Ob in Wirtschaft oder Politik, ob beim Sport, dem Städtebau oder beim Umgang mit der Natur: Überall wird vorausschauende Planung gefordert und immer wieder wundert man sich, dass doch wieder niemand daran gedacht hat, an die Zukunft zu denken. Im Fall der Neustädter Comenius Grundschule allerdings zahlt sich vorausschauende Planung jetzt wirklich aus.
Die Schule muss nämlich erweitert werden, um den steigenden Schülerzahlen sowie den gesetzlichen Anforderungen der Ganztagesbetreuung gerecht zu werden und siehe da: Genau daran hat man beim Bau der Schule vor knapp 30 Jahren schon gedacht. „Damals hat man schon eine mögliche Erweiterung vorgesehen“, sagte Markus Hilpert vom Nürnberger Architekturbüro H2+, das schon damals für die Errichtung gesorgt hatte und nun auch für Aus- und Umbau verantwortlich zeichnet.
Von der damaligen vorausschauenden Planung profitiert die Stadt nun gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen beim Zeitplan, denn um den demnächst greifenden gesetzlichen Anforderungen an die Ganztagesbetreuung gerecht zu werden, muss das Schulhaus bis Ende 2027 entsprechend umgerüstet sein. Zum anderen aber kann man sich auch in Sachen Kosten entspannen, denn wie Lars Hühnken, ebenfalls vom eingangs erwähnten Architekturbüro, ausführte, werde der Löwenanteil der Umbaumaßnahmen innerhalb des bestehenden Gebäudes stattfinden. Die einzige Erweiterung – in Form von zwei neuen Räumen – wird nach der nun vorgestellten Variante zweigeschossig an der Ostflanke des Gebäudes stattfinden – eben genau dort, wo sie schon bei der Einweihung des damaligen Neubaus am 7. Januar 1998 vorgeplant war.
„Wir wollten von Anfang an so wenig neuen Raum wie möglich schaffen“, erläuterte Hühnken und präsentierte dem Rat die ersten Entwürfe. Denn neue Erweiterungsbauten kosteten viel Geld und greifen zudem „zu sehr in die bestehende Bausubstanz ein“.
Neben dem sparsamen Anbau müssen deshalb im Obergeschoss nur noch einige Räume umgestaltet werden, darunter der bestehende Lehrmittelraum, in dem auch das Schularchiv untergebracht ist. Aus dem jetzt schon zu kleinen Raum, in dem bisher das Essen bei der Mittagsbetreuung eingenommen worden war, wird eine so genannte „Lernwerkstatt“ und die gesamte Ganztagesbetreuung zieht in das Erdgeschoss des Ostflügels, wo somit der „Betreuungsriegel“ untergebracht wird, wie es Lars Hühnken nannte.
Zum Ausgleich werden nach den vormals genannten Umbaumaßnahmen (Archiv, Lehrmittelraum Textilraum, Handwerksraum, Stuhllager) im ersten Stock zwei neue Klassenzimmer entstehen und auch der Musikraum wird künftig wieder als solcher nutzbar sein. Die Mensa wird im bisherigen Handwerksraum angesiedelt, wofür man die Fassade „so rund drei bis vier Meter nach außen“ verschieben müsste, wie Hühnken erklärte. Die zukünftige Mensa sowie der besagte Ostflügel bildeten dann eine zweiseitige Einfassung für einen Hof, den man ansprechend gestalten und eventuell auch als Freiluftklassenzimmer nutzen könne.
Mehrfach betonte Hühnken, dass sich die Planung aktuell noch im Vorentwurfsstadium befinde. Das betrifft auch die neu einzubauende Küche, wobei Bürgermeister Klaus Meier sofort andeutete, dass man auch hierbei sparen könne und wolle: „Ich denke, das wird sowieso eine Catering-Lösung und da muss nicht viel gekocht werden.“ „Sehr vorläufig“ sei somit auch die erste Kostenschätzung, die Hühnken vorlegte und die sich zwischen 2,5 und 2,7 Millionen Euro bewegt. Noch gebe es zu viele Variablen, um genauere oder gar endgültige Zahlen zu liefern.
Auch wie viel die Stadt davon letztlich selbst zahlen muss, steht noch in den Sternen. Es gebe diverse Fördertöpfe – von mindestens dreien war in der Sitzung die Rede – und welche davon man in Anspruch nehmen kann, werde innerhalb der kommenden Wochen ermittelt.
Die spürbare Begeisterung des Architekten bei der Vorstellung der Planungsvariante überzeugte den Stadtrat offensichtlich – die Zustimmung und der Auftrag zur Ausarbeitung der Pläne erfolgten einstimmig. Die deutlich detailliertere Ausarbeitung sowie beispielsweise die Gestaltung der Küche sowie die Bauweise werden dem Stadtrat voraussichtlich im nächsten Quartal vorgelegt.
Darüber hinaus wurde die Finanzverwaltung beauftragt, schnellstmöglich den Förderantrag bei der Regierung von Mittelfranken einzureichen. Sollte alles gut gehen, könnte schon im Frühjahr 2026 Baubeginn sein.