögliche nicht nur eine schnellere, sondern auch qualitativ hochwertige medizinische Betreuung direkt vor Ort. Die Klinik Neustadt werde strategisch als Notfallzentrum des Landkreises ausgerichtet. Ob sich dadurch der Stellenwert der Bad Windsheimer Notaufnahme ändert, darüber steht in der Pressemitteilung nichts.
„Diese Anforderungen erfüllt die Klinik Neustadt dank ihrer spezialisierten Abteilungen und des erfahrenen medizinischen Personals vollständig“, äußert sich die Klinik voller Stolz.
Die moderne technische Ausstattung des Krankenhauses, darunter diagnostische Geräte wie CT und MRT in direkter Nähe zu den Behandlungsplätzen der Notaufnahme, bieten erhebliche Vorteile für die Notfallversorgung, wird in der Pressemitteilung betont. Auch das rund um die Uhr verfügbare Herzkatheterlabor sowie die Endoskopie ermöglichen demnach eine schnelle und umfassende Diagnostik beziehungsweise Interventionsmöglichkeit.
Für Patienten, die eine dringende Operation benötigen, stehen fünf modern ausgestattete OP-Säle rund um die Uhr bereit. Die Pressemitteilung im Wortlaut: „Dank interdisziplinärer Behandlungsteams, die Hand in Hand arbeiten, können Notfallpatienten umfassend und effizient betreut werden – von der ersten Diagnose bis zur weiterführenden Behandlung.“
Vorstand Stefan Schilling betont: „Mit der erweiterten Notfallstufe sind wir jetzt in der Lage, das medizinische Leistungsspektrum noch weiter auszubauen und die Notfallversorgung für den Landkreis auf hohem Niveau zu halten und zu verbessern. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir als einzige ’kleinere’ Klinik in der Region diese Stufe erreicht haben. Dies ist ein großer Erfolg, den wir vor allem dem Engagement und der Professionalität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdanken.“