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Veröffentlicht am 16.03.2026 06:07

Gutachten bestätigt: Der Naturpark Frankenhöhe ist auf dem richtigen Weg

Mit kräftigem Rückenwind geht der Naturpark Frankenhöhe ins Frühjahr. Der Dachverband aller deutschen Naturparke bestätigte den Franken eine deutliche Verbesserung ihrer Arbeit. Das wirkt sich auch auf die 42 Gemeinden aus, die den Naturpark tragen.

Er umfasst ein Gebiet von über 110.000 Hektar, von Feuchtwangen bis Burgbernheim, von Rothenburg bis Markt Erlbach. Rund ein Drittel des Gebiets ist Wald. Dies und die abwechslungsreichen Landschaften sind ein dickes Plus für die Tourismusregion Romantisches Franken, die zum größten Teil auf der geschützten Fläche des Naturparks Frankenhöhe liegt. Er ist in Süddeutschland eines der sonnenreichsten Gebiete. Weil er auch zu den am dünnsten besiedelten Regionen Bayerns gehört, bietet er viele wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tierarten.

Doch der Naturpark kümmerte sich nicht um seine Natur. Für die Verwaltung stand nur eine Teilzeitstelle am Landratsamt Ansbach zur Verfügung. Dann folgten zwei entscheidende Änderungen. Die Geschäftsführung ging 2017 an den Landschaftspflegeverband Mittelfranken. Die Biologin Johanna Sieger und die Diplomingenieurin für Landespflege Eva Schmid richteten die Arbeit neu aus. „Das war die beste Idee“, sagt Johanna Sieger heute. „Ich hatte das Team des Landschaftspflegeverbands im Rücken. Das half enorm bei Erfahrungen und Organisation. Wir haben im Endeffekt bei Null angefangen.“

Netzwerk ohne Eifersüchteleien

Die langjährige Geschäftsführerin verknüpfte erst einmal die vorhandenen Fäden. „In unserem Bereich liefen ja auch schon vorher Naturschutzprojekte. Für uns war immer einer der wichtigsten Punkte, dass wir uns als Netzwerker verstehen. Zum Glück gab es keine Eifersüchteleien.“ Feste Partner sind unter anderem Verbände wie der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz, Behörden wie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der Tourismusverband Romantisches Franken, Schäfer, Jäger, Landwirte, Vereine und Ehrenamtliche wie die Wanderwarte.

Besprechung im Grünen: Anke Merklein, Angela Zwerner und Benjamin Krauthahn (von links) arbeiteten in Ansbach-Schalkhausen für die Zertifizierung als Naturpark-Schule eng zusammen. (Foto: Manfred Blendinger)
Besprechung im Grünen: Anke Merklein, Angela Zwerner und Benjamin Krauthahn (von links) arbeiteten in Ansbach-Schalkhausen für die Zertifizierung als Naturpark-Schule eng zusammen. (Foto: Manfred Blendinger)

Ranger laden Schulen in den Naturpark Frankenhöhe ein

Enge Partnerschaften bringen Kinder in die Kulturlandschaft vor dem Klassenzimmer. Zwei Schulen in Ansbach und Neuhof/Zenn sind Vorreiter.

Kurz darauf wertete der Freistaat Bayern seine 19 Naturparke radikal auf. Er übernahm fast komplett die Kosten für neue Ranger. Sie bekamen umfassende Aufgaben, sollten sich um Flora und Fauna kümmern und viele kleine Brücken für Einwohner und Touristen bauen. Der Frankenhöhe standen nach ihrer Fläche drei Rangerstellen zu. Für Johanna Sieger eine wegweisende Entscheidung. „Man hat gesehen, dass wir uns verbessern müssen.“

In Bayern ein Ranger der ersten Stunde.

Benjamin Krauthahn aus Rothenburg war in Bayern ein Ranger der ersten Stunde. „Naturschutz war vorher keine Aufgabe der Naturparke“, nennt er den gravierenden Unterschied. Doch die Ranger bekamen vom Freistaat noch andere Pflichten. Sie sollten die Bildung für nachhaltige Entwicklung und die naturbetonte Erholung stärken. Neben vielen Führungen und Einzelprojekten bauten sie unter anderem eine dauerhafte Zusammenarbeit mit Schulen auf, die zu Naturparkschulen wurden. Für Krauthahn sind damit Meilensteine gesetzt. „Im Bildungsbereich können wir uns sogar bundesweit mit anderen Naturparks messen.“

Was nun von außen bestätigt ist. Der Naturpark Frankenhöhe holte sich eine Einstufung zurück, die er lange verloren hatte. „Wir sind jetzt wieder Qualitäts-Naturpark“, erklärt Krauthahn, der inzwischen die Geschäftsführung übernommen hat, während Johanna Sieger auf die Stellvertreter-Position wechselte. Beide haben in den vergangenen Monaten die externe Prüfung durch den Verband deutscher Naturparke gesteuert. Neben vielen Zahlen, Daten und Beschreibungen in Fragebögen nahm ein Experte vom deutschen Verband den fränkischen Naturpark vor Ort unter die Lupe.

„Wertvolle Bestätigung unserer Entwicklung“

Danach gab es das begehrte Zertifikat für die hohe Qualität des Naturparks. „Das ist eine wertvolle Bestätigung unserer Entwicklung“, stuft Johanna Sieger die Bewertung ein, die fünf Jahre gilt. Als besonders herausragend wurden die Bildungsangebote bewertet. „Uns hat sehr gefreut, dass wir in der Bildungsarbeit so toll dastehen“, betont Benjamin Krauthahn.

Mit dem neuen Siegel kann der Naturpark nun auf den ersten Blick sein hohes Niveau belegen. Es ist zudem hilfreich bei Bewerbungen um Zuschüsse. Hier leistet der Naturpark für die Gemeinden zentrale Aufgaben, um Gelder an Land zu ziehen. Das Dickicht um die Fördertöpfe auf bayerischer, deutscher und europäischer Ebene ist für Kommunen alleine kaum zu durchschauen.

„Es ist schön, dass wir Leute unterstützen können“, beschreibt Krauthahn die Lotsenfunktion. „Das ist das Wichtigste, was wir anbieten. Dazu haben wir das Know-how und die Konstanz.“ Immer wichtiger werde zum Beispiel der Wasserrückhalt. „Hier können wir auf unsere Erfahrungen aufbauen.“ Unter anderem werden diese jetzt schon für die Lebensräume der gefährdeten Laubfrösche genutzt.

Optimismus groß: „Ideen gibt es genug”

Eine dringende Empfehlung hat der deutsche Dachverband der Naturparke in seinem Gutachten jedoch für die Frankenhöhe. „Es hieß, dass wir mehr geleistet haben als es die personelle Kapazität eigentlich hergibt“, weist Benjamin Krauthahn auf die personelle Situation hin. Würde sich diese ausbauen lassen, wären zusätzliche Projekte zum Nutzen von Gemeinden, Einwohnern und Touristen möglich. „Ideen gibt es genug. Je mehr Leute wir haben, desto mehr können wir machen.“

Der Naturpark wird als Verein von 42 Gemeinden getragen. Dazu kommen die zwei Landkreise Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, der Tourismusverband Romantisches Franken, Behörden und weitere Mitglieder. Zu ihren Beiträgen bilden Fördermittel und Spenden die finanzielle Basis. Neben der Geschäftsführung in der Zentrale in Colmberg teilen sich vier Ranger drei vom Freistaat bezuschusste Rangerstellen.

Den Vorsitz des Vereins hat die Lehrberger Bürgermeisterin Renate Hans, die ebenso wie Matthias Schwarz aus Burgbernheim und Johannes Schneider aus Adelshofen die Gemeinden vertritt. Dazu gehören zum Vorstand die Landräte Dr. Jürgen Ludwig (Ansbach) und Dr. Christian von Dobschütz (Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) sowie Christian Frey, Leiter der Stelle Waldnaturschutz am Ansbacher Amt für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten.

Die Arbeit des Naturpark-Teams in den vergangenen Jahren wurde nun belohnt. Unser Bild zeigt (von links) die Ranger Joshua Blank und Wolfgang Wenk, Johanna Sieger (Geschäftsführung), Renate Hans (Vorsitzende), Eva Schmid (Landschaftspflegeverband), Rangerin Fredegart Blaschke und Benjamin Krauthahn (Geschäftsführung).. (Foto: Katrin Krauthahn Fotografie)
Die Arbeit des Naturpark-Teams in den vergangenen Jahren wurde nun belohnt. Unser Bild zeigt (von links) die Ranger Joshua Blank und Wolfgang Wenk, Johanna Sieger (Geschäftsführung), Renate Hans (Vorsitzende), Eva Schmid (Landschaftspflegeverband), Rangerin Fredegart Blaschke und Benjamin Krauthahn (Geschäftsführung).. (Foto: Katrin Krauthahn Fotografie)
Die Arbeit des Naturpark-Teams in den vergangenen Jahren wurde nun belohnt. Unser Bild zeigt (von links) die Ranger Joshua Blank und Wolfgang Wenk, Johanna Sieger (Geschäftsführung), Renate Hans (Vorsitzende), Eva Schmid (Landschaftspflegeverband), Rangerin Fredegart Blaschke und Benjamin Krauthahn (Geschäftsführung).. (Foto: Katrin Krauthahn Fotografie)
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