Ein Imker-Trio aus Bad Windsheim triumphiert | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.05.2023 16:09

Ein Imker-Trio aus Bad Windsheim triumphiert

Die beiden Bienenvölker des Steller-Gymnasiums stehen abseits des Schulhofs. Betreut werden sie unter anderem vom Team des P-Seminars „Imkerei“ (von rechts): Kristin Stahl, Naomi Ammon und Benjamin Zapf mit ihrem Lehrer Bastian Stahl. (Foto: Nina Daebel)
Die beiden Bienenvölker des Steller-Gymnasiums stehen abseits des Schulhofs. Betreut werden sie unter anderem vom Team des P-Seminars „Imkerei“ (von rechts): Kristin Stahl, Naomi Ammon und Benjamin Zapf mit ihrem Lehrer Bastian Stahl. (Foto: Nina Daebel)
Die beiden Bienenvölker des Steller-Gymnasiums stehen abseits des Schulhofs. Betreut werden sie unter anderem vom Team des P-Seminars „Imkerei“ (von rechts): Kristin Stahl, Naomi Ammon und Benjamin Zapf mit ihrem Lehrer Bastian Stahl. (Foto: Nina Daebel)

Bienen sind Wunderwerke der Natur. Das und sehr viel mehr haben Naomi Ammon, Kristin Stahl und Benjamin Zapf im Praxis-Seminar mit dem Schwerpunkt „Imkerei“ gelernt. Mit ihrem Wissen holten die Schüler des Bad Windsheimer Steller-Gymnasiums bei der Bayerischen Jungimkermeisterschaft in Gemünden den dritten Platz.

„Wir wollten vor allem eines: dabei sein“, sagt Naomi Ammon (17). Denn die Konkurrenz war mit acht weiteren Teilnehmer-Gruppen aus ganz Bayern durchaus beachtenswert. Dass sie es auf einen der ersten Plätze schaffen würden, hätte das Trio nicht erwartet. Umso größer war die Freude darüber, dass sie als Drittplatzierte nach Hause kamen. Bei der Siegerehrung sei mit dem letzten Platz gestartet worden, erzählen die Gymnasiasten. Ihre Namen seien lange nicht gefallen, sodass die Aufregung enorm gestiegen sei.

Keine Könniginnen-Zucht bei der Schul-Imkerei im Steller-Gymnasium

Das Motto der Bayerischen Jungimkermeisterschaft lautete „Bienen verbinden Menschen untereinander und auch den Menschen mit der Natur“. Geprüft wurde in Theorie und Praxis. „Die Fragen rund um das Bienenjahr, die Rechte, den Schwarm und das Imkern in der Stadt haben wir problemlos gelöst“, erzählt Naomi Ammon. Der praktische Teil sei etwas problematischer gewesen. Vor allem Zubehör aus der Königinnenzucht hätte benannt und beschrieben werden müssen. „Das ist uns etwas schwer gefallen, da wir mit unserer Schul-Imkerei keine Königinnenzucht betreiben. Unsere Völker werden durch Ablegerbildung vermehrt“, erklärt Kristin Stahl (17). Man habe dann einfach improvisiert und sich ganz gut geschlagen.

Unterrichtet und betreut wird der Imker-Nachwuchs von Bastian Stahl. Er ist Lehrer für Mathe und Physik und entwickelte sein Interesse an Bienen durch Zufall. „Ich saß auf dem Hometrainer und habe YouTube-Videos übers Imkern gesehen.“ Das sei so interessant gewesen, dass er sich daraufhin intensiv mit dem Thema beschäftigt habe. Stahl ist dann dem Imkerverein in Bad Windsheim beigetreten und hat sich eigene Völker zugelegt. Er hat Kurse in Theorie und Praxis belegt, war bei der Kreisimkerschulung und hat diverse Vorträge zu Spezialthemen besucht. Und weil auch Schulleiter Uwe Nickel sich für das Imker-Thema begeistern konnte, wurden schließlich Schulbienenvölker angeschafft.

Ein fruchtiger, ätherischer Honig aus Bad Windsheim

Dass deren Betreuung wie am Steller-Gymnasium in Schülerhand liegt, ist Stahl zufolge eher ungewöhnlich. An den meisten Schulen werde die Aufgabe an Externe übertragen. Neben dem Praxis-Seminar sorgt sich auch der Wahlkurs „Imkerei“ um die Bienen. Den haben derzeit rund zehn Schüler aus den fünften bis zehnten Klassen belegt. Auch sie werden von Stahl angeleitet.

Zwei Völker versorgen die Jugendlichen derzeit, jedes zählt während der Sommermonate rund 10.000 Bienen. Untergebracht sind sie in Holzkästen, die abseits des Pausenhofes platziert wurden. Während des Winters, wenn sich die Völker auf rund 5000 Bienen reduziert haben, muss nur wenig Zeit in die Pflege investiert werden. Sobald es wieder warm ist und die Insekten ausschwärmen, steigt der Pflegeaufwand. Seit das Steller-Gymnasium eine eigene Honigschleuder angeschafft hat, wird das süße Gold in der Schulküche selbst hergestellt. Das passiert meist Anfang Juni. Wer mitgearbeitet hat, darf ein Glas mit nach Hause nehmen. Der Rest wird zum Beispiel bei einem Fest verkauft und der Erlös einem guten Zweck gespendet.

„Unser Honig schmeckt fruchtig, ätherisch“, sagt Benjamin Zapf (16). Sein Interesse fürs Imkern wurde durch seinen Onkel geweckt, mit dem er dieses Hobby mittlerweile teilt und dem er regelmäßig hilft. „Ohne Bienen würde nichts wachsen. Dieser Gedanke ist schon Wahnsinn“, sagt Benjamin Zapf, der keine Angst hat, direkt an den Bienenstöcken zu arbeiten.

Bienen sind faszinierend

Seit sie das Praxis-Seminar belegt hat, hat sich die Faszination von Naomi Ammon für die Bienen noch einmal gesteigert. „Ich schätze den Honig jetzt sehr viel mehr, weil ich weiß, wie viel Arbeit die kleinen Tiere damit haben.“ Wer Bienen und andere Insekten in Bad Windsheim unterstützen möchte, dem empfiehlt sie, keine Steingärten anzulegen und keine Mähroboter einzusetzen. Außerdem sollten Löwenzahn und Klee, Basilikum und Oregano viel Fläche im Garten einnehmen. „Sie sind eine gute Nahrungsquelle für die Bienen.“ Bei ausreichend Platz würde sich zudem das Pflanzen von Obstbäumen empfehlen. „Davon profitiert man auch als Mensch, weil man die Früchte ernten kann“, sagt Naomi Ammon, die gerne irgendwann eigene Bienenvölker hätte. Das planen auch ihre Mitstreiter Benjamin Zapf und Kristin Stahl. Einig sind sie sich außerdem darin, dass sie im nächsten Jahr wieder bei der bayerischen Jungimkermeisterschaft antreten wollen.

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