Frisch gepresster Saft aus Rothenburg: Schüler zeigen, wie Äpfel ins Glas kommen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 06.10.2025 11:32

Frisch gepresster Saft aus Rothenburg: Schüler zeigen, wie Äpfel ins Glas kommen

Schülerinnen und Schüler der Mittelschule am Samstag beim Apfelpressen mit Mitgliedern des Bund Naturschutz und des Klimabündnisses. (Foto: Margit Schwandt)
Schülerinnen und Schüler der Mittelschule am Samstag beim Apfelpressen mit Mitgliedern des Bund Naturschutz und des Klimabündnisses. (Foto: Margit Schwandt)
Schülerinnen und Schüler der Mittelschule am Samstag beim Apfelpressen mit Mitgliedern des Bund Naturschutz und des Klimabündnisses. (Foto: Margit Schwandt)

Obst gibt es in diesem Jahr in Hülle und Fülle, insbesondere Äpfel und Birnen. Mitglieder der Ortsgruppe Rothenburg des Bund Naturschutz (BN) haben gemeinsam mit dem Klimabündnis Äpfel im Umkreis von Rothenburg gesammelt. In einer Aktion mit der Mittelschule wurden die Äpfel gewaschen, zerkleinert, gehäckselt und ausgepresst.

Der frische Saft wurde dann sowohl Einheimischen als auch Gästen angeboten, die am Stand des Bund Naturschutz zwischen Marktplatz und Herrngasse vorbeigekommen waren. Die griffen gerne zu und lobten den Saft außerordentlich. So mancher und so manche von ihnen belohnte die Saft-Initiative mit einer kleinen Spende.

Zeigen, wie der Apfel ins Glas kommt

Manuela Keith ist die Lehrerin in der 7. Klasse der Mittelschule. Lara Moll, Johannes Schöpper, Dominik und Fabian May, Lisa Hilkinger, Lena Hertlein sowie Max und Rafael Lutterberg hatten sich freiwillig gemeldet, um an der Samstags-Aktion mitzuwirken. Das gemeinsame Ziel ist es, zu zeigen, wie der Streuobstwiesenapfel ins Glas kommt.

Walter Würfel, Vorsitzender der Ortsgruppe des Bundes Naturschutz und Hans Reinhold vom Klimabündnis wollen auf den Wert der Streuobstwiesen in der Region hinweisen. Sie böten viel für den Artenschutz, insbesondere Insekten und Kleinsäuger könnten dort gut leben und die Wiesen seien in vielerlei Hinsicht gut für den Klimaschutz.

Mit ihrer Klasse will Manuela Keith dann auch noch die Streuobstwelt „Bernatura“ bei Burgbernheim besuchen, um das Bewusstsein für die Artenvielfalt im Lebensraum Streuobstwiese zu stärken.

Streuobstwiesen als wichtige Landschaftsform

Der ökologische Wert einer Streuobstwiese ist vielfältig. Obstbaum und Wiese, so der BN, sei eine optimale Kombination für die Artenvielfalt, sie böten Zuflucht für Höhlenbrüter wie den Wendehals oder den Grünspecht, für die Bodenbrüter, wie die Goldammer, für die Nahrungsgäste, wie Rebhühner oder Greifvögel und für Säugetiere wie Fledermäuse oder die Haselmaus.

Dazu gedeihen Wildblumen: Wiesensalbei, Schlüsselblumen und Margeriten. Davon profitieren wiederum die Insekten. Der BN gibt auch Tipps, wo es Streuobstsaft aus der Region zu kaufen gibt und rät zu regionalen, nachhaltig erzeugten Produkten.

Im benachbarten Insingen gibt es eine große Mosterei, die das angelieferte Streuobst wäscht, zerkleinert, presst und in ihren modernen Anlagen umgehend weiterverarbeitet. Und auch im Steinweg im landwirtschaftlichen Lagerhaus kann montags Streuwiesenobst zum Mosten abgegeben werden. Es ist ausschließlich ungespritzte Ware, überwiegend Äpfel, die dort abgegeben wird. Aktuell werden um die zwölf Euro für 100 Kilogramm Äpfel ausbezahlt. Etwa 60 Liter Saft können aus 100 Kilogramm Obst gewonnen werden. Alternativ können sich Kundinnen und Kunden die Säfte während des Jahres verbilligt holen, über ein Marken- beziehungsweise Stempelsystem.

Ein gutes Saft-Jahr

Derzeit sind die Mosterinnen und Moster dankbar für das viele Material, das angeliefert wird, denn die beiden vergangenen Jahre seien wenig ertragreich gewesen, der Restsaftbestand der Mostereien ist außerordentlich niedrig.

Der Trester, also das, was nach dem Pressen übrig bleibt, wird als Tierfutter verwenden, etwa für Rinder oder Waldtiere. Damit wird das Streuobst vollständig aufgebraucht. Und was sagen die Schülerinnen und Schüler zum frischgepressten Apfelsaft? Der handgepresste Saft sei natürlich viel besser als der aus dem Supermarkt und: Auch wenn die Äpfel gar nicht so schön sind, sei die Saftqualität einfach supertoll.


Von MARGIT SCHWANDT
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