Ein komfortables Hotel für Insekten, Vögel und Fledermäuse | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.05.2024 17:30

Ein komfortables Hotel für Insekten, Vögel und Fledermäuse

Besichtigten die Fortschritte beim Umbau der Trafostation in Herpersdorf: (unten von links) Hans Münich (stellvertretender Vorsitzender des Steigerwaldklubs), Thomas Reil (Vorsitzender) und Renate Weiß (Kassiererin). Auf dem Gerüst von links: Bürgermeister Peter Sendner sowie die Gemeindearbeiter Holger Neudert und Thomas Holzleitner. (Foto: Martina Hinkelmann)
Besichtigten die Fortschritte beim Umbau der Trafostation in Herpersdorf: (unten von links) Hans Münich (stellvertretender Vorsitzender des Steigerwaldklubs), Thomas Reil (Vorsitzender) und Renate Weiß (Kassiererin). Auf dem Gerüst von links: Bürgermeister Peter Sendner sowie die Gemeindearbeiter Holger Neudert und Thomas Holzleitner. (Foto: Martina Hinkelmann)
Besichtigten die Fortschritte beim Umbau der Trafostation in Herpersdorf: (unten von links) Hans Münich (stellvertretender Vorsitzender des Steigerwaldklubs), Thomas Reil (Vorsitzender) und Renate Weiß (Kassiererin). Auf dem Gerüst von links: Bürgermeister Peter Sendner sowie die Gemeindearbeiter Holger Neudert und Thomas Holzleitner. (Foto: Martina Hinkelmann)

Der Steigerwaldklub gestaltet die alte Trafostation am Spielplatz in Kooperation mit der Marktgemeinde Oberscheinfeld um. Sie soll zu einer Art Hotel für Insekten, Vögel und Fledermäuse werden. Darüber hinaus werden im Turm eine Glocke und auf dem Dach eine digitale Sirene installiert.

Begonnen hatte das Projekt eigentlich bereits vor vier Jahren, als in Krettenbach (ebenfalls Teil von Oberscheinfeld) bereits eine alte, vom Bayernwerk gespendete, Trafostation in ein Insektenhotel mit Vogelnistkästen umgebaut wurde.

Im Zuge der Dorferneuerung in Herpersdorf war der Stromtransport von Freileitung auf Erdverkabelung umgestellt worden. Die alte Trafostation wurde somit nicht mehr gebraucht und vom Bayernwerk kurzerhand an die Marktgemeinde gespendet. Zur Unterstützung des Umbaus spendete das Bayernwerk noch zusätzliche 1000 Euro – jenen Betrag, den das Unternehmen für den Abbruch der Station hätte aufwenden müssen.

In der Gegend leben 20 verschiedene Fledermausarten

Ursprünglich war nur die Ansiedelung von Insekten und Vögeln geplant. In den kleinen Nistkästen können sich Schwalben und Mauersegler niederlassen, in die großen passen auch Eulen oder Falken. Problematisch ist allerdings, dass Falken Raubvögel sind und somit die Ansiedelung mit diesen und den anderen genannten Vögeln nicht gleichzeitig möglich ist, die Nistkästen für Eulen allerdings in der Bauweise den Nistkästen für Falken sehr ähnlich sind. Diese Konstellation ist bereits in Krettenbach aufgetreten. Die alte Trafostation wurde von einem Turmfalken bezogen, die daneben liegenden Nistkästen blieben leer, berichtete jetzt Oberscheinfelds Bürgermeister Peter Sendner.

Als Anfang des Jahres in der Ruine Scharfeneck eine Fledermausexpertin festgestellt hatte, dass in der Stirnseite eine Mopsfledermaus überwintert hatte, beschloss der Steigerwaldklub (Zweigverein Oberscheinfeld), die Trafostation auch als Unterkunft für Fledermäuse anzubieten, berichtet der Vorsitzende des Vereins, Thomas Reil. Sendner ergänzte, dass in der Gegend ungefähr zwanzig Fledermausarten leben. Dies wisse man durch das Ergebnis des Monitoring für die Windräder.

Die Arbeiten an der Trafostation sind bereits in vollem Gange und sollen planmäßig Ende Juni beendet sein. Die Nistkästen für die Vögel sind bereits im Mauerwerk eingelassen. Die Bretterverschalung, die zukünftig von Insekten bewohnt wird, ist ebenfalls bereits in Teilen angebracht. Geplant ist zudem noch eine Fassadenmalerei zum Thema Vögel durch einen Künstler aus Nürnberg.

Zunächst die Glocke, später die Sirene

Die am Spielplatzgelände schon bereitstehende Glocke wird demnächst durch Gemeindearbeiter eingebaut. Sobald die Fördergelder des Freistaats Bayerns für die Sirenenumstellung von analog auf digital abrufbar sind, wird dann auch noch die Sirene auf dem Dach installiert.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 15.000 bis 17.000 Euro. Durch das Regionalbudget der Kommunalen Allianz Franken 3 werden davon 1000 Euro übernommen. Darüber hinaus erhofft man sich in Oberscheinfeld Spenden über 2000 Euro bis 3000 Euro. Die restlichen Kosten übernehmen die Marktgemeinde und der Steigerwaldklub e.V., wobei letzterer mit einem Eigenanteil von 1500 Euro bis 1700 Euro rechnet – mit zehn Prozent der Gesamtkosten also.


Von Martina Hinkelmann
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