Mitwirken, mitgestalten, etwas bewegen wollen die Mitglieder des Neustädter Seniorenrates. Bei diesem stehen nun nach drei Jahren Neuwahlen an. Jede und jeder, der das 60. Lebensjahr vollendet hat und in Neustadt oder den Ortsteilen lebt, kann den Seniorenrat wählen oder sich zur Wahl stellen.
Mehr als 4000 Neustädter Einwohnerinnen und Einwohner gehören zu diesem Personenkreis. Während die Vorsitzende Ingrid Tisch-Rottensteiner und ihr Stellvertreter Karl-Heinz Haag weitermachen wollen und sich wieder zu Wahl stellen, werden einige andere Mitglieder nicht mehr antreten, erzählen beide. Derzeit umfasst der Seniorenrat zehn Personen. Auf diese Zahl sei man aber nicht beschränkt, teilt Haag mit, mindestens fünf Leute sollten es aber im Gremium sein. „Wir sind offen für Neue und freuen uns, wenn sie ihre Ideen einbringen und unser Team stärken.” Die Wahlen finden am Donnerstag, 23. Oktober, ab 17 Uhr in der Ehrenhalle des Neustädter Rathauses statt.
Wer gern im Rat mitwirken würde, aber bei der Wahl nicht anwesend sein kann, kann eine an den vielerorts ausliegenden Flyern anhängende Abwesenheitserklärung ausfüllen und in den Briefkasten des Rathauses werfen oder an den Seniorenrat, Marktplatz 5, 91413 Neustadt, schicken.
Den Seniorenrat in Neustadt gibt es seit etlichen Jahren. Er ist ein ehrenamtliches Gremium und will als Bindeglied zwischen den Generationen fungieren. Er ist, wie der Homepage zu entnehmen ist, unabhängig, überparteilich und überkonfessionell. Man will die Interessen älterer Menschen vertreten, zur Teilhabe am öffentlichen Leben animieren, Eigeninitiative fördern und bietet unterschiedliche Aktivitäten an. „Wir wollen zudem die Probleme aufzeigen, mit denen Seniorinnen und Senioren konfrontiert werden.” Da gibt es etwa Gehwege, die zu schmal sind, sodass die Fußgängerinnen und Fußgänger auf die Straße ausweichen müssen. Davon betroffen sind alle Generationen.
Einbringen will man auch Ideen für neue Verkehrskonzepte. Zudem ist etwa auf Initiative des Seniorenrates eine Querungshilfe oberhalb des Nürnberger Tores geplant, um die Sicherheit der Passanten zu erhöhen. Ebenfalls tätig ist der Seniorenrat bei der Stärkung der Medienkompetenz. „Dazu haben wir uns mit anderen Gremien vernetzt”, betont Tisch-Rottensteiner. Gemeinsam im Boot sitzt man dabei etwa mit dem Freiwilligenzentrum, dem BayernLab, dem Roten Kreuz und fünf Moderatoren, die auf ehrenamtlicher Basis helfen.
„Wir vernetzen uns darüber hinaus über die Stadtgrenzen hinaus, etwa mit dem Landesseniorenrat”, erzählt Haag. Dies sei wichtig, um Themen auf eine andere Ebene zu bringen, diese aber auch mit Nachdruck anzugehen und durchsetzen.
Offen ist man ferner für Projekte, die andernorts erfolgreich laufen. Tisch-Rottensteiner nennt etwa die Taschengeldbörse, die es bereits in Markt Erlbach gibt. Bei dieser können 13- bis 17-Jährige mit Erlaubnis ihrer Erziehungsberechtigten kleinere Arbeiten wie Rasenmähen oder mit dem Hund Gassi gehen für Seniorinnen und Senioren erledigen. Davon profitieren beide Seiten, ist man sich sicher. Beteiligt an diesem Projekt sind auch Josef Merrath vom Jugendtreff Lazarett und der Neustädter Jugendbeauftragte Martin Hufnagel.
Gut angenommen werden die Ausflüge sowie Vorträge (etwa über den Enkeltrick), aber auch Selbstverteidigung und das Kino für Junggebliebene. In Kooperation mit dem KinoNea wird an jedem zweiten Mittwoch im Monat ab 14 Uhr ein Film bezeigt. Die nächsten Termine sind am 12. November und 10. Dezember. Was gezeigt wird, suchen der Kinobetreiber und die Zuschauenden gemeinsam im Vorfeld aus. Die Mehrheit entscheidet, was auf die Leinwand kommt. „Es sind aktuelle Filme mit Niveau und Hintersinn”, schwärmt die Vorsitzende.
Ein Renner ist Boccia. Immer montags – im Sommer ab 16 Uhr, im Winter ab 14 Uhr – wird an der Bocciabahn am Bleichweiher gespielt. „Oft sind 16 bis 20 Leute da”, sagt Haag. Mit der Zeit entstanden dort auch gute Bekanntschaften und die Leute unternehmen etwas gemeinsam.
Gut besucht werden nach wie vor die Veranstaltung „Alt und Jung” im Frühjahr und die Seniorenweihnacht (nächster Termin ist der 11. Dezember). An dieser nehmen auch viele Bewohnerinnen und Bewohner der örtlichen Seniorenheime teil. Beide Veranstaltungen finden in Kooperation mit der Stadt Neustadt statt. Tisch-Rottensteiner und Haag danken dem Stadtmarketing; dort kümmere man sich etwa um die Einladungen und die Kuchen.
Zur anstehenden Seniorenratswahl bringt die Vorsitzende eine Idee ein. Tisch-Rottensteinr würde es begrüßen, wenn sich für verschiedene Aufgabenbereiche kleine Gremien entwickeln und sich schwerpunktmäßig kümmern. Ein Team könnte sich beispielsweise um Ausflüge, Vorträge und Großveranstaltungen kümmern. Zu Letztgenanntem zählt etwa der Seniorentag, der alle zwei Jahre stattfindet, 2026 ist das wieder der Fall. Zunächst aber appellieren die Vorsitzende und ihr Stellvertreter angesichts des Wahltermins : „Engagieren Sie sich? Wirken sie mit!”