Kampf gegen Lehrermangel: Ministerium legt neues Konzept vor | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 26.02.2025 15:46

Kampf gegen Lehrermangel: Ministerium legt neues Konzept vor

Fast überall fehlen Lehrer - bald ganz besonders an Gymnasien. (Archivbild) (Foto: Peter Kneffel/dpa)
Fast überall fehlen Lehrer - bald ganz besonders an Gymnasien. (Archivbild) (Foto: Peter Kneffel/dpa)
Fast überall fehlen Lehrer - bald ganz besonders an Gymnasien. (Archivbild) (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Im Kampf gegen den teils eklatanten Lehrermangel an bayerischen Schulen will Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) den Schulen vor Ort mehr Eigenverantwortung und Handlungsmöglichkeiten geben. Ein neues Gesamtkonzept, das eine Fülle denkbarer Maßnahmen enthält, legte sie nun in München vor.

Teilzeitlehrkräfte sollen Stunden aufstocken, Aushilfslehrer sollen dauerhaft übernommen und zusätzliche Quereinsteiger angeworben werden. Allerdings ist es auch möglich, dass es zu Einschnitten im Pflicht- und Wahlunterricht kommt oder dass Klassen etwas vergrößert werden müssen.

Stolz betonte: „Es gibt nicht nur die eine Maßnahme zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung, sondern es braucht vielmehr einen klugen Mix aus Maßnahmen, deren kurz- und langfristigen Folgen gut abgewogen werden müssen.“ Dabei sei jede Schulart und jede Schule anders und habe andere Rahmenbedingungen. „Deshalb ist es mir besonders wichtig, neben zentralen auch verstärkt auf lokale Maßnahmen zu setzen und den Schulen mehr Freiräume zu überlassen, denn sie kennen die Situation vor Ort am besten.“

Neue 13. Klasse verschärft Lehrermangel

Tatsächlich droht zum kommenden Schuljahr an fast allen Schularten ein teils massiver Lehrermangel. Das hatte schon die jüngste Lehrerbedarfsprognose aus dem vergangenen Sommer aufgezeigt. Besonders gravierend ist die Lage an den Gymnasien, weil dort im Zuge der Rückkehr vom G8 zum G9 nun der erste Jahrgang von Schülerinnen und Schülern in die 13. Klasse kommt.

Allein an den Gymnasien ist demnach mit einer Deckungslücke von 1320 Stellen zu rechnen. Ähnlich sind die Zahlen für die Mittelschulen, für die eine Deckungslücke von 1370 Stellen prognostiziert wurde. An Grundschulen fehlen nach aktualisierten Daten heuer 400 fehlenden zu.

Kein Zwang zur Aufstockung

Das Ministerium hält angesichts des Lehrermangels auch an bestehenden sogenannten dienstrechtlichen Maßnahmen fest: Für Grund- und Mittelschullehrkräfte in Teilzeit gilt beispielsweise ein Mindestmaß von 24 Wochenstunden. Und vor dem 65. Lebensjahr dürfen Lehrerinnen und Lehrer auch auf Antrag nicht in den Ruhestand.

„Die aktuelle Personalsituation lässt leider keine Rücknahme aller dienstrechtlichen Maßnahmen zu, aber ich werde diese Möglichkeit jedes Schuljahr erneut vollständig überprüfen“, sagte Stolz.

Einen Zwang für Teilzeit-Lehrkräfte zur Aufstockung von Stunden soll es weiter nicht geben - Stolz setzt hier auch weiterhin auf freiwillige Anreize. Das Potenzial ist durchaus nennenswert: Wenn allein an den Gymnasien jede Lehrkraft durchschnittlich eine Wochenstunde aufstocken würde, würde dies laut Kultusministerium etwa 300 zusätzlichen Vollzeitstellen entsprechen.

© dpa-infocom, dpa:250226-930-387830/1


Von dpa
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