„Kontraste“ mit ihren Patchwork-Arbeiten setzen zurzeit sieben Textilkünstlerinnen in der Kunsthalle Hilsbach. Sie präsentieren Handnähprojekte, Freihandwerke und „Freies Schneidern”, das Besucherinnen und Besucher dieser Ausstellung jeweils sonntags live miterleben können.
Es ist nicht die erste Werkschau dieser Art, die in Hilsbach gezeigt wird. Bereits vor sieben Jahren hatte die inzwischen verstorbene Leiterin des örtlichen Nähklubs Barbara Fuchs den Kontakt zum Verein Hilsbach-Kunst-und-Kultur (HiKK) hergestellt. Dort, wo sonst ausgefallene Kunstausstellungen ihren Platz haben, zeigte man sich aufgeschlossen gegenüber der „Stoffsucht“ der Frauen, wie sie ihre erste Patchwork-Show überschrieben hatten. Erst letztes Jahr stellte die renommierte Quilt-Künstlerin Barbara Mayr zusammen mit der Malerin Gundula Manson, beide aus Kempten im Oberallgäu, ihre Arbeiten aus.
Obwohl nicht in persona anwesend, ist Barbara Mayr auch bei dieser Patchwork-Ausstellung präsent. Ihre kunstvollen Arbeiten inspirieren andere Quilt-Künstlerinnen, wie in dieser Werkschau zu sehen ist. Daneben zeigt sich diese „Stoffgruppe“ als sehr heterogen in der Herangehensweise und Interpretation ihrer Werke. Angelika Fuchs-Elias, die Tochter von Barbara Fuchs, führt die Arbeit ihrer Mutter weiter. In ihrer Eröffnungsrede erinnerte sie noch einmal an die Verstorbene, der in der Ausstellung ein besonderes Patchwork Portrait gewidmet ist. Auch ein Quilt mit Fuchsmotiven, in Anlehnung an den Familiennamen, erinnert an die Initiatorin dieser Ausstellungsreihe.
Barbara Wenz, von der auch das Portrait stammt, hat die von Barbara Fuchs begonnene Arbeit fertiggestellt. Ein Häschen hat sich keck unter die rotbraunen Räuber geschmuggelt, was dem aufmerksamen Betrachter ein Schmunzeln entlocken dürfte.
Die Motive dieser Patchwork-Arbeiten reichen von ganz abstrakten bis hin zu gegenständlichen, zum Teil naturalistischen Darstellungen. Afrikas Tierwelt lässt grüßen bei Simone Krawczys aufwendigen Safari-Quilt, bei dem nur das Nilpferd unter den „Big Five“ fehlt. Giraffen, apart gemusterte Zebras, Löwen mit Flammenmähne, imposante Elefanten und ein paar Akazien bevölkern die Szene. Zwei anmutige Schwäne hat Christine Singer auf einem blau schillernden See in Szene gesetzt. Grazil recken auf einem anderen Bild ihre Mohnblumen die Köpfe in die Luft.
Geometrische Formen beschäftigen Beate Leichs in ihrem von Gelb-Tönen dominierten Bild „Here come’s the sun!“, das mit seinen ineinander greifenden länglichen Rechtecken wie eine kunstvolle Interpretation des Computerspiels „Tetris“ wirkt. Angelehnt an die Op-Art ist der „Weg des Säufers“ von Heidi Strauß, der von Kreisen gezeichnet wird. Kaleidoskopartige Muster oder krumme Häuschen, die an Hundertwasser erinnern, zeigt Barbara Wenz, die einen großen Anteil an dieser Ausstellung hat, in ihren meist abstrakten Arbeiten. Ganz streng geometrisch wiederum ist Dorothee Götz’ Quilt „Gradiations“ in Schwarz-Weiß. Angelika Fuchs-Elias' Komposition in flammendem Rot wird durch blaue Akzente, die „Blauen Ringe“, verstärkt.
Es ist in der Tat eine sehr abwechslungsreiche Werkschau, die einmal mehr staunen macht, was alles in Form von kleinen Stoffteilen zu echter Textilkunst wird.