Italien eng verbunden: Museen in Neustadt zeigen Werke von Hanns Schwarzmaier | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 25.01.2026 07:00

Italien eng verbunden: Museen in Neustadt zeigen Werke von Hanns Schwarzmaier

Arbeiten von Hanns Schwarzmaier werden bis Ende April im Gewölbe der Museen im Alten Schloss in Neustadt ausgestellt. Es handelt sich um Werke, die sich im Besitz von Gertraud Geißendörfer und ihrer Familie befinden. (Foto: Ute Niephaus)
Arbeiten von Hanns Schwarzmaier werden bis Ende April im Gewölbe der Museen im Alten Schloss in Neustadt ausgestellt. Es handelt sich um Werke, die sich im Besitz von Gertraud Geißendörfer und ihrer Familie befinden. (Foto: Ute Niephaus)
Arbeiten von Hanns Schwarzmaier werden bis Ende April im Gewölbe der Museen im Alten Schloss in Neustadt ausgestellt. Es handelt sich um Werke, die sich im Besitz von Gertraud Geißendörfer und ihrer Familie befinden. (Foto: Ute Niephaus)

Der Maler, Grafiker und Filmemacher Hanns Schwarzmaier hatte den Wunsch, „Freude und Schönheit in unsere unvollkommene Welt zu bringen”. Und eine kleine Auswahl seiner lebens- und farbenfrohen Arbeiten, die derzeit in den Museen im Alten Schloss zu sehen ist, macht tatsächlich gute Laune.

Zu sehen sind etliche figürliche Arbeiten, die viel Leben in sich tragen, wie es Gertraud Geißendörfer auf den Punkt bringt. Die ehrenamtliche Leiterin der Galerie in der Sparkasse, gleichzeitig Organisatorin des Kunstkreises Neustadt, sowie ihre Familie stellten sämtliche Exponate zur Verfügung, die im Gewölbe der Museen im Alten Schloss bis Ende April zu sehen sind.

Sie stammen aus dem Privatbesitz der Geißendörfers, zierten bisher Räume in deren Haus oder denen ihrer Kinder. Schwiegersohn Matthias Eckart und Enkel Justus halfen tatkräftig mit, um die Arbeiten von Hanns Schwarzmaier jetzt in die Ausstellungsstätte zu bringen und dort zu platzieren. Da die Sparkassengalerie wegen der dortigen Umbaumaßnahmen aktuell nicht zur Verfügung steht, fragte Gertraud Geißendörfer kurzerhand beim Neustädter Geschichts -und Heimatverein nach, ob im Schloss eine Ausstellung, unter anderem auch anlässlich ihres 85. Geburtstages, möglich sei. Der Verein gab grünes Licht.

Gemeinsame Urlaube am Gardasee

Sie und ihr Mann, Dr. Dieter Geißendörfer, waren mit dem Künstler Hanns Schwarzmaier befreundet. „Wir verbrachten gemeinsame Urlaube am Gardasee und besuchten ihn in Padua, wo er meistens lebte und arbeitete.” Daneben hielt er sich oft am Starnberger See auf, und schenkte den Geißendörfers viele seiner Werke. „Mit Hanns Schwarzmaier sind viele schöne Erinnerungen verbunden”, sagt Gertraud Geißendörfer. Der Maler wurde 1914 in Turin geboren. Der Vater war Deutscher, die Mutter Italienerin. Im Alter von vier Jahren kam er nach Deutschland. Erste Anleitungen in der Malerei erhielt er in den USA, bevor er 1946 bis 1949 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München absolvierte.

Seit den 1950er Jahren habe er auch zahlreiche Theaterausstattungen für das Fernsehen gemacht, erzählt Geißendörfer. Beim Rundgang durch die Ausstellung stechen die vielen bunten Blumenmotive ins Auge, Stillleben, eine Detailaufnahme Venedigs, ein Landschaftsbild der Euganeischen Hügel und eine idyllisch anmutende Sicht aufs Meer. Die gewählten Motive sind sowohl figürlich als auch abstrakt, sind stets ein Spiel mit Licht, Farben und Formen. In einigen Werken spielte sich der Fauvismus wieder. Dabei handele es sich, so Geißendörfer, um eine Kunstrichtung aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts. Zu deren Vertretern gehörten bekannte Künstler wie Matisse, den Schwarzmaier sehr schätzte.

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Farbenfrohe Seidentücher

Für seine Werke bannte er unter anderem Acryl auf Leinwand oder Karton. Zu sehen sind in den Vitrinen aber auch einige Seidentücher, die sich ähnlich wie die Grafiken und Malerei sehr farbenfroh präsentieren. Zwei dieser Exemplare sind durch kaleidoskopartig wirkende Elemente geprägt, zwei andere Tücher stehen symbolisch für die Jahreszeiten Sommer und Winter. Sie dienen jedoch nicht nur etwa zum Anschauen, sondern wurden bereits von ihren Eigentümern zur Garderobe kombiniert, wurden so zu getragener und hautnah erlebbarer Kunst.

Nicht nur Tücher und Bilder schuf Hanns Schwarzmaier, der 2011 verstarb, sondern auch Geschirr. Einige kleine Teller, die aus der Hand des Künstlers stammen, und auch genutzt werden, sind zu sehen, ebenso wie ein Kunstkalender.

Wer sich selbst in gute Laune versetzen will, sollte sich die Ausstellung unter dem Titel „Malerei, Grafik und Art Foulard” anschauen. Wie Museumsleiter Jochen Ringer erklärte, soll im Rahmen der Reihe „Kunst im Schloss” eine weitere Ausstellung demnächst folgen. Zu sehen ist dann die Exlibris-Sammlung von Heinz Haffki.

Die Werke von Hanns Schwarzmaier sind zu den Öffnungszeiten der Museen im Alten Schloss zu besichtigen. Diese sind Mittwoch sowie Freitag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Man kann sich die Arbeiten jedoch auch nach Vereinbarung anschauen.

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