Kanal und Wasser in der Ortsdurchfahrt von Gollhofen sind verlegt. Jetzt geht es an die Randbereiche. Bislang konnten die Anwohner rasch wieder in ihre jeweiligen Höfe fahren, das wird sich dann ändern. Das und mehr erfuhren die Dorfbewohner im Rahmen einer eigenen Bürgerversammlung zum Thema.
In deren Verlauf bezeichnete Joachim Reindler vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) die Maßnahmen der Dorferneuerung als Grundstein für die Zukunft. Neben der Ortsdurchfahrt, die Bundesstraße 13, werden auch die Bereiche Kettenbrunnen und Bischofsbrunnen neu gestaltet. Dazu kommt dann noch das Gelände Alte Ziegelei.
Bei der Ortsdurchfahrt seien die Arbeiten der Gemeinde im Untergrund mit Kanal- und Wasserleitungen bereits geschafft. Wie im Vorfeld geplant und auch angekündigt, werden nun die Gehwege aufgerissen und die Pflasterungen vorerst entfernt.
Die Baustelle laufe insgesamt gut, meinte Bernd Riedel vom beauftragten Planungsbüro. Trotzdem: Mit den Worten „Für Euch wird es jetzt unangenehm“ erschreckte er die Zuhörenden doch ein wenig. Beim Tiefbau beginne man ja bekanntlich mit den tiefsten Arbeiten – das sei der Kanal gewesen,. Es folgten die ebenfalls bereits verlegten Wasserleitungen. Durch rasche Verfüllungen und Aufschotterungen seien bisher die Zufahrten zu den Grundstücken in allen Fällen schnell wieder möglich gewesen. Doch nun kämen die Seitenbereiche dran und genau deshalb müsse man die Gehwege abreißen: Die Begeh- und Befahrbarkeit sei damit nicht mehr gegeben.
Erschwerend komme eine gewisse „Enge” im freigelegten Untergrund dazu. Denn unter dem bisherigen (und dem zukünftigen) Gehsteig verliefen nun einmal die Leitungen für das Nahwärmenetz sowie die Stromkabel. Auch die Glasfaserkabel müssten dort noch mit hinein. Rund 1,3 Meter tief werde der ein Meter breite Graben sein. Eine Überquerung zu Fuß werde man an einigen Stellen zwar möglich machen, aber bis die Hofeinfahrten wieder nutzbar sind, werde es eine Zeitlang dauern. Erst wenn die Gräben verfüllt seien, könne man wieder Schotterkeile anschütten.
Begonnen werde man laut Riedel mit den Bauarbeiten im nördlichen Bereich. Eine Zufahrt zur Ringstraße werde immer frei sein und bleiben, versicherte der Planer, der offenkundig nichts von Beschönigungen hält: So erklärte er frei heraus, die Ortsdurchfahrt werde während dieser Bauphase aussehen „wie eine Mondlandschaft”. Da der Untergrund schlecht sei, müsse für die Straße erst eine Tragschicht eingebaut werden. Es werde sodann einen dreischichtigen Asphaltaufbau geben wegen der Belastungen, die die Bundesstraße aushalten müsse.
Die Arbeiten ziehen sich dann bis zur Aspachhöfer Straße. Danach geht es an den Bau der Linksabbiegespur auf der Bundesstraße 13 und an die Erneuerung der Straßendecke ein Stück weit in Richtung Uffenheim.
Riedel schätzt, im November mit der ganzen Maßnahme fertig zu sein, wollte aber keinesfalls eine Garantie abgeben. „Die Baustelle wird mich schon Lügen strafen.” Bürgermeister Heinrich Klein indes hofft, dass die Maßnahme bis zur Kirchweih abgeschlossen ist.
Im Altort gehe es mit der Umgestaltung beim Bischofsbrunnen los. Die „Säuweed“ werde als Löschteich nicht mehr benötigt. Deshalb wolle man dort für die Menschen im Ort die Aufenthaltsqualität steigern. Entstehen soll ein Wasserlauf mit Kneippanlage. Bei der alten Linde würden laut Joachim Reindler die Wurzeln vor den Tiefbauarbeiten gesichert. Die Grünfläche um die Linde herum wird sich in etwa verdoppeln.
Der Bischofsbrunnen selbst ist derzeit noch mit einem Metallzaun eingefriedet und komme dadurch nicht richtig zur Geltung. Das soll sich ändern. Zudem werde der Zugang künftig von vorne statt von der Seite aus sein. Auch die Kirchenstaffel soll ein Stück weit entsiegelt werden.
Befürchtet wurde von Bürgerseite, dass wegen der zu erwartenden Trockenheit in heißen Sommern das Wasser für Brunnen und Kneippanlage fehlen werde, doch Reindler wollte nicht so pessimistisch sein und ging von ausreichender Frischwasserzufuhr aus.
Beim zweiten Bauabschnitt, der derzeit zwischen Vorplanung und Vorentwurf liegt, umfasst den Bereich des Kettenbrunnens und wird vermutlich ab 2028 in Angriff genommen. Da die Bushaltestelle verlagert worden sei, bestehe hier nunmehr ein größerer Gestaltungsspielraum.
Joachim Reindler informierte die Bürger und Bürgerinnen bei der Versammlung auch über die Privatförderung. Die obligatorische Beratung sei kostenlos. Für die Förderung seien die Mittel aber begrenzt. Stand November 2025 seien bereits 41 Anträge mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 2,1 Millionen Euro eingegangen. Bis die Zuschüsse ausbezahlt würden, dauere es derzeit etwa eineinhalb Jahre, bedauerte Reindler.