Zu wenig Platz: Gymnasium Windsbach soll neue Doppelsporthalle erhalten | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 06.10.2025 10:00

Zu wenig Platz: Gymnasium Windsbach soll neue Doppelsporthalle erhalten

Auf diesem Gelände soll die neue Doppelturnhalle des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums Windsbach errichtet werden.  (Foto: Thomas Schaller)
Auf diesem Gelände soll die neue Doppelturnhalle des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums Windsbach errichtet werden. (Foto: Thomas Schaller)
Auf diesem Gelände soll die neue Doppelturnhalle des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums Windsbach errichtet werden. (Foto: Thomas Schaller)

Die Freude war groß bei den Lehrerinnen und Lehrern des Gymnasiums Windsbach, nachdem der Schulbauausschuss des Kreistags bei einer Sitzung vor Ort empfohlen hatte, mit der Stadt Windsbach die bestehende „neue” Sporthalle zu einer Dreifachhalle zu erweitern.

Dass der Schulsport wichtig ist, ist unbestritten. In Windsbach ist der Platz in den örtlichen Hallen dafür aber schon seit Jahren knapp. Die alte Turnhalle des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums ist sehr klein und deshalb nicht für alle Sportarten nutzbar. Außerdem ist sie in schlechtem Zustand.

Die „neue” Halle wird zwar so bezeichnet, stammt aber bereits aus dem Jahr 1979 und hat somit auch schon 46 Jahre auf dem Buckel. Immerhin wurde sie 2011 energetisch saniert.

Die Stadt braucht ihre Halle selbst

Die beiden Hallen reichen zudem nicht, um alle Sportstunden am Gymnasium zu erteilen. Deswegen mietet die Schule Zeiten in der Zweifachsporthalle der Stadt Windsbach an. Sie liegt allerdings räumlich entfernt. Das Hauptproblem ist aber, dass die örtliche Grund- und Mittelschule, die einen deutlichen Zuwachs an Schülerinnen und Schülern verzeichnet, diese Halle weitgehend selbst braucht.

Zuständig für den Sachaufwand des Gymnasiums ist der Landkreis Ansbach. Deshalb beschäftigte sich nun der Schulbauausschuss des Kreistags mit der Situation. Die Regierung von Mittelfranken hatte der Kreisverwaltung auf Anfrage zuvor mitgeteilt, dass sie einen langfristigen Bedarf von drei Hallen für das Gymnasium sieht. Das ist wichtig für die staatlichen Zuschüsse.

Schon 2011 wurde neben dem Gymnasium eine Fläche gekauft, um dort später eine Sporthalle bauen zu können. Die Kreisverwaltung und der Schulbauausschuss prüften nun drei Varianten, um das Problem der fehlenden Hallen zu lösen.

Drei Varianten stünden im Raum

Am billigsten wäre es für den Landkreis, die beiden bestehenden Hallen zu sanieren und sich dauerhaft in der städtischen Sporthalle einzumieten. Die Gesamtkosten lägen je nach Ausführung bei 1,8 Millionen bis 3,2 Millionen Euro. An Eigenmitteln müssten 1,05 Millionen Euro bis 1,75 Millionen Euro getragen werden. Allerdings bliebe dann der Nachteil, dass die alte Halle zu klein ist und eigentlich sind in der städtischen Halle gar keine zusätzlichen Zeiten verfügbar. Dazu käme, dass die Halle während der Sanierung nicht nutzbar wäre. Das einzige Plus wäre, dass keine Flächen versiegelt würden – zu wenig, um den Ausschuss zu überzeugen.

Variante 2 sieht vor, die beiden Einfachhallen zu sanieren und eine neue Einfachhalle zu ergänzen. Aber dann hätte man drei Hallenteile, die nicht gemeinsam genutzt werden könnten. Im Unterhalt wäre diese Lösung außerdem am unwirtschaftlichsten, meinte Sachgebietsleiter Martin Fellner von der Hochbau-Kreisverwaltung. Die Kosten wurden auf 6,3 Millionen Euro geschätzt, davon 3,95 Millionen Euro Eigenmittel.

Am Ende sprach sich der Schulbauausschuss einstimmig für Variante 3, den Neubau einer Zweifachhalle und die Sanierung der neueren Sporthalle, aus. Das wird etwa 9,05 Millionen Euro kosten. Von dieser Summe müssen etwa 5,85 Millionen Euro Eigenmittel übernommen werden. Bürgermeister Matthias Seitz versicherte, dass die Stadt bei dem Projekt mitziehen wird. Auch Schulleiterin Barbara Veeh-Drexler unterstrich die Notwendigkeit von zusätzlichen Räumen für den Schulsport.

Was aus der alten Halle wird, bleibt ungeklärt

Jetzt wird sich der Kreisausschuss mit dem Thema befassen und über den Vorschlag beschließen. Wenn dann die Mittel auch im Kreishaushalt eingeplant werden, kann es losgehen. Läuft alles glatt, könnte die neue Halle 2029 oder 2030 fertig werden. Was aus der alten Halle wird, bleibt noch offen.

Außerdem werden am Gymnasium Windsbach die Möglichkeiten zur Inklusion von Menschen mit Behinderung verbessert. Zum Schuljahresbeginn 2025/2026 werde ein auf die besonderen Bedürfnisse von zwei Schülerinnen und Schülern zugeschnittener Pflegearbeitsraum geschaffen, informierte Fellner. Die Gesamtkosten einschließlich der erforderlichen Nebenarbeiten beliefen sich auf knapp 20.000 Euro.

Barrierefreiheit durch einen Aufzug

Das Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium zählt dennoch zu den wenigen Schulen im Landkreis, die nicht vollständig barrierefrei sind. Der Fachraumtrakt ist aufgrund seiner Bauweise mit mehreren Halbgeschossen nicht durch den bestehenden zentralen Aufzug erreichbar. Die Verwaltung prüft derzeit den Einbau eines Aufzugs im Treppenauge des Trakts mit sieben Haltestellen. Die vorläufige Kostenschätzung beläuft sich auf rund 235.000 Euro. Ob das Projekt im nächsten Jahr umgesetzt wird, wird im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2026 entschieden.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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