Glücksmomente auf vier Pfoten: Besuchshunde bringen Freude ins ASB Bad Windsheim | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 29.12.2025 10:00

Glücksmomente auf vier Pfoten: Besuchshunde bringen Freude ins ASB Bad Windsheim

Moni Nunn (stehend) besucht regelmäßig mit ihren beiden Hunden die Hospitalstiftung, ein Alten- und Pflegeheim, in Bad Windsheim. Die Seniorinnen und Senioren freuen sich über den tierischen Besuch. Manch' einer hat einen plüschigen Vierbeiner mitgebracht. (Foto: Ute Niephaus)
Moni Nunn (stehend) besucht regelmäßig mit ihren beiden Hunden die Hospitalstiftung, ein Alten- und Pflegeheim, in Bad Windsheim. Die Seniorinnen und Senioren freuen sich über den tierischen Besuch. Manch' einer hat einen plüschigen Vierbeiner mitgebracht. (Foto: Ute Niephaus)
Moni Nunn (stehend) besucht regelmäßig mit ihren beiden Hunden die Hospitalstiftung, ein Alten- und Pflegeheim, in Bad Windsheim. Die Seniorinnen und Senioren freuen sich über den tierischen Besuch. Manch' einer hat einen plüschigen Vierbeiner mitgebracht. (Foto: Ute Niephaus)

Endlich ist es wieder so weit. Rund zehn Frauen und Männer warten schon gespannt auf Mira und Mio sowie deren Frauchen Moni Nunn. Regelmäßig besucht die Biologin mit ihren beiden Hunden die Hospitalstiftung Bad Windsheim, ein Alten- und Pflegeheim, und macht damit etliche alte Menschen sehr glücklich.

Einige besaßen früher selbst einen Hund, mit dem sie viele schöne Erinnerungen verbinden. „Ich hatte einen Dackel”, erzählt eine Seniorin, während sie Border Collie-Hündin Mira begeistert streichelt. Auch ihre Nachbarin hatte immer einen Vierbeiner, mit dem sie schöne Zeiten erlebte. Lange ist das her, erzählt sie mit etwas Wehmut. Sie vermisst das Tier. Einen Berner Sennenhund, Zwergschnauzer oder Collie hatten einige der anderen betagten Bewohnerinnen und Bewohner.

Ehemaliger rumänischer Straßenhund lernte viel

Vorsichtig streckt eine Frau die Hand aus, auf die ihr Moni Nunn ein Leckerli gelegt hat. Mio hat das schon mitbekommen und eilt herbei. Die beiden Vierbeiner wissen, dass in der Runde etliche Häppchen auf sie warten. Vorsichtig holt sich der Rüde den kleinen Leckerbissen und frisst ihn genüsslich. Sein Frauchen hat ihn vor einiger Zeit aus dem Tierheim geholt und ist sehr stolz, was der ehemalige rumänische Straßenhund inzwischen alles gelernt hat.

Er und Mira sind Besuchshunde und haben den dafür nötigen Eignungstest mit Bravour bestanden. Sie bleiben ruhig und gelassen, wenn etwas krachend auf den Boden fällt, sie jemand am Schwanz zieht, schreit oder mit einem Rollstuhl oder Rollator auf sie zukommt.” Sie müssen akustische und optische Reize aushalten können und ruhig bleiben”, erzählt Moni nun. Das können die beiden Glücklichmacher auf vier Pfoten.

Moni Nunn gehört dem Besuchshundeteam des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Bad Windsheim an, der sich über weitere Hunde-Mensch-Teams freuen würde, die im Besuchsdienst aktiv werden und anderen Menschen Freude schenken wollen. Besuchshunde sind keine Therapiehunde, betont Nunn. Aber sie leisten ganz tolle Arbeit. Das kann Tatjana Haggenmüller, die als Betreuungskraft die Runde betreut, nur bestätigen.

Senioren freuen sich über tierischen Besuch

Die Gruppe der betagten Menschen, die sich im Stuhlkreis versammelt hat, freut sich auf die regelmäßige Visite der Hunde, erzählt sie. Eine Bewohnerin animiert die Tiere sogar zum Sprechen. Während einige ganz vertraut mit ihnen umgehen und sie nur ungern zum nächsten weiterziehen lassen, reagieren andere etwas verhalten, erfreuen sich an ihrer Gesellschaft auch gern nur beim Zuschauen. Zwei Bewohner haben ihre Plüschhunde mitgebracht. Eines dieser Exemplare hockt im Körbchen des Rollators, der vor einem Senior steht.

Zwei Plätze weiter hält eine Seniorin ihren Stoffhund auf dem Schoß fest, während sie Mira ein Leckerchen gibt. „Haben sie auch was zu trinken?“, fragt eine Frau. Moni Nunn bejaht das und deutet auf die Näpfe, die für ihre beiden Hunde bereitstehen. „Hier ist was los“, ruft ein Mann begeistert und ist ganz aufgeregt, als gleich beide Hunde zu ihm kommen, um sich von ihm kraulen zu lassen. Man merkt: Die Tiere schenken den alten Menschen viel Freude, fördern deren soziale Interaktionen und wecken schöne Erinnerungen.

Schon seit einigen Jahren kommt die 54-Jährige einmal in der Woche ins Spitalstift und engagiert sich so ehrenamtlich beim ASB. Sie freut sich, wie ihre Hunde mehr und mehr in die Aufgabe hereinwuchsen. „Die Bewohnerinnen und Bewohner haben erlebt, wie toll sich der ehemalige Straßenhund Mio gemacht hat. Nach einer halben Stunde ziehen sich er und Mira langsam unter einen an der Wand stehenden Tisch zurück. „Jetzt reicht es ihnen“, sagt Nunn. Sie ist Biologin und Naturpädagogin.

Unterhaltung nicht nur in der Adventszeit

Sie sammelt die Spielzeuge ihrer Vierbeiner ein, die ein Halstuch tragen, das sie als ASB-Mitarbeitende ausweist. Dann nimmt sie beide an die Leine und verabschiedet sich. Einigen der Seniorinnen und Senioren fällt der Abschied sichtbar schwer. Sie winken und wollen noch wissen, wann das Trio wieder kommt. „Nächste Woche“, entgegnet die Betreuungskraft. Sie weiß genau, dass sich die betagten Bewohnerinnen und Bewohner auf die Vierbeiner freuen, die ihnen auch im neuen Jahr wieder viele Glücksmomente bescheren werden.

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