Seit rund zehn Jahren gibt es die Kunsthalle an prominenter Stelle in der Ortsmitte von Hilsbach, einem Ortsteil von Aurach (Landkreis Ansbach). Ein kultureller Treffpunkt, der mit Ausstellungen und anderen Veranstaltungen Leben in das Dörfchen bei Aurach bringt. Das Anwesen gehört dem Künstler Kuno Ebert, der dieses Kunst-Mekka zusammen mit Freunden ins Leben gerufen hat.
„HiKK – Hilsbach Kunst Kultur“ nennt sich der Verein, unter dessen Trägerschaft die Veranstaltungen stattfinden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der bildenden Kunst mit Ausstellungen, die nicht nur Werke deutscher, sondern auch internationaler Künstler zeigen. Aus Kanada, aus Schweden oder Australien kommen sie und verleihen dem kleinen fränkischen Dorf einen Hauch von Weltläufigkeit. Und auch die Kunstszene der deutschen Hauptstadt ist ein wenig näher an Franken herangerückt.
Das kommt daher, dass Hausherr Kuno Ebert seinen Lebens- und auch Arbeitsmittelpunkt in Berlin hat. Zusammen mit dem Künstler Andreas Tesch teilt sich Kuno Ebert seit 2017 einen großzügigen Arbeitsbereich im Atelierhof Kreuzberg in der Schleiermacherstraße. Dort beschäftigt sich Kuno Ebert schwerpunktmäßig mit Malerei und Porzellanobjekten. Einige davon, wie etwa ein Paar überdimensionale Füße mit markanter Tätowierung, waren in der letzten Ausstellung in Hilsbach zu sehen.
Gerne vertauscht Kuno Ebert die Großstadt für einige Zeit mit dem ruhigen Dorfleben im Fränkischen. Und wenn er anwesend ist, nutzt er die Zeit nicht nur für Kunstevents, sondern auch, um sich um sein Anwesen zu kümmern. Ein Bauernhof, der auch heute noch von Nebenerwerbslandwirten bewirtschaftet wird.
Einst gehörte er Kuno Eberts Großvater. „Ich arbeite gerne mit meinen Händen“, sagt der Enkel. Momentan ist er mit dem Ausbau seines Appartements im neben der Galerie gelegenen Wohnhaus beschäftigt. Das macht dem Künstler durchaus Spaß. So, wie es ihm einst auch Freude bereitet hat, die große Kunsthalle auf dem Grundstück nebenan zu schaffen. Entworfen hat sie der Architekt und Freund Herbert Kube, ebenfalls Mitglied des HiKK.
Wo früher Wiese war mit Resten eines ehemaligen Backhauses, entstand ein Begegnungsraum, der hervorragende Bedingungen für Kunstausstellungen und andere Veranstaltungen bietet: großzügig und doch anheimelnd, mit einer weiteren Ausstellungsfläche im Untergeschoss. Mit einer Empore und anschließender Küche kann auch für den nötigen Rahmen öffentlicher Veranstaltungen gesorgt werden.
Momentan ist davon in der Winterpause allerdings nicht so viel zu sehen. Wo sich sonst Gäste mit Sektglas in der Hand bei Vernissagen austauschen, lässt nun die siebenjährige Tochter Kuno Eberts ihre Spielzeugeisenbahn die Runden drehen. Sie ist das jüngste von drei Kindern, das Kuno Ebert zusammen mit seiner Frau Cordula hat.
Eigentlich stammt Kuno Ebert aus Würzburg. Dort ist er aufgewachsen und hat auch das Gymnasium besucht. Schon während des Studiums an der Karlsruher Kunstakademie mit dem Schwerpunkt Malerei hat es ihn immer wieder nach Berlin gezogen. „Damals herrschte ein einmaliges Flair“, erinnert er sich.
Die Stadt wurde bald zum künstlerischen Ortungspunkt, an dem Kuno Ebert auch zahlreiche Freunde fand. Dennoch zog es ihn nach dem Studium erst einmal nach Hilsbach. Es galt, sich künstlerisch selbst zu finden.
Eine Zeit mit wenig Kontakten nach außen, in der Ebert sich allmählich von der abstrakten Malerei löste, um sich mehr dem Figürlichen zu widmen. Für ihn ein wichtiger Schritt, der sich in seinem Werk gut ablesen lässt, das zwar gegenständliche Elemente zeigt, aber keineswegs dem Naturalistisch-Abbildenden verhaftet ist. Seine bevorzugte Malfarbe ist dabei die Eitempera, die seinen Bildern eine lebhafte, intensive Kolorierung verleiht. Grundlage für diese Gemälde ist dabei die Zeichnung.
„Ein weiter Weg“, wie Kuno Ebert verrät. Lange sei er nicht in der Lage gewesen, das Zeichnerische in die Sprache der Ölmalerei zu übertragen. „Jedes Material hat seine eigene Ausdrucksweise“, sagt er.
Und oft erkennt er erstaunt, wie sich die Dinge verselbstständigen. Das gilt für die Malerei ebenso wie für die Skulptur, die Ebert vornehmlich aus Porzellan fertigt. Es treten immer wieder Überraschungen zutage, zeigen sich neue Wege auf und reizen zum Experiment.
In der Kunst wie im Leben heißt es, offen zu sein für das, was sich darbietet. Und dasselbe gilt für die Großstadt wie für den kleinen Ort. Beides in Kombination ist vielleicht genau die ideale Reibungsfläche, die solch ein umtriebiger Geist wie Kuno Ebert braucht. Man spürt es, wenn man ihn in Hilsbach besucht.