Was bedeutet das Wort „Frieden” und was verbinden Menschen damit? Diesen Fragen soll bei der Langen Kulturnacht in Dinkelsbühl nachgegangen werden. Der Abend am Samstag, 8. November, steht in Anlehnung an das gleichnamige Lied von John Lennon und Yoko Ono unter dem Motto „Give Peace A Chance – Dem Frieden eine Chance geben”.
„Frieden” als Thema für dieses Jahr sei für sie angesichts der Weltlage mehr als naheliegend gewesen, erklärte Initiatorin Andrea Doberstein von der Buchhandlung Leseland bei der Vorstellung des Programms. In allen Bereich der Kunst werde der Begriff thematisiert und dabei vielfältig dargestellt. Bei der Langen Kulturnacht solle der Hoffnungsgedanke im Vordergrund stehen. Denn es dürfe nicht damit aufgehört werden, sich aktiv für den Frieden einzusetzen, dafür, dass sich etwas ändert.
Eröffnet wird die Lange Kulturnacht um 19 Uhr in der St.-Pauls-Kirche von Andrea Doberstein, Diakonin Claudia Grunwald und Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer. Im Anschluss daran wird Barna Taschner die „Bachsonate Violine Solo” spielen, kündigte Andrea Doberstein an. Sie wollte gerne einen „stimmungsvollen” Auftakt.
Geboten werden dann im halbstündlichen Rhythmus weitere Veranstaltungen in der Altstadt. So heißt es in der Stadtbibliothek „Kurz mal die Welt retten...!?”. Die Besucherinnen und Besucher erwartet „Mehrdeutiges von Krieg und Frieden”. Im Medienraum des Hauses der Geschichte zeigt der Verein Programmänderung den Film „Eine kurze Geschichte des Friedens”.
Im Kunstgewölbe im Spitalhof trägt Uland Spahlinger Gedanken, Gedichte und Geschichten vom Frieden vor, im Faulturm erzählt Iris Wehlte wiederum Märchen von Krieg und Frieden. Mit „Lessings Ringparabel – Eine Utopie der Gemeinsamkeiten” ist die Lesung mit Ensemblemitgliedern des Landestheaters im Theater im Spitalhof überschrieben.
Deutschsprachige Dream-Pop-Chansons bringt Samu Odenwald im Konzertsaal der Berufsfachschule für Musik (Eingang Rabengasse) zu Gehör, beim Ensemble Männerklang sind es im Konzertsaal im Spitalhof „alte und neue Gesänge (z)um Frieden”. Im Jazzkeller ist das Trio Italien Touch zu Gast.
Der Verein ProAltstadt lädt in seinen DENKmalRaum (Lange Gasse 35) ein. Werner Wiedemann berichtet von der Situation kurz vor Kriegsende in Dinkelsbühl. Er will dabei insbesondere auf die Rolle von Sven Helander eingehen. Der schwedische Konsul hatte die Übergabemodalitäten mit den Amerikanern ausgehandelt und so die Stadt vor der Zerstörung bewahrt
Die Besucherinnen und Besucher können sich zudem dem Nachtwächter auf seiner Runde anschließen sowie sich im Kunstgewölbe eine Ausstellung mit 80 Friedensplakaten aus den 1980er-Jahren anschauen. Die Auswahl der Plakate der International Peace Poster Exhibition, die Lutz Schoenherr aus Dinkelsbühls Partnerstadt Edenkoben gesammelt hat, dokumentiert die vielfältigen Aktivitäten der internationalen Friedensbewegung, ihre Kampagnen und Aktionen. Zugänglich ist auch das Domizil von Art + Farbe im Alten Bauhof.
Bevor die Lange Kulturnacht um 23 Uhr mit Stadtpfarrer Joachim Pollithy im Münster St. Georg ausklingen wird, spielt dort Volker Oertel Orgelmusik für den Frieden.
Die Besucherinnen und Besucher können sich individuell ihr Programm zusammenstellen und durch die Stadt ziehen, sagte Katja Boser. Sie ist beim Touristik Service für Mediengestaltung und Veranstaltungsorganisation zuständig und hat in diesem Jahr den Flyer und die Plakate, mit denen die Lange Kulturnacht beworben wird, entworfen. Sabine Nollek von Art + Farbe hat dafür wieder ein Bild zur Verfügung gestellt. Es zeigt eine Friedenstaube.
Alle, die sich mit einem Betrag an der Langen Kulturnacht beteiligen, tun dies unentgeltlich. Ohne dieses Engagement wäre es nicht möglich, alle Veranstaltungen kostenlos anzubieten, betonte Andrea Doberstein. Sie freut sich, dass die Lange Kulturnacht seit 2016– bis auf die Corona-Zwangspause – jedes Jahr stattgefunden hat und es bisher nie schwierig war, Menschen dafür zu gewinnen, mitzumachen. „Das ist nicht selbstverständlich.”