Kältewelle in Westmittelfranken: Wie Arbeiten im Freien bei Minusgraden gelingt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 29.01.2026 06:00

Kältewelle in Westmittelfranken: Wie Arbeiten im Freien bei Minusgraden gelingt

Das Team des Abenteuerwaldes Markt Erlbach in kuscheliger Montur. (Foto: Birgit Schiener)
Das Team des Abenteuerwaldes Markt Erlbach in kuscheliger Montur. (Foto: Birgit Schiener)
Das Team des Abenteuerwaldes Markt Erlbach in kuscheliger Montur. (Foto: Birgit Schiener)

Für viele ist bei klirrender Kälte nur der Weg zur Arbeit eine morgendliche Herausforderung. Doch wie sieht es aus, wenn man bei zweistelligen Minusgeraden über einen längeren Zeitraum draußen arbeiten oder ausharren muss?

„Schlagen wir nicht das ganze Jahr ein, dann kommen wir gar nicht mehr rum”, bestätigt Revierförsterin Miriam Reingruber aus dem Roßthal. Halten die Minusgrade länger an, musste auch sie schon einmal ein Hieb unterbrechen. „Wenn man ständig friert, wird man beim Arbeiten unkonzentrierter. Junganpflanzungen brechen leichter ab, da die feinen Zweige gefroren sind. Dann richtet man mit der Fällarbeit mehr Schaden als Nutzen an.” Die Zeiten in der Forstwirtschaft haben sich geändert. Die Försterin selbst teilt sich die Arbeitszeit so ein, dass das Arbeiten in der freien Natur auszuhalten ist, und sind längere Standzeiten im Freien zu erwarten, helfen wärmende Akku-Schuhsohlen.

Sogar der Blattsalat erfriert

Schaden anrichten kann die Kälte auch beim Gemüsehandel. So ruht im Januar die Arbeit des Gemüsehofes Flachenecker, da bei zu tiefen Temperaturen die Ware verdirbt. „Eingefrorene Salatköpfe schmecken nicht mehr”, bestätigt Bilitis Flachenecker vom gleichnamigen Gemüsehof aus Nürnberg, die jeden Donnerstag auf dem Wochenmarkt in Bad Windsheim ist. Sie hat sich zu Weihnachten ein beheizbares Kapuzenhemd gegönnt, ihre Hände schützt sie aber nur mit einfachen Arbeitshandschuhen, die werden dann mit der Zeit kalt, aber man verletzt sich wenigstens nicht. Und es wird natürlich in Schichten gearbeitet, damit man sich wieder aufwärmen kann, und beim Einkleiden wird die Zwiebelmethode angewandt.

So macht es auch die Seniorchefin Beate Mondel vom Demeterhof aus Unterstrahlbach. Die Mondels verkaufen Wurst und Käse aus dem Wagen, der ohnehin kühl gelagert werden muss. Beim Gemüseverkauf wird auf dem Neustädter Wochenmarkt der Stand mit Planen abgedeckt und ein Wärmeofen dazugestellt, das schützt auch den Salat. „Irgendwann gewöhnt man sich an die Kälte”, sagt sie tapfer. Bei Minus zehn Grad würden sie aber zuhause bleiben, ergänzt ihr Sohn Simon Mondel.

Zeit, um Raparaturen zu erledigen

Ausweichmöglichkeiten haben die Bauhöfe im Landkreis, da werden Malerarbeiten in den kreiseigenen Liegenschaften durchgeführt oder auch Bänke repariert. Ansonsten liegen Heckenschnitte und Obstbaumschnitte bei tiefen Temperaturen an. An den Straßen muss ein bestimmter Raum für die Autofahrer freigeschnitten werden, an diesen Lichtraumprofilen arbeitet gerade der Kreisbauhof Scheinfeld, bestätigt der Straßenmeister Timo Schütz. Zudem beginnt jeden Morgen ab 2.30 Uhr die Glättekontrolle des Winterdienstes. Bei Glätte wird ausgerückt. Hausmeister und weitere Dienste im Landkreis werden informiert.

In Bewegung bleiben

Und wie sieht es bei den Waldkindergärten aus, wenn es so richtig knackig kalt ist? Aus Markt Erlbach heißt es da: „Am wichtigsten ist eine gute Ausstattung für den langen Aufenthalt im Freien, vier bis fünf Kleidungsschichten sind aktuell unerlässlich und am besten beheizbare Kleidungsstücke. Auch wärmen wir uns regelmäßig an unserer Feuerstelle auf. Zum Frühstücken und zum Mittagessen setzen wir uns in unseren beheizten Bauwagen. Am wichtigsten ist jedoch immer in Bewegung zu bleiben, deshalb machen wir momentan ausgiebige Spaziergänge und hoffen auf einen baldigen Frühlingsbeginn”, bestätigt das Team des Abenteuerwaldes Markt Erlbach.

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