Mehr Bäume in Uffenheim für das Klima | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 17.07.2025 09:00

Mehr Bäume in Uffenheim für das Klima

Stadtplaner Matthias Rühl erklärte den Spaziergangsteilnehmern, wo und wie das Pflanzen von Bäumen sinnvoll sein könnte.  (Foto: Simone Walther)
Stadtplaner Matthias Rühl erklärte den Spaziergangsteilnehmern, wo und wie das Pflanzen von Bäumen sinnvoll sein könnte. (Foto: Simone Walther)
Stadtplaner Matthias Rühl erklärte den Spaziergangsteilnehmern, wo und wie das Pflanzen von Bäumen sinnvoll sein könnte. (Foto: Simone Walther)

Die noch junge Gruppe „Baumreich Uffenheim“ – bestehend aus der Initiatorin Simone Walther und einigen Gleichgesinnten (Marion Dehner, Yvonne Hirsch, Oliver Hutzler und Wiebke Schmolinsky), hat eine erste konkrete Aktion veranstaltet. Zu Gast war dabei der Stadtplaner Matthias Rühl.

Wie Simone Walther im Nachgang mitteilte, verbinde der Wunsch in und um Uffenheim vermehrt Bäume zu pflanzen oder pflanzen zu lassen die Mitglieder der Gruppe. Vor allem die nachfolgenden Generationen sollen von deren kühlenden Eigenschaft in den zunehmenden Hitzesommern profitieren. Bäume versorgten uns zudem mit lebensnotwendigem Sauerstoff, reinigen unsere Atemluft, bieten unzähligen Tierarten Lebensraum, seien Nahrungsquelle für Mensch und Tier und schafften Orte der Erholung.

Nachdem „Baumreich Uffenheim“ sich und ihre Idee beim Bürgermeisters Wolfgang Lampe vorgestellt hatte, trafen sich die Teilnehmenden zu einem kleinen Stadtspaziergang mit dem Städteplaner Matthias Rühl um sich dessen Fachkompetenz zunutze zu machen.

Rühl erklärte dabei unter anderem, dass man sich immer gut überlegen müsse, welchen Zweck ein Baum letztlich erfüllen soll. So sind Platanen zwar sehr widerstandsfähig und anspruchslos und können daher auch unter den widrigen Bedingungen in der Innenstadt zu großen Schattenspendern heranwachsen, seien allerdings ökologisch betrachtet nicht allzu wertvoll.

Verzicht aufs Nähen bringt Vorteile

Rühl gab etliche Hinweise darauf, an welchen Stellen Bäume integriert werden könnten Pflanztipps und Hintergrundwissen. Er ging auch darauf ein, wie oftmals mit wenig Aufwand viel erreicht werden kann – beispielsweise indem man das Mähen an bestimmten Stellen einstellt und der Natur dort im gewissen Rahmen ihren Lauf lässt. Das bringe neben ökologischen Vorteilen und positiven Auswirkungen auf den Menschen auch noch eine Arbeits- und damit Kostenersparnis mit sich.

Hochwasserschutz war ebenfalls ein großes Thema, denn Uffenheims Lage in einem Talkessel birgt die Gefahr, dass die Stadt bei Starkregenereignissen überschwemmt wird. Als einen Lösungsansatz warf Rühl das Wort „Agroforst“ in den Raum. In der Stadt selbst könne man wenig für den Hochwasserschutz tun, sondern müsse die Symptome behandeln. Eine natürliche Böschung am Bach entlang könne hingegen durchaus einen kleinen Beitrag gegen Sturzfluten leisten.

Auch Kletterpflanzen kühlen

Auch ging es um den Erhalt von großen alten Bäumen an Wegrändern, die mit ihren Wurzeln die Wege, die auf „ihren Füßen“ stehen, in Mitleidenschaft ziehen. Wurzelbrücken könnten hier eine Lösung sein, manchmal hilft aber auch erst einmal etwas Schotter statt Teer. Im Laufe des Spaziergangs verwies Rühl auch darauf, dass dort, wo kein Platz für Bäume sei, dennoch viel für eine Absenkung der Temperatur getan werden kann: Beispielsweise durch Kletterpflanzen, die nur ein schmales Pflanzbeet an einer Hauswand oder einer Mauer benötigen.

Das nächste Treffen der Gruppe „Baumreich Uffenheim“ ist laut Simone Walther für den Montag, 4. August, um 18 Uhr anberaumt. Wer Interesse hat, dabei zu sein, kann sich bei Simone Walther unter 09842/9369666 melden.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
north