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Veröffentlicht am 18.03.2026 08:02

Ein Stück Mama: Muttermilch sicher abpumpen und aufbewahren

Abgepumpte Muttermilch soll innerhalb von vier Tagen ans Baby verfüttert werden. Ist absehbar, dass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt verfüttert wird, sollte sie eingefroren werden. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Abgepumpte Muttermilch soll innerhalb von vier Tagen ans Baby verfüttert werden. Ist absehbar, dass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt verfüttert wird, sollte sie eingefroren werden. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Abgepumpte Muttermilch soll innerhalb von vier Tagen ans Baby verfüttert werden. Ist absehbar, dass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt verfüttert wird, sollte sie eingefroren werden. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Mama ist unterwegs, bekommt wunde Brustwarzen oder einen Milchstau - oder es ist aus irgendwelchen Gründen eine Abwesenheit geplant: Es gibt viele Gründe, warum eine stillende Mutter ihrem Baby mal nicht die Brust geben kann. Dann ist es wertvoll, wenn man zuvor abgepumpte Muttermilch füttern kann. Was beim Abpumpen zu beachten ist, erklärt das Netzwerk „Gesund ins Leben“.

Hygiene zählt

Hände und Fingernägel sollten vor dem Abpumpen gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Zum Abtrocknen eignen sich Papierhandtücher oder ein Handtuch, das täglich gewechselt wird. Brust und Brustwarzen müssen nicht speziell gereinigt werden. 

Vorbereitung fürs Abpumpen 

Pumpzubehör und Behälter zum Auffangen bzw. Aufbewahren der Milch sollten sauber gespült bereitstehen. Abgepumpt wird dann möglichst direkt in das Gefäß, in dem die Milch auch aufbewahrt wird. „So werden Verunreinigungen beim Umfüllen vermieden“, begründet das Netzwerk. 

Wie das Abpumpen funktioniert 

Der passende Pumpaufsatz wird mittig auf die Brustwarzenregion gesetzt, dann mit der Pumpe laut Gebrauchsanweisung des Herstellers losgelegt. Bei der elektrischen Pumpe beginnt man mit einem niedrigen Vakuum bei hoher Frequenz. Das imitiert das leichte, schnelle Saugen des Säuglings nach dem Anlegen. Sobald die Milch fließt, wird die Saugfrequenz verringert und das Vakuum erhöht – so wird schneller, mehr Milch gewonnen. Welche Einstellung am besten passt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich - also ausprobieren. 

Nach dem Abpumpen 

Nach jedem Gebrauch werden Pumpset und Behälter mit Spülmittel und heißem Wasser gereinigt. Anschließend unter fließendem Wasser abspülen und alle Spülmittelreste abwaschen. Mit einem Papierhandtuch oder an der Luft trocknen lassen. Alternativ können die Zubehörteile in der Spülmaschine bei mindestens 65 Grad gespült werden.

Eine heißere Reinigung als 65 Grad ist möglich, aber nicht nötig. Unter 65 Grad sollten es jedoch nicht sein.

Aufbewahren der Muttermilch 

Nach dem Abpumpen muss die Milch sofort gekühlt werden. Am schnellsten geht das unter kaltem fließendem Wasser. So entzieht man der Milch die Körperwärme. Milchflaschen oder -beutel gehören in den kältesten Bereich des Kühlschrankes, am besten an der rückwärtigen Wand, nahe dem Kühlaggregat, um die Milch vor Temperaturschwankungen zu schützen. Die Kühlschranktür ist für die Aufbewahrung ungeeignet.

Glasflaschen, aber auch Kunststoffflaschen in Lebensmittelqualität sind gut zur Aufbewahrung der abgepumpten Milch geeignet. Sie sollten allerdings als BPA-frei deklariert sein, also frei von Bisphenol A und S. 

Frische Muttermilch hält sich im Kühlschrank bei 4 bis 6 Grad für 4 Tage. Ist keine Kühlmöglichkeit vorhanden, kann die Muttermilch 6 bis 8 Stunden bei Raumtemperatur (15 bis 25 Grad) stehen, muss dann allerdings umgehend verfüttert werden.

Einfrieren der Muttermilch

Ist absehbar, dass die Muttermilch nicht innerhalb von bis zu 4 Tagen verbraucht wird, sollte die Milch direkt eingefroren werden. Bei -18 Grad oder kälter kann sie theoretisch 6, eigentlich sogar bis zu 12 Monate gelagert werden.

Da sich praktisch die Zusammensetzung der Muttermilch immer den Bedürfnissen des Kindes entsprechend dem Lebensalter anpasst: Macht es da Sinn, eingefrorene Milch aus den ersten 4 Wochen etwa im 5. Monat zu verabreichen? „Grundsätzlich ist im Alltag davon auszugehen, dass aufgetaute Muttermilch nur übergangsweise und für einzelne Mahlzeiten oder kurze Zeiträume gefüttert wird. Hier ist nicht mit einer Unterversorgung des Kindes zu rechnen“, erklärt „Gesund ins Leben“-Referentin Gudrun Kinzel. 

Da sich Milch beim Einfrieren ausdehnt, lässt man im Einfriergefäß einen kleinen Luftraum von etwa zwei bis drei Zentimetern. Es gibt außerdem spezielle Muttermilchbeutel. Diese sparen Platz im Tiefkühlschrank, können aber nur einmal verwendet und müssen dann weggeworfen werden.

Am besten beschriftet man die Behältnisse mit einem Datum, so behält man den Überblick. 

Und wenn die Abpumpmenge nicht für eine ganze Trinkportion ausreicht? Gekühlte flüssige Milch kann zu bereits gefrorener Milch hinzugegeben werden, um nach und nach eine ganze Mahlzeit in einem Behälter zu sammeln. Wichtig: Die Flasche sollte danach sofort wieder in den Tiefkühlschrank gestellt werden.

Auftauen der Muttermilch

Gefrorene Muttermilch taut man schonend und langsam über 12 Stunden im Kühlschrank bei 4 bis 6 Grad oder über 1 bis 4 Stunden bei Raumtemperatur auf. Wenn es schneller gehen muss, kann man das auch unter fließendem lauwarmem Wasser bis maximal 37 Grad tun.

Manche Babys trinken Muttermilch gern körperwarm. Dafür kann die Milch schonend unter fließendem lauwarmem Wasser bis maximal 37 Grad, im Wasserbad oder Flaschenwärmer aufgewärmt werden. Eine Mikrowelle ist nicht geeignet, weder zum Auftauen noch zum Erwärmen. „Sonst könnten wertvolle Inhaltsstoffe der Muttermilch zerstört werden oder sich Bakterien beim Auftauen vermehren“, erklären die „Gesund ins Leben“-Experten.

© dpa-infocom, dpa:260318-930-831114/1


Von dpa
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