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Veröffentlicht am 29.01.2024 14:59

Förderzentrum in Rothenburg: Bleibt die Schule doch erhalten?

Das Förderzentrum in Rothenburg soll durch verschiedene Maßnahmen attraktiver werden, damit sich wieder mehr Eltern dafür entscheiden, ihre Kinder dort unterrichten zu lassen. (Foto: Irmeli Pohl)
Das Förderzentrum in Rothenburg soll durch verschiedene Maßnahmen attraktiver werden, damit sich wieder mehr Eltern dafür entscheiden, ihre Kinder dort unterrichten zu lassen. (Foto: Irmeli Pohl)
Das Förderzentrum in Rothenburg soll durch verschiedene Maßnahmen attraktiver werden, damit sich wieder mehr Eltern dafür entscheiden, ihre Kinder dort unterrichten zu lassen. (Foto: Irmeli Pohl)

Aus Sicht der Regierung von Mittelfranken hat das Förderzentrum Rothenburg „keine ausreichenden Zukunftsperspektiven“. Im letzten Jahr hatte die Regierung dem Landkreis Ansbach deshalb empfohlen, die Schule aufzulösen.

„Ein qualitätsvolles und stabiles Unterrichtsangebot sehen wir dort auf absehbare Zeit nicht realisierbar“, schrieb Regierungsschuldirektor Robert Lenz im Mai 2023 an den Landkreis.

Der Schulausschuss des Kreistags sprach sich jetzt aber einstimmig dafür aus, das Förderzentrum stattdessen zu stärken und weiterzuführen. Das Gremium empfahl dem Kreisausschuss, einen entsprechenden Beschluss zu fassen.

Die Regierung sieht Herausforderungen

Das Förderzentrum Rothenburg ist mit etwa 60 Schülern die kleinste Schule ihrer Art im Landkreis. Das bringt nach Ansicht der Regierung von Mittelfranken Herausforderungen hinsichtlich der Unterrichtsqualität, der Zufriedenheit der Eltern und Kinder und der Belastung des schulischen Personals mit sich. Wenn die Schule aufgelöst wird, würde der Sprengel des Förderzentrums in Herrieden entsprechend erweitert.

Außerdem würde die Toppler-Grundschule in Rothenburg zwei Partnerklassen für die Schüler mit Förderbedarf bekommen. Die Stadt und die Grundschulleitung haben nach Angaben der Kreisverwaltung zwar ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit erklärt. Möglich wäre das aber wohl nur mit einer baulichen Erweiterung.

Ähnlich ist die Situation an der Valentin-Ickelsamer-Mittelschule, nur dass der Anteil der Förderschüler, die nicht für die Inklusion an der Regelschule geeignet sind, wesentlich größer sei, hieß es im Schulausschuss. Auch die Mittelschule Schillingsfürst würde dann Schüler aufnehmen. Alle drei Regelschulen streben mit ihrem Profil die Inklusion an.

Verlegung nach Herrieden sei „Krampf”

Stefan Lang, kommissarischer Leiter des Förderzentrums, meinte in der Sitzung, Inklusion sei gut und wichtig. „Sie funktioniert im vorhandenen Setting aber nicht für alle Schüler“, sagte er. Es fehle vor allem an qualifiziertem Personal in den Regelschulen.

Die Folge wäre, dass Schüler nach Herrieden mit dem entsprechenden organisatorischen, zeitlichen und finanziellen Aufwand gefahren werden müssten. Lang und sein Team setzen stattdessen darauf, die Klassen im Förderzentrum zu Lerngruppen umzubilden, die sich nach den individuellen Bedürfnissen richten.

„Es wäre ein Krampf, die Schüler mit dem höchsten Förderbedarf durch den halben Landkreis zu karren“, kritisierte Günter Brendle-Behnisch (ÖDP). Auch die Vertreter der anderen Fraktionen sprachen sich für die Erhaltung des Förderzentrums aus.

Schulamt befürwortet Erhalt in Rothenburg

Damit liegen sie auf einer Linie mit dem staatlichen Schulamt, dessen Leiterin Karoline Domröse es begrüßen würde, wenn das Förderzentrum Rothenburg gesichert wäre, vor allem wegen der zu erwartenden Zunahme von Schülern mit Förderbedarf an den beiden Mittelschulen.

Neben einem klaren Bekenntnis zum Erhalt könnte das Rothenburger Förderzentrum durch neue Förderschwerpunkte, eine aussagekräftige Homepage, mehr Personal wie zum Beispiel Sozialarbeiter und Schulbegleiter sowie eine gute technische Ausstattung attraktiver für die Eltern werden, die letztlich entscheiden, ob ihre Kinder eine Förder- oder eine Regelschule besuchen sollen.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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