Harter Rock in der Kunsthalle Hilsbach | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 29.04.2024 07:00

Harter Rock in der Kunsthalle Hilsbach

Hart, intensiv und doch meldosch: Last Assault. (Foto: Jens Plackner)
Hart, intensiv und doch meldosch: Last Assault. (Foto: Jens Plackner)
Hart, intensiv und doch meldosch: Last Assault. (Foto: Jens Plackner)

In Hilsbach im Landkreis Ansbach geht es eher ruhig und beschaulich zu. Auch die Kunsthalle des örtlichen Kulturvereins ist eher ein Ort der Ruhe und der gesetzten Kunstsinnigen. Doch am Samstagabend war alles anders. Schwarz gekleidete, meist langhaarige Gestalten und laute Musik verwandelten Hilsbach in Hellsbach.

Es weht ein neuer Wind in Hilsbach und beim Trägerverein der Kunsthalle Hilsbach, der ebenso experimentierfreudig wie die dort ausstellenden Künstler agiert. Aus einer Anfrage der Band Feeding Zebras entwickelte sich unter dem Motto „Metal in Hellsbach“ recht dynamisch ein Event mit vier Bands der härteren Art.

Querflöte fügt sich in kraftvollen Sound ein

Die Feeding Zebras stammen aus Ansbach und Umgebung, sind in ihrem Stil vom Melodic Death Metal und vom Metalcore der frühen 2000er Jahre geprägt. Sie machten einen sauberen Anfang an diesem intensiven Abend.

Den Anschluss machte die Band Last Assault, die ebenso aus Mittelfranken kommt und jedem Stammgast der Speckdrumm-Halle in Ansbach bekannt ist. Auch hier dominiert der Death Metal: hart, bass-lastig, intensiv, doch in überraschender Weise ergänzt um eine Querflöte. Die fügte sich mit ihrem feinen Klang gut ein in den treibenden, kraftvollen Sound der Band und konnte sich – Dank an den einfühlsamen Menschen am Mischpult – deutlich hörbar behaupten. Es ist die gelungene Fusion von grundverschiedenen Instrumenten zu einem Gesamtstil, die die Band selbst als Death Melodic Crossover Metal bezeichnet.

Noch härter, noch lauter

Als nächste Band übernahm Needle aus Nürnberg mit Groove Metal die Bühne. Sie spielte noch härter, noch lauter, noch schneller als die beiden vorherigen Bands. Einflüsse aus dem Punk blitzen hörbar im Sound und sichtbar in der Bühnendynamik auf. Das Publikum ging, wie bei allen anderen Bands des Abends, gut mit, feierte ab, fühlte sich wohl.

Gefrierbrand, die letzte Gruppe, war nicht nur vom Metal, sondern auch von der frühen Neuzeit in Outfit und Inhalt geprägt. Die Band kommt aus Pforzheim, kann mit über 100 Konzerten in neun Ländern aufwarten, knallte mit dunklem, fast schon unerbittlichem Sound nochmals so richtig rein. Alte Stoffe in neuen Gewändern oder neuer Sound in historisierendem Outfit erinnerten an eine imaginäre Party- und Kneipenkultur längst vergangener Zeiten und brachten so noch einmal den nötigen Schwung ins Konzert und in die Nacht.


Von Jens Plackner
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