Ein Anwalt für die Bürger in Ansbach | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 16.05.2025 18:45

Ein Anwalt für die Bürger in Ansbach

Mit dem Juristen Thomas Gärtner hat der Verbraucherservice Bayern in Ansbach sein Beratungsangebot für die Bürger weiter ausgebaut. Der 29-jährige Ansbacher bearbeitet Fälle von mietrechtlichen Streitigkeiten, Nebenkostenabrechnungen, Gewährleistungsansprüche im Kaufrecht bis hin zu Abzocke und Abofallen im Internet.

Der Vermieter will die Miete erhöhen, die Handwerkerrechnung fällt viel höher aus als ausgemacht, bei der Pauschalreise ändern sich die Flugzeiten, der Händler reagiert nicht auf die Reklamation, beim Haustürgeschäft wurde man überrumpelt. In solchen Fällen kann das Kleingedruckte in Verträgen weitreichenden Einfluss auf die Rechte der Konsumenten haben. Das globale Einkaufen über das Internet führt zu stetig wachsender Komplexität des Rechtssystems.

Bei Problemen hilft die Interessenvertretung der Verbraucher mit ihrem bayernweiten Netz von Beratungsstellen. Eine Anlaufstelle vor Ort für Informationen und Empfehlungen gibt es auch in Ansbach. Das Angebot für die Bürger zu Verbraucherbelangen wurde seit Bestehen in den vergangenen 14 Jahren deutlich ausgebaut.

Vorträge, Kurse und Veranstaltungen

Insbesondere im Bereich der Erwachsenenbildung durch Vorträge, Kurse und Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Volkshochschulen und Vereinen, aber auch durch Projekttage an Schulen. Es geht ums Verbraucherrecht, aber auch um Ernährung und Umwelt.

Verbraucheraufklärung soll den Schutz vor Täuschungen verbessern sowie Kompetenzen vermitteln. Werbung oder Produktaufmachung können widersprüchlich oder irreführend sein, erläutert Thomas Gärtner.

Bei einigen Versicherten herrsche Verunsicherung hinsichtlich der elektronischen Patientenakte, sagt er. „Wir klären über die Vorteile und Risiken auf, damit sich Verbraucher ein eigenes Bild machen können, um eine bewusste Entscheidung zu treffen.“ Das Projekt „Alltagskompetenzen – Schule fürs Leben“ setzt bei Kindern und Jugendlichen an.

Die Expertinnen und Experten vom Verbraucher-Service Bayern zeigen Heranwachsenden, wie sie nachhaltig leben und wirtschaften können. Außerdem sollen sie lernen, mit Geld umzugehen, und ihre Medienkompetenz stärken, um den Herausforderungen im digitalen Alltag gewachsen zu sein.

In zentraler Innenstadtlage

Seit Februar gehört Thomas Gärtner zum Beratungsteam in Ansbach und steht für verbraucherrechtliche Themen und Fragen zur Verfügung. Er pendelt zwischen den Beratungsstellen Ansbach und Würzburg.

Das Büro in zentraler Innenstadtlage von Ansbach in der Platenstraße 10 teilt sich der Jurist mit der Ernährungsfachfrau Uta Toellner und der Umweltreferentin Anna-Lena Kühn. Die Beratung ist vor Ort, telefonisch oder per Video möglich – auch außerhalb der Öffnungszeiten. Die Beratung macht ihm große Freude, stellt Gärtner fest, denn sie sei lebens- und bürgernah. Bei Vertragsabschlüssen beim Kauf, Handwerk oder bei Dienstleistungen gebe es an vielen Stellen Fallstricke wie versteckte Kosten oder schwierige Kündigungsbedingungen.

Hilfe beim Schriftverkehr

Außerdem klärt der Rechtsexperte darüber auf, wie Verbraucher Mängel reklamieren können. Auf Wunsch übernimmt der Verbraucher-Service Bayern auch den Schriftverkehr, um die Rechte der Verbraucher außergerichtlich durchzusetzen oder einen Vergleich zu erzielen.

„Wir haben zudem die Möglichkeit, Unternehmen wegen unlauterer Geschäftspraktiken abzumahnen“, führt der Jurist aus. Fragwürdige Anbieter werben im Internet mit der unkomplizierten Abwicklung von Dienstleistungen wie der Ummeldung des Rundfunkbeitrags, die, so der Jurist, „eigentlich kostenlos sind“.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten misstrauisch sein, wenn Vorkasse verlangt wird. Anbieter und ihre Seriosität lassen sich durch Eingabe des Firmennamens im Internet überprüfen. Auch ein aufmerksamer Blick könne helfen, ob man sich auf der echten Internetseite des Händlers befinden oder auf einer gefälschten Kopie.

Trickreich konzipiert

Ältere Menschen und auch die jüngere Generation sind nicht davor gefeit, auf Betrugsmaschen hereinzufallen. „Junge Leute sind technisch affin, aber vielen ist nicht bewusst, dass ein einzelner Klick schon durchsetzbare Vertragspflichten wie Zahlungen begründen kann“, warnt Thomas Gärtner.

Internetangebote können so trickreich konzipiert sind, dass eine bestehende Kostenpflicht für Verbraucher auf den ersten Blick nicht eindeutig aus dem Angebot hervorgeht, sondern erst später nach Erhalt der Rechnung bemerkt werde. „Man kann und sollte sich dagegen wehren“, rät der Rechtsberater.

Thomas Gärtner hilft bei Rechtsproblemen. (Foto: Silvia Schäfer)
Thomas Gärtner hilft bei Rechtsproblemen. (Foto: Silvia Schäfer)
Thomas Gärtner hilft bei Rechtsproblemen. (Foto: Silvia Schäfer)
Die Anlaufstelle des Verbraucherservice Bayern in Ansbach, eine Einrichtung des Katholischen Frauenbundes, nimmt öffentliche Aufgaben wahr und wird aus staatlichen Mitteln finanziert. (Foto: Silvia Schäfer)
Die Anlaufstelle des Verbraucherservice Bayern in Ansbach, eine Einrichtung des Katholischen Frauenbundes, nimmt öffentliche Aufgaben wahr und wird aus staatlichen Mitteln finanziert. (Foto: Silvia Schäfer)
Die Anlaufstelle des Verbraucherservice Bayern in Ansbach, eine Einrichtung des Katholischen Frauenbundes, nimmt öffentliche Aufgaben wahr und wird aus staatlichen Mitteln finanziert. (Foto: Silvia Schäfer)

Teil des Teams

Thomas Gärtner (29) ist gebürtiger Ansbacher. Die Berufe der Eltern hatten Einfluss auf seinen Bildungsweg: Die Mutter ist Juristin, der Vater Grundschullehrer. Nach der Juristenausbildung in Würzburg sammelte er Praxiserfahrung in einer Wirtschaftskanzlei in München. Danach wechselte er zur Neuorientierung für zwei Jahre in den Schuldienst. Jetzt setzt er sich für die Rechte von Verbrauchern ein und leistet Bildungsarbeit für Schulen und Vereine. Da der Verbraucher-Service im Katholischen Deutschen Frauenbund öffentliche Aufgaben wahrnimmt, wird er im Wesentlichen aus staatlichen Mitteln finanziert. Die Kosten für eine Beratung liegen bei 35 Euro für 30 Minuten beziehungsweise 75 Euro bei aufwendiger Korres᠆pondenz.

north