Unter dem Leitsatz „Natürlich für morgen“ startete die Dr.-Becker-Kiliani-Unternehmensgruppe 2021 eine Nachhaltigkeitsinitiative und entwickelt diese weiter. Wenn diese Zielsetzung auf eine engagierte, für ihre Arbeit brennende Landschaftsgärtnerin trifft, dann gewinnen alle: Mensch, Flora und Fauna. So wie bei der Dr.-Becker-Kiliani-Klinik Bad Windsheim.
Heidi Stöhr sprüht vor Engagement, als die rund einstündige Führung rund um den Gebäudekomplex der Reha-Klinik beginnt. Eine Leidenschaft, die eine ebenso tiefe Zufriedenheit mit ihrer Tätigkeit widerspiegelt. Glücklich ist die Landschaftsgärtnerin, dass die neue, unter ökologischen Gesichtspunkten äußerst wertvolle Außengestaltung von ihr vollkommen ohne Vorgaben verwirklicht werden konnte.
So pflanzte Stöhr heimische Gehölze – schon im Frühjahr finden Insekten die ersten Blüten auf Gräsern und Blumen. „Von den 100 Prozent naturnahen Außenanlagen profitiert die Umwelt und sie sind zudem hübsch anzusehen“, sagt Heidi Stöhr. Sie kümmert sich inzwischen seit mehr als 20 Jahren um die Außenanlagen der Dr.-Becker-Kiliani-Klinik.
„Blumenwiese statt Schmuckrasen, Kompost statt chemischer Dünger: Ich begrüße es sehr, dass heute wieder mehr auf Natürlichkeit geschaut wird. Der Aufruf zur Nachhaltigkeit bei Dr. Becker passt da gut rein“, zeigt sich Stöhr begeistert. Sie beobachte, wie sich Pflanzen Raum zurückerobern. „Mit etwas Glück kann ich bei der Führung sogar heimische Reptilien zeigen. In unseren Natursteinpyramiden wohnen mittlerweile Kröten. Das erstaunt die meisten immer besonders.“
Auch Insekten, Vögel und andere Tiere bekämen neue Zufluchtsorte. Das erfolge in einem natürlichen Gleichgewicht: „Wo früher Pestizide eingesetzt wurden, reguliert sich die Natur nun selbst. Beispielsweise sind die Blaumeisen unsere fleißigsten Schädlingsbekämpfer.“ Sie ernähren sich und ihre bis zu zehn Jungen im Jahr unter anderem von Blattläusen. Damit helfen sie gleichzeitig den befallenen Pflanzen. Die neuen Naturbereiche schonen wertvolle Ressourcen, auch menschliche, wie die Gärtnerin erklärt: „Wir müssen viel weniger zuschneiden oder mähen. Herbstblätter kehren wir beispielsweise nur auf Gehwegen weg.“
Auf den Gartenflächen stellen sie einen natürlichen Schutz für den Boden im Winter dar. Wo immer möglich, haben wir Bodenplatten entfernt, so dass dort Regenwasser langsamer versickert. Dort muss weniger gegossen werden.“ Dass das neue Gestaltungskonzept nicht nur für die Umwelt ein Gewinn ist, sondern auch Reha-Patienten davon profitieren, zeigt Heidi Stöhr im Therapiegarten.
Besonders für Menschen mit Koordinationsschwierigkeiten sei der Umgang mit Naturmaterialien fördernd. In der dortigen „Ertragszone“ wächst inzwischen zusätzlich Beerenobst – und eine „Pufferzone“ mit Gewächsen, die den Wind abhalten, hat sie heuer erst gepflanzt.
Völlig sich selbst überlässt Heidi Stöhr den Garten aber nicht. Angelegt hat sie den Bereich nach dem Drei-Zonen-Schema, das sie den Besuchenden gerne erklärt: „Die äußere Pufferzone schützt die inneren Zonen mit Hecken und bietet Tieren ein Zuhause. Dahinter folgt die Hotspotzone. Sie hat einen humusarmen Boden mit Kräutern wie Thymian. In der Ertragszone stehen dann Obstbäume, deren Ernte in der Klinikküche genutzt wird.“
Das inspiriere immer wieder auch Klinikpatientinnen und Klinikpatienten. Die Teilnehmenden der Führung erhalten nicht nur praktische Ratschläge, sondern können auch Samen für ihre eigenen Gärten mit nach Hause nehmen. Im Übrigen zeigen acht Infotafeln, wie die geschützten Ökosysteme funktionieren. Interessierte finden dort außerdem hilfreiche Tipps für die eigene Gartengestaltung.
Am Dienstag, 8. Oktober, bietet die Landschaftsgärtnerin Heidi Stöhr letztmalig in diesem Jahr eine Führung rund um die Naturoasen an. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Empfang in der Kiliani-Klinik. Ausdrücklich richtet sich das Angebot nicht nur an Klinik-Patienten, willkommen sind alle Interessierten. Um Anmeldung unter der E-Mail-Adresse empfang.kiliani-klinik@dbkg.de wird gebeten.