Einblick in den Pflegealltag: Wen Neustadts „S(ch)ichtWechsel” erreichen will | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 04.09.2025 11:00

Einblick in den Pflegealltag: Wen Neustadts „S(ch)ichtWechsel” erreichen will

Andreas Schilling, geschäftsführender Vorstand des Caritasverbandes Scheinfeld und Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, und Veronika Polok, Leiterin des Freiwilligenzentrums „mach mit”, stellten das Unternehmensprojekt „S(ch)ichtWechsel” vor. (Foto: Ute Niephaus)
Andreas Schilling, geschäftsführender Vorstand des Caritasverbandes Scheinfeld und Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, und Veronika Polok, Leiterin des Freiwilligenzentrums „mach mit”, stellten das Unternehmensprojekt „S(ch)ichtWechsel” vor. (Foto: Ute Niephaus)
Andreas Schilling, geschäftsführender Vorstand des Caritasverbandes Scheinfeld und Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, und Veronika Polok, Leiterin des Freiwilligenzentrums „mach mit”, stellten das Unternehmensprojekt „S(ch)ichtWechsel” vor. (Foto: Ute Niephaus)

Sozial-caritative Arbeit erlebbar machen und Mitarbeitenden aus anderen Branchen die Möglichkeit bieten, einen Einblick in die Welt der Pflege zu erhalten und aktiv mitzuwirken – das soll das Projekt „S(ch)ichtWechsel” bewirken. Angeboten wird es über das Freiwilligenzentrum „mach mit” des hiesigen Caritasverbandes.

„Das innovative Projekt wird im Rahmen der Corporate Social Responsibility von Unternehmen durchgeführt”, teilen Andreas Schilling, geschäftsführender Vorstand des Caritasverbandes Scheinfeld und Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, und Veronika Polok, Leiterin des Freiwilligenzentrums „mach mit”, im Gespräch mit unserer Redaktion mit.

Zwei Tage lang, jeweils von 8 bis 16 Uhr, sollen die Teilnehmenden die Gelegenheit bekommen, einiges über die Herausforderungen und die Bedeutung der sozialen Pflege zu erfahren. Tätig werden sollen die Frauen und Männer im Caritas-Seniorenzentrum St. Maximilian Kolbe in Scheinfeld.

Geboten wird dabei unter anderem ein Erste-Hilfe-Crashkurs. Ein Thema ist dabei auch die richtige Anwendung eines Defibrillators. Die Frauen und Männer werden nicht ins kalte Wasser geworfen. Der praxisnahe Einblick in den Pflegealltag wird fachlich begleitet. Es ist darüber hinaus eine Vor- und Nachbereitung vorgesehen, die innerhalb der beiden Tagen erfolgt, sagt Polok.

Eigene Dienstkleidung und unterstützende Tätigkeiten

Im Rahmen der Hospitation in der Senioreneinrichtung, bei der die Teilnehmenden des Projekts „S(ch)ichtwechsel” ihre eigene Dienstkleidung erhalten und unterstützende Tätigkeiten übernehmen sollen, wird der Pflegealltag erlebbar, Themen wie „Leben im Alter” oder auch die Grundlagen der Pflege bekommt man dabei hautnah mit.

Vorgesehen ist, dass man am zweiten Tag auch einmal selbst Pflege „am eigenen Leib” erfahren kann. Wie ist es, wenn ich nicht mehr selbst meine Jacke anziehen oder mich allein im Bett umdrehen kann? Auch diesen Perspektivwechsel will das Programm erlebbar machen. Andreas Schilling ist davon überzeugt, dass das Projekt den teilnehmenden Unternehmen viel bringt – auch wenn sie dafür zwei Tage lang auf ihre Mitarbeitenden verzichten müssen. Er sieht darin ein Personal-Entwicklungsprogramm. „Die Frauen und Männer lernen, mit Grenzsituationen umzugehen und Barrieren zu überwinden, indem sie sich auf andere Bereiche einlassen, die sie nicht kennen.”

Gerade Führungskräfte und angehende Führungskräfte benötigten diese Fähigkeiten, ist Schilling überzeugt. Vergütet wird das zweitägige Projekt mit einem Wertschätzungsbeitrag von 200 Euro pro Person. Diese sollen, wenn dies durch den Arbeitgeber ermöglicht werden kann, im Rahmen ihrer üblichen Arbeitszeit mitmachen.

Auch kleinere Firmen können mitmachen

Das Ganze sei ein Fortbildungsprojekt und diene unter anderem der Persönlichkeitsentwicklung, so Schilling. Gefördert werde dabei neben Empathie und sozialer Kompetenz auch das Verantwortungsbewusstsein, ergänzt Veronika Polok. Dadurch sowie durch die Stärkung des Teamgeistes und das Kennenlernen neuer Perspektiven profitierten auch die Betriebe. Die Unternehmensstruktur werde verbessert, die auf Zusammenarbeit, Verantwortung und gegenseitigem Respekt basiere.

Derzeit werden Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten seitens des Freiwilligenzentrums angeschrieben und über das Angebot informiert, das man gern im November dieses Jahres starten würde. Aber auch kleinere Firmen haben die Gelegenheit, mitzumachen, unterstreicht Polok. Interessierte können sich unter der Rufnummer 09161/888940 melden oder per E-Mail an freiwilligenzentrum@caritas-nea.de.

Bereits vor zwei Jahren hatte man ein ähnliches Projekt unter Federführung des Freiwilligenzentrums angeboten, bei dem auch andere Wohlfahrtsverbände im Boot waren. Arbeitnehmende aus anderen Branchen hätten damals über einen Zeitraum von einer Woche in sozialen Einrichtungen mitarbeiten können. Die Resonanz war jedoch gering ausgefallen, vermutlich wegen des zu langen Einsatzzeitraums, vermuten Schilling und Polok. Nun hoffen sie, angesichts des reduzierten Zeitrahmens, auf eine gute Resonanz. Sie sind sich sicher: Arbeitgebende und -nehmende haben beide etwas davon.

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